FH Bielefeld
University of
Applied Sciences
06.07.2015

Modenschau 2015

Vier glückliche Gewinnerinnen

Bielefelder Modepreis wurde im Anschluss an diesjährige Modenschau vergeben.

Bielefeld (fhb). Am Donnerstag und Freitag wurden die Abschluss-kollektionen von zwölf Bachelor- und vier Masterabsolventen des Schwerpunktes Mode sowie die Kreationen von Studierenden aus vier Studienseminaren im Kultur- und Kommunikationszentrum Sieker (KuKS) gezeigt.

Modenschau_Preistraeger

Das aufwendige Bühnenbild passte zum Motto der diesjährigen Schau: "Zweiseitig - zwischen Sichtbarem und nicht Sichtbarem". So wurde der Laufsteg der Länge nach durch eine Wand getrennt, auf die von zwei Seiten jeweils das Geschehen der anderen Seite projiziert wurde. Unterbrochen wurde die Live-Projektion von eingespielten Filmsequenzen, darunter mal großformatige Landschaften, mal ein Blick auf die Treppenstufen im Gebäude des Fachbereichs, mal Detailaufnahmen industrieller Produktion. Auch dieser Teil der Inszenierung fußt auf studentischer Arbeit, denn das Bühnenbild ist in einem interdisziplinären Seminar am Fachbereich entstanden.

57 männliche und weibliche Models liefen bis zu fünf Mal in insgesamt 174 Outfits über den Laufsteg. Dabei waren die Kollektionen gewohnt vielfältig und eher wenige alltagstauglich. So wechselten die Outfits von rosa Kleidchen mit großem Spitzenkragen und eingenähten Blumen über aufblasbare Jacken und Kapuzen bis zu durchsichtigen Plastikjacken in Bonbonfarben oder auch sehr opulenten Kleidern, die man fast schon als Installationen bezeichnen könnte.

Rund 2.000 Zuschauer sahen die vier Shows. Am Ende der letzten Show bedankten sich die Studierenden zunächst bei ihren Betreuern und den Sponsoren der Veranstaltung, darunter die EK Servicegroup eG aus Bielefeld als Hauptsponsor.

Dann wurde es spannend: Zum siebten Mal wurde der Bielefelder Modepreis verliehen. Die internationale Jury, bestehend aus Annette Görtz, Heidi Hagen-Pekdemir, Pavel Invacic, Heiner Meyer, Monte Peckham und Saskia Schijen, verlieh die Preise in vier Kategorien an: Rani Mari Lange für die beste modische Arbeit, Rabie Celek für die beste künstlerische Arbeit, Julia Maria Krisp für die beste nachhaltige Arbeit und Katharina Maria Münch für die beste Seminararbeit.

Gestiftet wurden die mit insgesamt 3.500 Euro dotierten Preise von Jaques Britt (Seidensticker), Maas Naturwaren und der Fördergesellschaft FH Bielefeld e.V..

Masterabsolventin und Preisträgerin Rani Maria Lange hat sich in ihrer Kollektion "Über Funktion" mit Funktionskleidung befasst. Das warme Gefühl einer Fleece-Jacke oder ein Regenmäntel aus Gore-Tex geben Schutz, aber die Kleidung sieht oft langweilig aus. "Warum nutzen wir diese tollen Materialien nicht, um hier mit mehr Persönlichkeit zu zeigen?" Diese Frage beantwortet Rani Maria Lange unter anderem  mit knallbunten weiten Fleecejacken, die ein Muster ähnlich einem Strickpulli tragen. "Mode fängt da an, wo reine Funktion aufhört", beschriebt Lange ihre Arbeit.

Rabie Celik, ebenfalls Masterabsolventin, erhielt den Preis für die beste modische Arbeit für ihre Kollektion "Halb zwei". Die Gewohnheit, der Tourist in der eigenen Kultur zu sein, führt die Sie zu einer Sinnsuche nach der neuen kulturellen Identität. Dabei sieht die die Kleidung im Mittelpunkt dieses Prozesses.  In ihrer Arbeit, bei der sie sich auf Hosen konzentriert hat, waren Experimente mit der Falttechnik von Landkarten Ausgangspunkt für die Schnittentwicklung. Durch freie Drapierung entstanden neue Wege, Falttechnik und Hose zu vereinen, ohne dabei die Funktionalität der Schnittteile durch Verfremdung der Form zu stören.

Julia Maria Krisp hat den Preis für die nachhaltigste Arbeit für ihren Bachelorabschluss "Eins & Alles" bekommen. Die Jury lobte ihren innovativen Materialgebrauch.

 

 

42 Studierende aus den "unteren Semestern" des Bachelorstudiengangs Gestaltung und fünf Studierende aus dem Master haben in vier Seminaren Kleidungsstücke entwickelt.

Den Preis für die beste Seminararbeit erhielt Katharina Maria Münch, die das Seminar "Archetypen Prototypen" bei Professorin Meiken Rau besucht hat. Dem Kursthema liegt die Auffassung zugrunde, dass die verschiedenen bekleidungsformen, die die Mode für ihre unterschiedlichen Ausdrucksformen benutzt, auf einer Reihe mehr oder weniger konstant bleibender "Bekleidungs-Archetypen" beruhen, die im fortwährenden Modezyklus immer wieder zu modernen Prototypen werden. Im Fokus stand die Frage, wodurch ein Archetyp der Mode zum Prototyp wird. Selbst gewählte Secondhandkleidungsstücke dienten den Studierenden als "Bekleidungsarchetypen". Über die Technik der Drapage wurden fertige Entwurfsprototypen entwickelt.