Dialogische Praxisforschung in Arbeitsfeldern von Sozialer Arbeit und Pädagogik der Kindheit

Praxisentwicklungsforschung, Dialogik, Dialogisches Denken, Dialogische Kompetenz

 

Fachhochschule Bielefeld
Fachbereich Sozialwesen
Kurt-Schumacher-Str. 6
33615 Bielefeld

Projektleitung
Prof. Dr. Cornelia Muth, FB4
Tel.: 0521-1067801, cornelia.muth@fh-bielefeld.de

Vertretung
Christiane Möcker, FB4
Tel.: 0521-1067832, christiane.moecker@fh-bielefeld.de

Projektbeteiligung

  1. Kindertagesstätte Ubbedissen des Arbeiterwohlfahrtsverbandes Ostwestfalen-Lippe,
  2. Offene Ganztagsgrundschule der Bierpohlschule in Minden,
  3. Offene Ganztagsgrundschule der Eichendorffschule in Bielefeld,
  4. Berufsförderzentrum Gütersloh - Kolping-Bildungszentren Ostwestfalen gem. GmbH mit den Offenen Ganztagsgrundschulen Neißeweg und Blankenhagen,
  5. Tagesgruppe Halle der Jugendhilfe der Stiftung Bethel,

das Zentrum täglicher Betreuung in Valdiva in der Trägerschaft des chilenischen Lutherischen Hilfswerk Hogar Luterano

Laufzeit
WS 2012 bis SoSe 2014

Kurzbeschreibung
Dialoge in sozialen Einrichtungen.
Professorin Dr. Cornelia Muth vom Fachbereich Sozialwesen stellte am Dienstag, 21. Oktober, das neue Buch einer Reihe zur Dialogischen Praxisforschung vor. Die dialogische Haltung ist eine Theorie des Philosophen Martin Buber, der das Verhältnis von Menschen untereinander als einen nicht nur sprachlich geführten Dialog ausführt. Die Beiträge des Buches "Ein Wegweiser zur dialogischen Haltung" beruhen auf Erfahrungen, die Studierende der FH Bielefeld in der Praxis gesammelt haben. Sie sind im Rahmen eines Praxisprojektes oder ihrer Bachelorarbeit in Kindertagesstätten, Offenen Ganztagsschulen und Einrichtungen der Jugendhilfe in Ostwestfalen gegangen, um dort die Kommunikation zwischen Erziehern und Eltern, innerhalb des Teams oder das Verhältnis zwischen Pädagogen und Kindern dialogisch zu erforschen.

Dialogisch forschen bedeutet zuzuhören, viele Fragen zu stellen und die eigenen Gefühle zu beschreiben, um nur einige der Instrumente zu benennen. Wichtig ist vor allem: sich auf den anderen einzulassen. "Das ist genau das Paradoxon der Sozialen Arbeit: Wir wollen Menschen ändern, müssen dabei aber akzeptieren, dass sie für die Veränderung selbst verantwortlich sind", erklärte Cornelia Muth. Dass aller Anfang schwer ist, mussten auch die Studierenden während der Erhebungsphase feststellen. "Vor allem viel es schwer, die Erwartungshaltung abzulegen. Am Anfang habe ich mich immer gefragt: Was ist das Ziel? Was soll am Ende herauskommen? Ich habe mich wie auf einer Reise ins Ungewisse gefühlt", berichtete Studentin Lara Schlenkhoff. Denn die dialogische Forschung gibt weder einen Weg noch Grenzen vor. Die Studierenden gingen in die Praxis, schauten, welche Bedingungen sie dort vorfanden und wählten erst anschließend ihren Forschungsschwerpunkt. Dabei muss grundsätzlich jeder dialogische Forscher seinen eigenen Weg finden. "Der Dialog ist ein Mittsein im Leben der Menschen. Es geht auch darum, die Begrenztheit des eigenen Ichs zu erkennen und dass man nur weiterkommt, wenn man sich mit anderen austauscht", sagte Cornelia Muth. Denn ein Dialog kann weder erzwungen noch kontrolliert werden. Gerade deshalb sind sich Professorin und Studierende einig, seien für diese intensive und tiefgehende Art von Kommunikation ausreichend Zeit und eine angenehme Atmosphäre äußert wichtig.