Projekt3 - Bildungsberatungsbedarf von Menschen mit Migrationshintergrund

 MA Angewandte Sozialwissenschaften - Mitarbeit von MA-Studierenden möglich

Titel des Projekts:

Bildungsberatungsbedarf von Menschen mit Migrationshintergrund

Projektkurzbeschreibung:

Um die Nutzungsfähigkeit individueller Bildungs- und Lernwege zu fördern, wird bildungspolitisch vor allem an den Ausbau von Beratung appelliert. Der Rat der Europäischen Union fordert die EU-Staaten auf, ihre jeweiligen Beratungssysteme zu bündeln und zu vernetzen. Ziel soll es dabei sein, „die Bürger jeden Alters in jedem Lebensabschnitt dazu (zu) befähigen, sich Aufschluss über ihre Fähigkeiten, Kompetenzen und Interessen zu verschaffen“ (2004, 6), um ihren Bildungs- und Berufswerdegang verstärkt selbst in die Hand nehmen zu können.

Das geplante Forschungsprojekt konzentriert sich auf eine spezifische Zielgruppe dieser Bildungsberatung: auf erwachsene Frauen und Männer mit Migrationshintergrund in Deutschland, auf ihre Nutzungsinteressen und ihren Bedarf an Bildungsberatung. Durch das neue Zuwanderungsgesetz gewinnt die Aufgabe der Bildungsberatung für Migrantinnen und Migranten im Anschluss an die verpflichtenden Sprachkurse erheblich an Bedeutung. Um nach diesen Sprachkursen durch „bedarfsgerechte Bildungsangebote“ Chancengleichheit zu fördern, appelliert die Bund-Länder-Kommission (BLK) an eine „individuelle Bildungsberatung“ (BLK 2004). Definiert wird diese Bildungsberatung als Teil von Weiterbildung. Sie soll „Bildungsdefizite abbauen und die Ergänzung und Erweiterung vorhandener oder den Erwerb neuer Kenntnisse, Fähigkeiten und Qualifikationen ermöglichen und zu eigenverantwortlichem und selbstbestimmtem Handeln im privaten und öffentlichen Leben sowie zur Mitwirkung und Mitverantwortung befähigen“ (ebd.).

Während zur Angebotsseite von Bildungsberatung bereits umfassende Analyen vorliegen (BMBF 2007), gibt es bisher kaum empirische Erkenntnisse zum tatsächlichen Beratungsbedarf der NutzerInnen. Das geplante Forschungsprojekt konzentriert sich auf den potentiellen Beratungsbedarf von Migrantinnen und Migranten in Bezug auf ihre Gestaltungsmöglichkeiten von Bildungs- und Beschäftigungswegen. Welche Motive haben sie, dabei professionelle Beratung in Anspruch zu nehmen oder dies auch gerade nicht zu tun?

Das Projekt schließt an bisherige Forschungsarbeiten zum berufsbezogenen Beratungsbedarf der Projektleiterin an und erweitert sie (Siller 2008). 

Projektleitung:

Prof. Dr. Gertrud Siller

Projektmitarbeiter/-innen:

Wissenschaftliche Hilfskraft; Projektgruppe von Studierenden des Bachelor Soziale Arbeit

Kooperationspartner:

Deutsche Gesellschaft für Supervision (DGSv)

Fördernde Institution:

Fachhochschule Bielefeld

Projektstand:

Beginn: Mai 2011

Voraussichtlicher Abschluss:

Dezember 2012

Möglichkeiten der Mitarbeit von MA-Studierenden:

1. Studierende mit thematisch ähnlich gelagerten Themen können ihre Arbeiten in der Projektgruppe diskutieren.

2. Das Projekt ist methodologisch qualitativ ausgerichtet. Es besteht die Möglichkeit, die Arbeit mit offenen Leitfadeninterviews kennen zu lernen und eigene Vorhaben damit zu verknüpfen.

Infos/Kontakt:

Prof. Dr. Gertrud Siller

gertrud.siller@fh-bielefelde.de