FH Bielefeld
University of
Applied Sciences
06.06.2019

»Ich könnte mir auch vorstellen im illustrativen Bereich zu arbeiten«

-Interview mit Sabrina Tasche(

(2/3) In der Serie zum Thema »Studium und Arbeit« werden Studierende des Fachbereichs Gestaltung vorgestellt, die von ihren beruflichen Erfahrungen während des Studiums berichten: dieses Mal Sabrina Tasche.

 

Das Foto zeigt Sabrina Tasche  während Auslandssemesters

Von Adolina Hormann

 

Sabrina Tasche studiert am Fachbereich Gestaltung im Bachelor in der Studienrichtung Grafik und Kommunikationsdesign im 6. Semester. Derzeit macht sie ein Auslandsemester in Schottland. Vor dem Studium absolvierte sie eine Ausbildung zur Gestaltungstechnischen Assistentin (GTA) und arbeitet seit dem 4. Semester in einer größeren Firma in der Grafikabteilung.

 

Sabrina, kannst du dich noch an deinen ersten Job erinnern?

Ja klar, ich habe wie viele andere auch in der Gastronomie gearbeitet, mich aber recht schnell dazu entschieden, einen Job zu suchen, der etwas mit meinem Studium oder im weitesten Sinne etwas mit Gestaltung zu tun hat. Eine Bekannte, die in der Firma in der Redaktion arbeitet und mit der Grafikabteilung zu tun hat, hat mir den Job vermittelt. Eigentlich wollte ich gern als Werkstudentin dort arbeiten. Da dies aber nicht möglich war, habe ich mich für einen Minijob beworben. Hauptsächlich ging es mir darum, Erfahrung zu sammeln und mir nebenbei ein wenig Geld dazu zu verdienen.

 

Wie ging es dir mit der Bewerbung?

Ich habe meine Bewerbung persönlich in der Firma eingereicht und konnte mir so direkt einen ersten Eindruck verschaffen. Allein schon weil die Firma so groß ist, war ich nervös vor dem Gespräch. Auch wenn ich nur grob wusste, was mich bei der Arbeit erwarten könnte, beschäftigte ich mich im Vorfeld nicht so viel damit, was vielleicht gefragt werden könnte. Diesen Fehler habe ich einmal gemacht und meine Antworten vorher fast auswendig gelernt, so dass ich während des Bewerbungsgesprächs nicht authentisch wirken konnte und ständig überlegen musste, was ich mir zu welcher Frage aufgeschrieben hatte. In meinem Fall war das Portfolio, auch wenn man für einen gestalterischen Beruf ein Portfolio haben sollte, für die Bewerbung auch nicht so wichtig. Ich sollte mich gut mit den Programmen auskennen und da ich Gestaltung, speziell Grafik- und Kommunikationsdesign studiere, sind Sie auch davon ausgegangen, dass ich weiß wie man beispielsweise Flyer gestaltet. Trotzdem habe ich meine Arbeiten aus dem Studium für das Bewerbungsgespräch zusammengestellt und mitgenommen. Das Bewerbungsgespräch ist sehr positiv verlaufen. Es war eine sehr freundliche und lockere Unterhaltung. Und schließlich habe ich eine Zusage bekommen, was natürlich super war. Vor meinem ersten Arbeitstag hatte ich deshalb auch keine Angst. Ich habe mich vielmehr darauf gefreut.

 

Ist deine Arbeit mit dem Studium gut zu vereinbaren oder hast du Schwierigkeiten damit zum Beispiel deine Projekte zu bearbeiten und Prüfungstermine einzuhalten?

Meine Arbeit in der Firma variiert je nach dem wie stressig das Studium und wie viel Arbeit für mich vorhanden ist. Das heißt, dass ich zum Beispiel während der Prüfungsphasen dort weniger mache und in den Semesterferien mehr. Da ich zudem als Aushilfe arbeite, ist es nicht ganz so schlimm wenn ich nicht immer da bin. Die anderen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter übernehmen dann, für den Fall, meine Aufgaben. Meist besprechen wir uns aber im Vorfeld über die Zeiten und planen gemeinsam, so dass sich Studium und Arbeit auf jeden Fall gut miteinander vereinbaren lassen. Aber ich muss auch dazu erwähnen, dass ich mir meine Kurse schon so aussuche und plane, dass ich immer einen vollen Tag zum Arbeiten frei habe und auch genügend Zeit für das Studium bleibt. 

