Die bildliche Darstellung von Prostituierten als Bild des "Anderen" in der Gesellschaft

 Fotografie, Frauenforschung, Ausstellung

 

Fachhochschule Bielefeld
Fachbereich Gestaltung
Lampingstr. 3
33615 Bielefeld

 

Projektleitung
Prof. Katharina Bosse, FB 1 - Gestaltung,
Lehrgebiet: künstlerische Fotografie
katharina.bosse@fh-bielefeld.de

 

Laufzeit
2009-2011

Projektfördererung
Fachhochschule Bielefeld
VG Bild-Kunst

Kurzbeschreibung
Die Prostituierte gilt als Repräsentantin eines als schändlich betrachteten Gewerbes. "Hure" ist jedoch nicht nur eine von einigen Prostituierten selbst gewählte Berufsbezeichnung, es ist auch ein in der Gesellschaft gängiges Schimpfwort, mit dem Frauen belegt werden, die sich gesellschaftlichen Keuschheits- und anderen Normen widersetzen, oder von denen man dieses vermutet.
Gleichzeitig scheint dieses vom Mainstream abgespaltene, negativ belegte, Frauenbild eine große Faszination auszuüben, was sich aus zahlreichen Darstellungen im Bereich der Kunst und Literatur, aber auch der Mode, ableiten lässt.
In diesem Projekt wird die Konstruktion des Bildes von Prostituierten in der Fotografie untersucht.
Die These, wonach sowohl der Voyeurismus als auch die Konstruktion der Frau als abgespaltenes Objekt der Begierde aus der Darstellung von Prostituierten nicht wegzudenken ist, führt zu einer sich dem Klischee widersetzenden Bildserie. Es werden Bilder erstellt, die gängige Stereotypen dekonstruieren oder unterwandern, und z.B. Prostituierte in unauffälliger Garderobe als Frauen im Alltag, ohne das Stigma ihres Berufes, zeigen. Ein zweiter Teil des Projekts befasst sich mit dem architektonischen Wandel des beruflichen Umfelds und der sich darin wiederspiegelnden gesellschaftlichen Einschätzung der Prostitution in Deutschland.

Veröffentlichungen
2 Seitige Veröffentlichung in dem Buch "Ein Tag Deutschland", dpunkt Verlag, Heidelberg, 2010