Christiane Möcker: Gewalt an Schulen - zwischen Individuum, Schule, Umfeld und Gesellschaft
Seit Anfang der 1990er Jahre lösen Medienberichte über Gewalt an Schulen -Erpressung, Bullying und insbesondere spektakuläre Gewaltfälle- in der Öffentlichkeit wie in der fachlichen Diskussion die Suche nach Ursachenerklärungen sowie vor allem die Forderung nach schneller und wirksamer Prävention aus.
Auffallend war dabei, dass im Gegensatz zu den 1970er/80er Jahren, als die institutionelle Gewalt der Schule als strukturelle Gewalt im Mittelpunkt stand, nun eine Verschiebung von der Gesellschafts- und Institutionenkritik hin zu den Individuen stattgefunden hatte. Kritische Stimmen machten auf die Gefahr von Individualisierung, Psychologisierung und Pädagogisierung des Problems aufmerksam, wodurch gar zur Verfestigung ungerechter Strukturen und Fehlentwicklungen beigetragen werden könnte.
Vor dem Hintergrund dieser anhaltenden Diskurse untersucht Christiane Möcker notwendige Voraussetzungen zur Minderung von (Jugend-)Gewalt hin zur Gestaltung von konstruktiven, konflikttransformatorischen Prozessen. Berücksichtigung finden hierbei unter Rückgriff auf die Gewalt- und Friedensforschung individual-psychologische Vorgänge, inner-, außerschulische und gesamtgesellschaftlich-sozialstrukturelle Bedingungen sowie die Perspektive der Konflikttransformation. Die Studie ermutigt zu einem umfassenden Konzept der Gewaltprävention in Schule und Jugendarbeit.
Christiane Möcker ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fachbereich Sozialwesen und verantwortlich für das Praxisreferat und die Studienfachberatung.
Die Studie entstand im Rahmen des Studiengangs "Master of Peace Studies" an der Fernuniversität Hagen und ist in der Fachbereichsbibliothek oder bei der Autorin erhältlich.