 

Welche Aufgaben übernimmst du in der Grafikabteilung und wie sehr kannst du dich selbst mit einbringen?

Ich hatte keine wirklichen Erwartungen was meine Aufgabenbereiche betraf. Ich wollte erstmal etwas ausprobieren um zu sehen ob ich mir das für meine Zukunft vorstellen könnte. Ich denke, man sollte vor allem während des Studiums so viel Erfahrung wie möglich sammeln, um sich auf das spätere Berufsleben vorzubereiten, und um herauszufinden, was man nach dem Studium wirklich machen möchte. Da ich als Aushilfe arbeite, variieren meine Aufgabenbereiche je nach Bedarf. Wir gestalten dort beispielsweise Beilagen und Social Media-Werbung für die Firma. Auch die eigene Website muss gepflegt werden. Ich arbeite hauptsächlich für den Social Media-Bereich und erstelle beispielsweise die Posts für Facebook und Instagram. Nebenbei bearbeite ich Bilder für die Homepage und erstelle Plakate und Banner für die Printmedien. Da die Firma bereits eine Corporate Identity hat, gilt es sich bei der Gestaltung an gewisse Vorgaben zu halten, daher sind meine eigenen Ideen seltener gefragt. Sofern die Gestaltung aber zum Corporate Design der Firma passt, kann ich meine eigene Kreativität noch mehr mit einbringen.

 

Gerade bist du ja im Ausland und kannst deshalb wahrscheinlich nicht für die Firma arbeiten. Da du aber bis kurz vor deinem Auslandssemester noch dort gearbeitet hast gehe ich mal davon aus, dass es dir dort gut gefallen hat. Wirst du nach deinen Erfahrungen im Ausland weiterhin dort arbeiten oder hast du andere Pläne für die Zukunft?

Nach meinem Auslandssemester werde ich in der Firma direkt auf  450,- Euro-Basis weiter arbeiten. Eventuell besteht auch die Möglichkeit, dass die Firma mich nach dem Studium übernimmt. Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob ich das auch möchte, denn für das, was ich aktuell dort mache, hätte auch meine Ausbildung gereicht. Die Grafikabteilung entwickelt sich jedoch immer weiter, so dass ich mal schauen muss, was sich da noch für Möglichkeiten ergeben. Was meine weitere Zukunft angeht, bin ich mir nicht ganz sicher, ob ich nach meinem Bachelorabschluss noch den Master machen möchte oder nicht. Aber ich tendiere aktuell dazu einen Master zu machen.

 

Gibt es schon neue Ideen?

Bereits vor dem Auslandssemester habe ich mich damit beschäftigt, ob ich mich noch in eine andere Richtung wie Medieninformatik weiterbilden möchte: dass ich also nicht nur gestalten kann, sondern auch über technische Fähigkeiten verfüge. Während ich jetzt im Ausland bin, geht mein Studium eher in Richtung Kunst als Design. Auch wenn es Spaß macht und interessant ist, sich in anderen Bereichen umzuschauen, war es anfangs etwas ungewohnt für mich, weil ich gerne zeichne, aber Kunst nicht unbedingt studieren würde wollen. Ich könnte mir auch vorstellen im illustrativen Bereich zu arbeiten, finde den Gedanken jedoch schwierig, da man sich vermutlich eher selbständig machen müsste und mir das momentan noch zu unsicher erscheint.

 

Was steht als nächstes an?

Mitte Juni endet schon mein Auslandssemester, so dass ich im 7. Semester auf jeden Fall meine Bachelorarbeit schreiben möchte und mir somit bis zum Ende noch ein wenig Zeit bleibt darüber nachzudenken, welchen der Wege ich nun wirklich gehen möchte.

 

Über Sabrina Tasche: Sabrina Tasche ist 22 Jahre alt und studiert seit dem Wintersemester 2016 am Fachbereich Gestaltung in der Studienrichtung Grafik und Kommunikationsdesign. Vor dem Studium absolvierte sie eine Ausbildung zur Gestaltungstechnischen Assistentin (GTA).

 
Über die Autorin:

Adolina Hormann studiert Grafik und Kommunikationsdesign am Fachbereich Gestaltung im sechsten Semester. Ihre eigenen Berufserfahrungen brachten sie auf die Idee, Interviews mit anderen Studierenden des Fachbereichs zum Thema Studium und Arbeit zu führen.