Mehr Lernen als Lümmeln - Studenten entwerfen Café-Konzept

30.01.2012

myjobowlSich nur gemütlich auf dem Sofa zu lümmeln, ist Studenten zu wenig. Zumindest, wenn es um ein Café bei der Messe »my job-OWL« geht. Lockere Atmosphäre ja, aber bitte mit einer ordentlichen Portion Information, lautet der Wunsch. Dafür, dass dieser auch erfüllt wird, werden Studenten des Studiengangs Wirtschaftspsychologie der Fachhochschule Bielefeld sorgen, die in einem Praxisprojekt seit Monaten an einem Konzept für ein solches Café auf der größten Berufsmesse in der Region Anfang März in Bad Salzuflen feilen (das WESTFALEN-BLATT berichtete). Jetzt haben sie ihren Entwurf vorgestellt, den Melanie Welzel, Geschäftsführerin der Agentur G & W Messekonzept, als Veranstalterin der »my job-OWL« bis auf kleine Änderungen auch so umsetzen wird. Bestimmt wird das 40 Quadratmeter große Studentencafé durch helle Farben wie Grün, Orange und Braun, erklärt Studentin Franziska Pfennig: »Das sind Farbtöne, die entspannend, aber auch anregend wirken.« Neben einem Sofa-Bereich soll es auch Barhocker für kurze Gespräche geben, Treffpunkt in dem nach allen Seiten geöffneten Café ist die halbrunde Theke. Um zu wissen, welche Erwartungen Studenten an ein solches Café haben, hatte die Projektgruppe zuvor eine Umfrage per E-Mail unter Kommilitonen gestartet, bei der sie 480 ausgefüllte Fragebögen zurückkamen. Klar wurde dabei unter anderem: Informationen und Gedankenaustausch sind wichtiger als Gratiskaffee. Deshalb wird es auch eine Job-Wand mit Stellenangeboten und Veranstaltungen mit Unternehmensvertretern geben. Für den kostenlosen Kaffee haben die Wirtschaftspsychologie- Studenten trotzdem gesorgt. »Sie haben Melitta als Sponsor gewinnen können«, sagt Dr. Carolin Meier, die das Projekt als Vertretungsprofessorin mit dem Schwerpunkt Markt- und Werbepsychologie an der FH begleitet. Denn an einem realen Projekt zu arbeiten und dieses bis in die Umsetzung zu begleiten - die Studenten werden nicht nur Hausarbeiten über das Studentencafé schreiben, die in Buchform zusammengefasst werden, sondern bei der Messe auch selbst in dem Café arbeiten - sei das Ziel der Praxisphase, so die Dozentin. »An etwas zu arbeiten, was sonst Profis machen, ist sehr interessant. Und das Vertrauen, dass es dann auch umgesetzt wird, ist ein schönes Gefühl«, bestätigt Studentin Sophia Cuesta. »Ganz nah dran zu sein an unseren Kunden, den Studenten«, das sei wiederum der Vorteil für sie gewesen, sagt Messe-Veranstalterin Melanie Welzel. Und zu erfahren, welche wissenschaftlichen Grundlagen es gibt bei der Frage, wie eine Messe-Einrichtung konzipiert werden sollte.

Quelle: Westfalen-Blatt-Ausgabe (Nr. 21) vom Mittwoch, 25. Januar 2012