2000

21. Bielefelder Symposium über Fotografie und Medien

Abstrakte Fotografie: Die Sichtbarkeit des Bildes.

In Zusammenarbeit mit der Kunsthalle Bielefeld.

Abstrakte Fotografie ist als eigenständige Kunstform des 20. Jahrhunderts bisher weitgehend unerkannt geblieben. Zwar wurden Ergebnisse fotografischer Abstraktionen in Ausstellungen und Fachpublikationen vereinzelt dargestellt, bisher fehlte aber eine Gesamtschau der historischen und zeitgenössischen Tendenzen, Theorien und Bildleistungen dieses Gebietes. Dazu sollte das Vorhaben einen Beitrag leisten.

Es greift auf Vorarbeiten aus über drei Jahrzehnten zurück: auf die hier begründete Generative Fotografie (Kunsthaus Bielefeld 1968), die Experimentelle Fotografie mit ihren historisch nachvollziehbaren Tendenzen zum autonomen Bild über 150 Jahre Fotografiegeschichte 1839-1989 (Kunsthalle und Fachhochschule Bielefeld 1989), sowie die wissenschaftlichen Ergebnisse internationaler Symposien zu einzelnen Pionieren der Abstrakten Fotografie, auf den Bauhaus-Künstler László Moholy-Nagy (Symposium 1995) und dem Medienphilosophen Vilém Flusser (Symposium 1998).

Aktuelle Tendenzen abstrakter und konkreter Fotografie zeigten Ausstellungen der Kunsthalle Bielefeld und andere Einrichtungen. Dabei ging es nicht wie bislang um die Fotografie als Medium, also nicht darum, was Fotografie sichtbar macht, sondern was Fotografie sichtbar ist: um die Sichtbarkeit des Bildes (Wiesing).


Veranstalter:

Studienrichtung und Forschungs- und Entwicklungsschwerpunkt Fotografie und Medien am Fachbereich Gestaltung der Fachhochschule Bielefeld in Zusammenarbeit mit der Kunsthalle Bielefeld und weiteren öffentlichen und privaten Einrichtungen in der Region.
Idee und Koordination: Gottfried Jäger.
Künstlerische Mitarbeit: Stefan Klink.


Referentinnen und Referenten des Symposiums, Themen:

  • Lambert Wiesing: Was könnte Abstrakte Fotografie sein? Reflexionen über prinzipielle Denkmöglichkeiten.
  • Rolf H. Krauss: Das Geistige in der Fotografie oder Der fotografische Weg in die Abstraktion.
  • Vladimír Birgus: Tschechische Avantgarde-Fotografie in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
  • Claudia Fährenkemper: Bilder aus dem Mikrokosmos. Vorstellung eigener Arbeiten.
  • Thomas Kellein: Die Erfindung der Abstrakten Fotografie in New York.
  • Martin Roman Deppner: Coburn Meets Pound. Über Abstraktion und Vortizismus in der englischen Ästhetik der Moderne.
  • Michael Köhler: Foto-Abstraktion: Das ungegenständliche Kamerabild heute. Zeitgenössische Positionen.
  • Janos Frécot: Abstraktion - Eine Frage der Distanz. Eine abschließende Betrachtung.


Ausstellungen in der Hochschulgalerie:

  1. Claudia Fährenkemper: Bilder aus dem Mikrokosmos, Fotoarbeiten.
  2. Barbara Focke: Inszenierte Panoramafotografie.
  3. Bärbel Möllmann: Lyrische Löcher. Bilder der Camera obscura.


Ausstellung in der Kunsthalle Bielefeld:

Abstrakte Fotografie. 200 Fotoarbeiten aus dem 20. Jahrhundert von 60 Fotografen.
Kuratoren: Thomas Kellein, Angelika Lampe. Katalog.


Einzel- und Gruppenausstellungen zum Thema in Bielefelder und regionalen Galerien und Museen:

  1. Norbert Meier: Fotoarbeiten. Galerie Artist Unlimited, Bielefeld.
  2. Karin Richert, Gerhard Spilgies, Wolfgang Waesch. BBK-Atelier, Bielefeld.
  3. Erich Comeriner (1907-1978), Kurt Buchwald, Katrin Jaquet. Galerie David, Bielefeld.
  4. Karl Martin Holzhäuser: Lichtmalerei. Neue Arbeiten. Galerie PIN, Bielefeld.
  5. Gottfried Jäger: Generative Images. Lutz Teutloff Galerie, Bielefeld. Katalog.
  6. Experimentelle Landschaftsfotografie. Studienarbeiten der Fachhochschule Bielefeld. Kunstverein Gütersloh. Katalog.
  7. Gunther Keusen, Lichtbilder 1961-1965. Daniel Pöppelmann Haus, Herford. Katalog.


Publikation:

Ausgewählte Beiträge des 21. Symposiums erschienen in: Gottfried Jäger (Hg.): Die Kunst der Abstrakten Fotografie/The Art of Abstract Photography. Arnoldsche Publishers, Stuttgart, 2002.