FH Bielefeld
University of
Applied Sciences

Stationäre Telepräsenzberatung im ländlichen Raum (STellaR)

Videoberatung, Blended Counseling, Öffentliche Daseinsvorsorge, Smart Rural, Ländlicher Raum, Digitalisierung Sozialer Arbeit, telemediale Dokumentenbearbeitung, Digital Twins, Dokumentenevolution, Shared-Documents, Mixed-Reality Dokumente, Blockchain

Fachhochschule Bielefeld   
Fachbereich Sozialwesen
Interaktion 1
33619 Bielefeld

Projektbeteiligung

AWO Unterbezirk Hagen-Märkischer Kreis
Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (BAGFW) e.V.
Caritasverband für das Bistum Magdeburg e.V
Deutscher Caritasverband e.V.
Universität Trier (Prof. Dr. Marc Weinhardt)

Laufzeit
1.9.2020 – 31.8.2024

Projektförderung

 

bmbf Logo 2011

   

BMBF Forschung an Fachhochschulen 2015


gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung
im Rahmen des Förderprogramms Forschung an Fachhochschulen
Förderkennzeichen: 13FH034SX8

Kurzbeschreibung

Soziale Arbeit muss auch in ländlichen Gebieten Beratung anbieten, ist aber oft nicht vor Ort. Reiseaufwand, Einschränkungen (z.B. Behinderung) oder fehlende finanzielle Mittel erschweren oder verhindern dann den Zugang und bestehende Bedarfe werden nicht gedeckt. Onlineberatung kann hier helfen, muss jedoch an die Bedürfnisse vulnerabler Gruppen angepasst werden. Fehlende technische Ausstattung und Nutzungskompetenz dürfen nicht zu sekundärem Ausschluss führen. STellaR erweitert bestehende Infrastruktur (z.B. Familienzentren) um einen speziell ausgerüsteten Raum, der Video-Beratung durch ortsabwesende Fachkräfte Sozialer Arbeit ermöglicht. Anforderungen sozialer Beratungsangebote werden im Projekt gemeinsam mit der Modellierung technischer Anforderungen beforscht.

Beratungsszenario mit STellaR


Soziale Beratung bewegt sich in einem rechtlich-administrativem Kontext, in dem der Bearbeitung von Dokumenten (Anträge, Dokumentationen, Urkunden etc.) eine große Rolle zukommt. Es gibt Bereiche wie die Schuldnerberatung, bei denen dies ein zentraler Beratungsgegenstand ist. In einem telemedialen Setting muss der Prozess der Bearbeitung verschiedener Dokumente technisch sicher abgebildet werden. STellaR erforscht und entwickelt die Instrumente und Verfahren, mit denen Papierdokumente, ihre digitale Repräsentation/digital Twin und deren Bearbeitungszustände an unterschiedlichen Orten und Zeiten konsistent gehalten werden können.

Die Entwicklung von STellaR folgt aktuellen Ansätzen ‘integrierter Forschung’, denen eine fortlaufende enge Verzahnung von technischer Entwicklung und Forschung zu den ethischen, rechtlichen und sozialen Implikationen (ELSI) zu Grunde liegt. Zur Bearbeitung der Forschungsfragen kommt ein Mixed-Methods-Ansatz zum Einsatz. Die Erprobung erfolgt in Kooperation mit Beratungseinrichtungen der AWO und der Caritas. Die Einbindung der Zielgruppen erfolgt über mehrstufige CoCreation-Workshops. In ihnen sollen zukünftige STellaR-Beratungsprozessmodelle für die Videoberatung mit Dokumentenbearbeitung entwickelt und die zugehörigen Gelingensfaktoren und potenzielle Schwierigkeiten gemeinsam mit interessierten Personen diskutiert werden.

Prozess der Dokumentenerfassung und Augmentierung und digitalen Representation


Prof. Seelmeyer untersucht die organisationalen und strukturellen Aspekte der digitalen, bzw. hybriden Dienstleistungserbringung und deren Einfluss auf die Versorgungsqualität im ländlichen Raum; er verantwortet zudem die Evaluation der Erprobung. Prof. Becking entwickelt die erforderlichen technischen Komponenten für die Telepräsenzberatung (Videoberatung, Dokumentenbearbeitung über Augmentierung und "Digital Twins”) und stellt deren Betrieb im Projekt sicher. Die Universität Trier ist über einen Unterauftrag eingebunden: Prof. Weinhardt bringt dort seine Expertise zu psychosozialer Beratung - auch in digitalen Formaten - ein und befasst sich insbesondere mit konzeptionellen Fragen zur Ausgestaltung der Telepräsenzberatung, deren Einbettung in (blended) Beratungsprozesse sowie mit Fragen der Qualifizierung von Berater*innen. Die Projektergebnisse werden mit Unterstützung der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (BAGFW) e.V. sozialen Einrichtungen bundesweit vorgestellt und zugänglich gemacht und sollen auch auf Beratung in anderen Branchen übertragbar sein.