FH Bielefeld
University of
Applied Sciences
13.01.2011

FH-Modenschau „30 Seconds of Fame“

46 Modestudierende, darunter 17 Absolventinnen und Absolventen der Diplom-, Master- und Bachelorstudiengänge am Fachbereich Gestaltung, stellten gestern im Ringlokschuppen insgesamt 167 Modelle dem Publikum vor.

13.01.2011

FH-Modenschau „30 Seconds of Fame“

46 Modestudierende, darunter 17 Absolventinnen und Absolventen der Diplom-, Master- und Bachelorstudiengänge am Fachbereich Gestaltung, stellten gestern im Ringlokschuppen insgesamt 167 Modelle dem Publikum vor.

Pascal Niebuhr - Marcosandmarjan

40-Zentimeter-Absätze, Zelt-Ponchos, Gardinenstangen am Hosenbund und ein Gürtel mit riesigen Metallbögen - Die Modenschau "30 Seconds of Fame" der Fachhochschule (FH) Bielefeld im Ringlokschuppen konnte mit jeder Menge Kuriositäten aufwarten. 46 Modestudentinnen und -studenten, darunter 17 Absolventinnen und Absolventen der Diplom-, Master- und Bachelorstudiengänge, stellten gestern insgesamt 167 Modelle dem Publikum vor.

Rund 750 Modeinteressierte spendeten begeistert Applaus als die ersten Models den Laufsteg betraten. Am Körper trugen sie Outfits von Tanja Kari. Die Bachelorabsolventin präsentierte in ihrer Kollektion "Dazwischen", die durch Professor Kai Dünhölter vom Fachbereich Gestaltung betreut wurde, außergewöhnliche Kreationen in Nude-Tönen und zarten Lachs-Farben. Der derbe Wollstoff, aus denen Kari Mäntel, Röcke und Hosen fertigt, reicht über die Grenzen der klassischen Schnittform hinaus, wodurch die Körper wie eingenäht wirken. Einen starken Kontrast zum festen Strick bilden leichte, fließende Stoffe. Mode wird bei Tanja Kari zum Kunstobjekt.

Einen experimentell verrückten Ansatz verfolgt auch Diplomand Michael Kippelt mit seiner Kollektion "Egotrip". Zu hämmernden Bässen schickt er seine Models mit farbenfrohen Entwürfen auf den Laufsteg. Gleich mit seinem ersten Outfit, einer grauen Jacke mit bunten Würfeln zur dunkelblauen Jeans, gewann er das Publikum für sich. Bunt, witzig, übertrieben - Diese Attribute trafen auch auf das Highlight der Kollektion zu: Einem schwarzen Business-Anzug mit dicken, pinken Wülsten am Revers des Sakkos und an den Außennähten der Hose.   

Ein wahrer Farbklecks war an dem Abend die Kollektion "Body Frequenz" von Diplomandin Elisabeth Große. So stellte sie dem Publikum einen lila-blauen Ganzkörper-Anzug in Batik-Optik vor. Den Applaus hatte sich das Model verdient, denn allein das Anziehen der hautengen Kreation war sicherlich ein kleines Kunststück. Die anderen Outfits der Modestudentin wussten durch übereinander geschichtete Stofflagen zu beeindrucken.

Für Erstaunen im Publikum sorgten aber nicht nur die Abschluss-Kollektionen, sondern auch die Semesterarbeiten "I am Image! Am I?" betreut durch Johannes Assig, "Frauenzimmer" und "Stilmode" betreut durch Professor Kai Dünhölter sowie "Kleid/Architektur/Kleid" betreut durch Professorin Willemina Hoenderken. Die angehenden Designerinnen und Designer ließen ihrer Fantasie freien Lauf und präsentierten Blusen und Kleider mit ausgepolsterten Schultern, Strickmäntel im XXL-Format und ein 1-Mann-Zelt, das sich zu zwei Regen-Ponchos mit Kapuzen im Helm-Look umwandeln lässt. Verwendung fanden auch Gardinenstangen, die der klassischen Buntfalte einen ganz neuen Glanz verleihen. Eine regelrechte Tortur mutete die Gruppe "Kleid/Architektur/Kleid" den Models zu, indem sie diese mit halsbrecherischen Schuhen auf den Laufsteg schickte. Riesige Metall- und Holzkeile riefen im Publikum bewundernde Blicke hervor. Selbst die Männer konnten sich nicht drücken und mussten auf 40-Zentimeter-Absätzen durchs Rampenlicht schreiten. Doch höher geht immer und so wurde eine Kreation auf Stelzen präsentiert.

Neben diesen ausgefallenen Entwürfen waren bei der diesjährigen Modenschau aber auch jede Menge tragbare Stücke zu sehen.

So präsentierte Ilona Block in ihrer Diplom-Kollektion "Velvet Lace", die durch Professorin Willemina Hoenderken betreut wurde, schicke, klassische Mode für stilbewusste Frauen. Zarte Stoffe mit romantischen Blumen-Motiven kombiniert sie mit schwerer Wolle und schillernden Metallic-Effekten. Der Blickfang aller Outfits ist der Trenchcoat, der bei Block ein Comeback erfährt und mal klassisch elegant, mal verspielt romantisch und dann wieder locker leger daher kommt.

Rock´n´Roll bringt Diplomandin Julia Hess mit ihren Entwürfen zum Ausdruck. Sie selbst entstammt einer Musikerfamilie und möchte mit ihrer Kollektion zur Moderevolte aufrufen. Und tatsächlich entführen halbtransparente Kleider und Blusen mit großformatigen Aufdrucken, Blazer und Kleider aus schwarzem Samt und ein wallendes Kleid in zartem Lila in eine Zeit, in der die Rolling Stones das Lebensgefühl einer ganzen Jugendgeneration zum Ausdruck brachten.

Ein durchgehender Trend nahezu aller Kollektionen der Modenschau ist der Mix von zarten, fließenden, halbtransparenten Stoffen und groben Materialien wie Wolle und Leder. Auffällig ist auch die Dominanz von gedeckten Farben wie Schwarz, Grau oder Braun, die mit Nude-Tönen wie Creme, Beige, Rosé oder Taupe kombiniert werden.

 

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Eindrücke der Gäste

"Mir hat die Modenschau sehr gut gefallen. Toll fand ich, dass Professor Deppner die Outfits zum Programm "Stilmode" kommentiert hat. So versteht man den Hintergrund der Arbeiten viel besser und kann nachvollziehen, was der Künstler zum Ausdruck bringen möchte."
(Annette Lund-Barth)

"Ich bin begeistert von der Show. Vor allem die Models waren toll und haben eine bewundernswerte Leistung abgeliefert. Einige der Outfits hätte ich mir auch genau in der Form anfertigen lassen."
(Adelheid Kopitz)

"Ich habe schon viele Modenschauen der FH Bielefeld gesehen. Dieses Mal ist mir aufgefallen, dass wohl eine andere Generation an Studierenden nachrückt. Die Art der Designs hat sich verändert. Vieles ist tragbar. Aber die skurrilen Stücke gefallen mir auch. Die Studierenden können ihrer Fantasie schließlich jetzt noch freien Lauf lassen."
(Brigitte Brand)

"Mir hat es sehr gut gefallen. Es waren viele tragbare Stücke dabei. Aber natürlich wurden auch wieder extravagante Stücke präsentiert, die man nur anschauen kann."
(Norbert Esch)