Erfolgreicher Messeauftritt

Eine überaus positive Bilanz von der Rehacare International 2010 ziehen Professor Dr.-Ing. Ralf Hörstmeier und sein Team: Ihr Stand F 41 in Halle 4 war gut besucht, vier konkrete Prüfaufträge wurden erteilt und etliche neue Kontakte geknüpft. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vom Fachbereich Ingenieurwissenschaften und Mathematik der Fachhochschule Bielefeld haben diesmal ihr weiterentwickeltes Energiecluster zur Klassifizierung manueller Rollstühle vorgestellt und vor Ort die Energieeffizienz von Hilfsmitteln erfahrbar gemacht.

Das Interesse an dem mittlerweile geschützten KfB-Energiecluster und damit an einer Prüfplakette für Rollstühle ist groß - beim Staat, bei Interessenvertretungen und Verbänden, bei Herstellern und Nutzern. Mit der neuentwickelten, ganzheitlichen Cluster-Version lassen sich die vier wesentlichen Bewegungsabläufe beim Rollstuhlfahren - neben dem Geradeausfahren das Reversieren, Kreiseln und Drehen - abbilden und analysieren. Auch die Dynamik beim Anfahren und Bremsen ist aufgrund des hohen Energieverbrauchs einbezogen. 2008 waren auf der Rehacare theoretische Ansätze zum Energiecluster mit ersten Ideen zur energetischen Abstufung vorgestellt worden. Jetzt präsentierte das elfköpfige Team die praktische Umsetzung und konkrete Anwendungsmöglichkeiten.

Vier Rollstuhlhersteller aus ganz Deutschland hat der Messeauftritt des Fachhochschulteams vom Kompetenzzentrum für Bewegungsvorgänge (KfB) überzeugt. Sie gaben umfangreiche Aufträge, verschiedene Rollstuhlmodelle aus ihrer Fertigung im neuen Prüflabor für Rollsysteme am Hochschulstandort Am Stadtholz in Bielefeld zu testen. Dort stehen auf 200 Quadratmetern fünf Prüfstationen zur Verfügung, darunter ein eigens konstruierter, neun mal sechs Meter großer Rollsimulator mit standardisierten Prüfparcours für alle Bewegungsvorgänge auf verschiedenen Untergründen wie Teppichboden, Linoleum oder Industriebelag. Die Untersuchung und Einstufung unter Standardbedingungen macht erstmals einen Vergleich verschiedener Rollstuhlmodelle in punkto Energieaufwand möglich - ähnlich wie bei Automobilen, Kühlschränken oder Waschmaschinen.

Streckentests mit dem Handbike

Auf dem FH-Messestand galt das Interesse neben dem KfB-Energiecluster dem Energie-Handbike. Mit dem handangetriebenen Unikatgerät konnten touristische Ziele wie die Externsteine oder das Hermannsdenkmal in Ostwestfalen-Lippe - durch Filmsimulation unterstützt - angefahren und dadurch der Schwierigkeitsgrad und Energieaufwand erfahrbar gemacht werden. "Es war viel Betrieb, wir haben viele interessante Gespräche geführt, ich bin sehr zufrieden", bilanziert Professor Hörstmeier, "wir waren erstmals nicht auf einem Gemeinschaftsstand, sondern mit einem eigenen Messestand vertreten, das hat sich gelohnt."

Professor Hörstmeier und sein Team wollen künftig mit Hilfe ihres KfB-Energieclusters die Auswahl eines passenden Rollstuhls so einfach gestalten wie den Kauf eines energieeffizienten Kühlschranks oder eines sparsamen Automobils. Jedem Rollstuhlnutzer, jeder Rollstuhlnutzerin, so das Ziel, ein individuelles, stabiles Vehikel - leicht- oder schwergängiger, für den Wohn-, den Freizeit- oder den Rehabereich.

Rehacare 2010 - Killewald Bredehorst
Beeindruckt: Marlis Bredehorst (l.), Staatssekretärin im NRW-Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter und Norbert Killewald (r.), neuer NRW-Landesbeauftragter für die Belange der Menschen mit Behinderung, ließen sich auf der Rehacare von Professor Dr.-Ing. Ralf Hörstmeier das KfB-Energiecluster erläutern. Foto: Josef Frank Weiser, München


Rehacare 2010 - Brell
Interessiert: Dr. Claus Brell vom Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes NRW verfolgt und unterstützt die Projekte des KfB Kompetenzzentrum für Bewegungsvorgänge schon seit Jahren und freut sich über die erfolgreiche Öffentlichkeitsarbeit. Foto: Josef Frank Weiser, München

Rehacare 2010 - Stand
Zweigeteilt: Die linke Seite des Standes zeigt das Energie-Handbike mit Simulation der Fahrten zum Hermannsdenkmal und zu den Extersteinen. Auf der rechten Seite wird zu den Merkmalen des weiter entwickelten Energieclusters für manuelle Rollstühle beraten. Die zahlreichen Besucher bestätigten das Konzept.
Foto: Josef Frank Weiser, München