09.07.2018

Junge Ideen fürs Digitalzeitalter

Kooperation: Studierende der Technischen Universität aus Istanbul entwickeln als Teilnehmer der „Summer School" der Fachhochschule Bielefeld für Miele innovative Ansätze für Controlling und Personalbereich.

Bielefeld. Welche Veränderungen sind in den Bereichen Human Ressources und Controlling nötig, um die bevorstehenden Herausforderungen der Digitalisierung zu meistern? 25 Studierende aus dem Bereich Wirtschaftswissenschaften der Türkisch­ Deutschen Universität in Istanbul (TDU) entwickelten jetzt für Miele dazu im Rahmen der „Summer School" innovative   Ideen und präsentierten sie Vertretern des Traditionsunternehmens. In anderthalb Tagen haben die Studierenden in fünf Gruppen konkrete Fragestellungen, die sie von Miele als Aufgabenstellung bekommen haben, bearbeitet: Welche Grundkompetenzen sind für die Digitalisierung notwendig? Welche Rolle spielen die Fachbereiche Human Ressources und Controlling im digitalen Zeitalter, welche Zukunftsszenarien sind denkbar und welche Trends gibt es? Controlling ohne Controller?, haben sich die Studieren­ den gefragt. Wird die künstliche Intelligenz  zukünftig Entscheidungen treffen? ,,Nein, lediglich die riesige Menge an Daten verwalten", sagt Riza Öztürk, Professor für Wirtschaftswissenschaften an der Fachhochschule Bielefeld und einer der Initiatoren und Betreuer der „Summer School". „Die Controller der Zukunft sind dann nicht mehr Zahlentüftler allein in ihrem Büro, sondern interne Unternehmensberater."

Eine „MieApp", in der sich alle rund 19.000 Miele Mitarbeiter weltweit vernetzen können, ist ein Vorschlag der Studierenden für den Personalbereich. Und ein Armband mit Chip, das persönliche Werte wie Herzschlag und Schlaf misst und helfen soll, Arbeitsbelastung zu steuern und Stress zu reduzieren. Dabei wurden auch kulturelle Unterschiede deutlich: Datenschutz-Bedenken gibt's da bei den Studierenden aus der Türkei nicht. „Die Studierenden haben interessante Aspekte aufgezeigt", sagt Nicola Bergmann, bei Miele für Personal- und Organisationsentwicklung zu­ ständig. In ihrem Bereich sei die Frage relevant, welche neuen Kompetenzen im digitalen Zeitalter benötigt werden, inwieweit sich hierbei Schwerpunkte verlagern und mit welchen Instrumenten und (neuen) Lernformen diese dann entwickelt werden können. Lernen im digitalen Zeitalter ist mehr als klassisches E­Learning , so eine Botschaft der Studierenden. Eine weitere wichtige Facette war die Mitarbeiterbindung, die in Kombination mit einem gleichzeitig größer werdenden Anspruch an Individualisierung an Bedeutung gewinnt.

,,Mich hat die schnelle Auffassungsgabe und die sprachliche Kompetenz der Teilnehmer sehr beeindruckt", ergänzt Öztürk. Die ausgearbeiteten Ideen seien sehr strukturiert und kreativ. Die Studierenden hätten in der „Summer School" selbst genau die Kompetenzen bewiesen, die im digitalen Zeitalter gefragt sind.

Zehn  Jahre  „Summer School"     

  • Seit zehn Jahren veranstaltet die Fachhochschule Bielefeld jährlich die „Summer School", einen mehrwöchigen Austausch für Studierende und Lehrende aus den USA, Kanada, Mexiko, Jordanien, Indien, Südkorea, Frankreich, Ungarn, Finnland, der Türkei, Italien, Polen, Tschechien, Spanien, Portugal, den Niederlanden und der Schweiz.
  • Die Theorie wird mit Praxis und Kultur verbunden, es gibt Besichtigungen bei Unternehmen und Fahrten in Metropolen wie Frankfurt (Börse), Berlin (Bundestag) und Rotterdam (Europäischer Gerichtshof).
  • Im Rahmen der Kooperation mit der TDU Istanbul war es die erste gemeinsame „Summer School".

Neue Westfälische, [09.07.2018]. Texte und Fotos aus der Neuen Westfälischen sind urheberrechtlich geschützt. Weiterverwendung nur mit schriftlicher Genehmigung der Redaktion.