FH Bielefeld
University of
Applied Sciences
26.09.2019

31 Minuten mit: Rebecca Luft aus der Fotografie

- Interview mit Rebecca Luft

Rebecca Luft studiert genau wie ich im fünften Semester Fotografie und Medien an der FH Bielefeld. Ich verabrede mich mit ihr zu einem kleinen Interview, um mehr über ihren bisherigen Weg zu erfahren, wie sie zur Fotografie und dem Studium kam und was sie daran fasziniert. Für unser Gespräch setzten wir uns an einem sonnigen Nachmittag für 31 Minuten in den Bürgerpark.

von Dan Krieger

Das Foto zeigt Rebecca Luft

Wie bist du zu der Fotografie gekommen?

Ich fotografiere seitdem ich 13 bin. Meine Fotos sind in meiner Umgebung gut angekommen. Angefangen habe ich damals mit Selbstporträts. Danach folgten schnell Porträts von anderen Leuten. Ich habe mich eine Zeit lang in vielen Bereichen versucht und gemerkt, dass z.B. Hochzeitsfotografie nicht das ist, was ich machen möchte. Landschaften waren auch nicht mein Ding, deshalb habe ich mich schon früh mit der Modefotografie auseinander gesetzt.

 

In der Modefotografie kannst du dich wahrscheinlich kreativer entfalten, als mit gestellten Hochzeitsbildern, oder?

Genau. Ich denke, als Künstler merkt man, dass man auch nicht unbedingt in der Wirtschaft arbeiten will, deshalb hatte ich nach meinem Fachabitur an einem Wirtschaftsgymnasium erst einmal eine Selbstfindungsphase, in der ich in verschiedenen Bereichen gearbeitet habe. Sei es in der Gastronomie oder in der Produktion, Hauptsache etwas Neues ausprobieren.

 

Und wie bist du zu dem Entschluss gekommen, ein Fotografiestudium anzufangen?

Eine Freundin, die ebenfalls fotografiert, hat mir damals erzählt, dass man Fotografie in Bielefeld studieren kann. Wir sind zusammen an einem Infotag in die FH gegangen. Es wurden viele experimentelle Sachen gezeigt. Meine Freundin merkte dabei, dass das Studium doch nichts für sie ist. Ich fand es jedoch sehr interessant und wollte mehr erfahren.

 

Hast du dich dann sofort mit einer Mappe beworben?

Ja genau, ich hatte zwar nicht so vielfältige Fotoserien, da ich ausschließlich Porträts von anderen Menschen mache, aber ich hatte Glück und wurde gerade noch so angenommen.

 

Dein Schwerpunkt liegt ja in der Modefotografie, hast du überlegt als Alternative Mode zu studieren?

Meine Mutter ist gelernte Schneiderin, wodurch ich schon früh eine Leidenschaft für Mode entwickelt habe. Ich war schon immer modeinteressiert und habe auch viele Designs in meinem Kopf. Dennoch möchte ich die nicht wirklich umsetzen und bleibe lieber bei der Fotografie.

 

In welche Richtung geht deine Fotografie, wenn du nicht Mode fotografierst?

Meine Arbeiten beziehen sich hauptsächlich auf Menschen, daher mache ich viele Porträts. Ich habe aber auch bei einer Veranstaltung einen afrikanischen Chor fotografiert. Experimentelle Sachen sind mir aber nicht so gut gelungen.

 

Werden deine Bilder von dir nachträglich bearbeitet?

Ich arbeite mit Models, die natürlich auch perfekt aussehen wollen. Es sind auch keine Spontanaufnahmen, sonder meist inszenierte. Daher verbringe ich gerne Zeit, um mir die Bilder genauer anzuschauen und Kleinigkeiten auszubessern.

 

Anders, als in der Dokumentarfotografie, in der man alles sehr natürlich lässt.

Genau, da zeigt man verschiedene Menschen und echte Situationen. Die meisten meiner Models wollen aber nur das Beste von sich zeigen. Besonders bei Beauty-Fotos muss vieles perfektioniert werden.

 

Du fährst sehr oft nach Berlin. Ist die Stadt für dich interessanter als beispielsweise Bielefeld?

Ich finde, Berlin hat sehr viele interessante Menschen, die sich trauen ihre eigene Vielfältigkeit zu zeigen. In Bielefeld sind die meisten eher in sich geschlossen.

 

Würdest du nach dem Studium in die Hauptstadt ziehen?

Ich denke nicht. Ich habe zwar öfter Jobs in Berlin und viele Freunde, die ich dort kennengelernt habe, aber ich könnte da niemals wohnen. Dafür ist mir der Trubel zu viel. In Berlin hat man immer etwas zu tun, dort wird es nie langweilig. Deshalb genieße ich es, wenn ich wieder zurück in der Heimat bin. Hier habe ich meinen Freund und meine Familie und fühle mich wohl.

 

Nächstes Jahr möchtest du für ein Semester nach Korea gehen. Siehst du es als Herausforderung?

Ich beschäftige mich schon länger mit der koreanischen Kultur und finde sie sehr vielfältig. Ich denke, das Land ist uns in vielen Bereichen einen Schritt voraus. Die koreanische Austauschstudentin, die momentan in Bielefeld ist, musste sich zum Beispiel daran gewöhnen, dass wir Schlüssel für unsere Türen benutzen und dass nicht alles digital abläuft. Das wird mein erster Besuch in Korea sein und ich freue mich natürlich schon sehr auf das Auslandssemester.

 

Einige von Rebeccas Arbeiten findet man auf instagram.com/rebeccairphoto