FH Bielefeld
University of
Applied Sciences
26.09.2019

31 Minuten mit: Niclas Horstmann aus der Mode

- Interview mit Niclas Horstmann

Niclas Horstmann studiert im dritten Semester Mode an der FH Bielefeld. In einem kurzen Interview mit ihm, möchte ich mehr über seinen bisherigen Weg erfahren, wie er zu seinem Modestudium kam und was ihn daran fasziniert. Für unser Gespräch verabredeten wir uns an einem sonnigen Tag am Kesselbrink in Bielefeld.

von Dan Krieger

Das Foto zeigt Niclas Horstmann

Wie bist du auf das Studium aufmerksam geworden und was hat dich dazu bewegt Mode zu studieren?

Ich habe zuerst eine Ausbildung im grafischen Bereich angefangen, aber schon während eines Praktikums, in dem ich jeden Tag acht Stunden am Computer saß, merkte ich, dass es mich auf Dauer nicht glücklich machen wird. Als der Entschluss feststand, dass ich meine Ausbildung für ein Studium abbreche, erinnerte ich mich an den Tag der offenen Tür an der FH. Mode hat mich schon immer interessiert. Es war dann nur die Frage, wo ich studieren werde. Bielefeld oder Berlin? Da ich aus Minden komme, viele Freunde in der Gegend hier habe und Bielefeld auch günstiger ist, als Berlin, entschied ich mich dafür.

 

Wie lief der Bewerbungsprozess an der FH ab und kam deine Mappe sofort gut an?

Ja, nachdem ich erfahren habe, dass meine Mappe gut ankam, ging es am nächsten Tag weiter. Wir hatten zuerst einen Zettel mit schriftlichen Aufgaben. Da sollten Fragen beantwortet werden, z.B. zu den eigenen Lieblingsdesignern oder warum man Mode studieren möchte. Danach sollten wir uns ein Objekt aus der FH aussuchen und das an eine Schneiderbüste bringen. Interessant war, dass jeder die Aufgabe anders interpretierte.

 

Hast du denn Vorbilder in der Mode und was hat dich inspiriert?

Richtige Vorbilder in der Mode habe ich nicht. Mich hat einfach das Ganze interessiert. Ich habe schon früher alles in dem Bereich selber ausprobiert, selber entworfen und genäht. Da waren das Internet und Seiten wie Tumblr und Instagram schon sehr einflussreich.

 

Hattest du schon damals eine eigene Nähmaschine?

Ja, ich habe sie noch mit meiner Mutter geteilt. Aber das meiste habe ich mir selber beigebracht.

 

Und wie ist es an der FH, können dort alle Studierenden gleichzeitig arbeiten oder müsst ihr euch absprechen?

Kurz vor den Prüfungen sind fast alle Nähmaschinen besetzt. Es funktionieren auch nie alle. Aber bis jetzt hat alles gut geklappt. Die meisten besitzen ja eine eigene, auf die sie ausweichen können.

 

Müssen Modestudierende ihre Materialien selber bezahlen?

Das Modestudium ist teuer. Allein schon die ganzen Materialien, die man am Anfang braucht. Neben einer Nähmaschine, braucht man theoretisch auch eine eigene Schneidebüste, wenn man nicht ständig in der FH arbeiten will. Dazu kommen Scheren, Lineale und ständig neue Stoffe.

 

Wie lange sitzt man an einem Kleidungsstück? Gab es schon einmal Nächte, die du durchmachen musstest?

Es ist sehr unterschiedlich. Ich musste zum Glück noch keine Nacht durcharbeiten, aber einige Kommilitonen saßen schon den ganzen Tag bis in die Nacht an ihrer Arbeit. Insgesamt dauert der ganze Prozess vom Schnitt machen, den Stoff schneiden und anschließend das Nähen ungefähr zwei bis drei Tage.

 

Welche Schritte dieses Prozesses magst du besonders und welche nicht?

Ich mag das Illustrieren momentan am meisten, weil ich vorher keine Schneiderausbildung gemacht habe und wenige Kenntnisse hatte. Und gerade der Schnitt ist das Komplizierteste an der ganzen Sache. Am allermeisten freut man sich jedoch, wenn alles fertig ist und man mit einem Fotograf und Model die Bilder dazu anfertigt.   

 

Was wünschst du dir für die Zeit nach dem Studium? Würdest du gerne für andere arbeiten oder selbstständig sein?

Ich kann es noch nicht beantworten. Selbstständigkeit ist natürlich gut, aber auch sehr riskant. Die Modebranche ist groß und man wird sehen, wo man landet. In die kreative Richtung wird aber meine Arbeit auf jeden Fall gehen.