FH Bielefeld
University of
Applied Sciences

Häufig gestellte Fragen – FAQs

Wie wird die Gruppe der ‚pflegenden Angehörigen‘ im PuRpA-Verbundvorhaben definiert?

Im Verbundvorhaben werden pflegende Angehörige entsprechend der gesetzlichen Grundlage nach § 19 SGB XI definiert. Sie zeichnen sich durch die nicht erwerbsmäßige pflegerische und/oder hauswirtschaftliche Versorgung von mindestens einer pflegebedürftigen Person des Pflegegrades 2 bis 5 in der Häuslichkeit aus. Im Modellprojekt 2 – "Konzeptentwicklung Case Management für pflegende Angehörige" – erweitert sich die Zielgruppe. Hier werden auch die sorgenden Angehörigen mit in den Blick genommen, da der Präventionsgedanke stark im Fokus steht.

Es gibt bereits Projekte und Modelle, die die Situation pflegender Angehöriger in den Blick nehmen. Inwieweit werden deren Ergebnisse genutzt?

Im Rahmen einer systematischen internationalen Literaturrecherche werden die – für das jeweilige PuRpA-Modellprojekt – relevanten bereits bestehenden Projekte, Modelle und Publikationen identifiziert, außerdem wird nach Best Practice-Projekten und Good Practice-Kriterien in Praxis- und Forschungsdatenbanken gesucht. Diese Ergebnisse fließen mit ein in die Konzeptentwicklung.

Wie werden die pflegenden Angehörigen in den drei Modellprojekten erreicht?

Der Zugang zu pflegenden Angehörigen wird über bestehende Beratungsstrukturen in NRW, wie den Kurberatungsstellen der Freien Wohlfahrtspflege, den Regionalbüros Alter, Pflege und Demenz, der kommunalen Pflegeberatung sowie den Wohnberatungsstellen gesucht. Zudem werden die Kostenträger mit eingebunden sowie auch die Hausärzt*innen und die Ambulanten Pflegedienste, die die Problemlagen der pflegenden Angehörigen kennen. Diese sollen als Multiplikator*innen dienen und auf die Angebote aufmerksam machen. Ergänzend wird die Ansprache anlassbezogen über die Lokalpresse sowie Newsletter und Social Media Auftritte von Verbänden und Selbsthilfevereinen erfolgen. Durch einen möglichst breit gewählten Zugang sollen pflegende Angehöriger unterschiedlicher Altersgruppen in der Stadt und auf dem Land erreicht werden.

Ist geplant, immer eine dreiwöchige Vorsorge-/Rehabilitationsmaßnahme anzubieten?

Stationäre Vorsorge-/Rehabilitationsmaßnahmen sind i.d.R. auf eine Dauer von drei Wochen ausgelegt. Bei begründeter medizinischer Notwendigkeit kann eine Verlängerung der Vorsorge- oder Rehabilitationsleistung beantragt werden. An diesen Richtwerten orientiert sich auch die Entwicklung der Konzepte, da die entwickelten Maßnahmen in schon bestehenden und anerkannten Vorsorge-/Rehabilitationskliniken in NRW umgesetzt werden sollen.

Gibt es auch einen Ansatz die Vorsorge-/Rehabilitationsmaßnahmen in ambulanter Form für die pflegenden Angehörigen anzubieten?

Im Verbundvorhaben liegt der Fokus – entsprechend der gestellten Förderanträge bei der Stiftung Wohlfahrtspflege NRW – auf der Entwicklung von Konzepten für stationäre Vorsorge-/Rehabilitationsmaßnahmen für pflegende Angehörige. Ein ambulanter Ansatz wird im Modellprojekt 2 „Case Management“ verfolgt. Darüber hinaus ist eine Übertragbarkeit der entwickelten Konzepte auf den ambulanten Bereich nicht ausgeschlossen, wird aber im Rahmen des Verbundvorhabens nicht primär verfolgt.

Wie werden die Modellstandorte in Nordrhein-Westfalen für das Case Management im Modellprojekt 2 ausgewählt?

In der Erprobungsphase werden Modellstandorte in NRW im ländlichen wie auch urbanen Bereich einbezogen. Gleiches gilt auch bei der Auswahl der Bestandsmitarbeiter*innen, die zu Case Manager*innen für pflegende Angehörige weiterqualifiziert werden sollen. Hier soll ein guter Mix aus kommunalen Pflegeberater*innen, Pflegeberater*innen der Pflegekassen und Mitarbeiter*innen aus weiteren Beratungsstrukturen wie z.B. Quartiersentwickler*innen erreicht werden. Interessierte Kommunen, Kreise und Beratungsstrukturen können sich bei Fragen an die Projektleitung wenden und/oder direkt gerne Interessenbekundungen einreichen.

Gibt es Vorstellungen oder Planungen für Angebote für pflegende Angehörige nach Beendigung ihrer Pflegetätigkeit?

Die Gruppe der ehemals pflegenden Angehörigen steht nicht im Fokus des Verbundvorhabens. Viele Angehörige sind aber auch nach der Beendigung ihrer Pflegetätigkeit erheblich gesundheitlich belastet. Hier besteht die Möglichkeit, dass die Kurberatungsstellen für pflegende Angehörige diese Menschen nach Möglichkeit in ihrem Bemühen unterstützen, eine Vorsorge/Rehabilitationsmaßnahme für pflegende Angehörige zu beantragen. Die Betreuung durch eine/n Case Manager*in für pflegende Angehörige ist ebenfalls denkbar.

Inwieweit sind die Träger der Vorsorge-/Rehabilitationsmaßnahmen (z.B. Krankenversicherung) in die Projekte eingebunden, bzw. wie ist die Einbindung in Zukunft vorgesehen?

Die Kostenträger werden an verschiedenen Punkten des Projektverlaufs eingebunden, z.B. durch regelmäßige Information und Austauschrunden. Gleichzeitig ist eine Einbindung bei der Begutachtung und Validierung der entwickelten Konzepte vorgesehen. Zudem sind auch Kostenträger im Beirat des Verbundvorhabens vertreten.

Wird bei den Projekten eine Nachhaltigkeit angestrebt?

Anhand der entwickelten modular aufgebauten Konzepte können die bereits bestehenden Angebote im Bereich Prävention und Rehabilitation auf die Zielgruppe(n) pflegender Angehöriger besser ausgerichtet werden. Diese Verstetigung der Projektergebnisse streben wir an und möchten dazu beitragen, dass die entwickelten Konzepte bzw. Maßnahmen als zusätzliche Bausteine in die bestehenden Versorgungsstrukturen integriert und langfristig in die Regelversorgung überführt werden.

Ist es richtig, dass nur Einrichtungen teilnehmen können, die ihren Sitz in Nordrhein-Westfalen haben?

Ja, es können ausschließlich Einrichtungen teilnehmen, deren Hauptsitz in Nordrhein-Westfalen verortet ist.

Wo können sich Einrichtungen melden, die Interesse an einer Teilnahme haben?

Bei Interesse an einer Teilnahme können Sie sich über die angegebenen Kontaktdaten bei der jeweiligen Projektleitung melden.

Martina Böhler – Projektleitung Modellprojekt 1 „Stationäre Vorsorge und Rehabilitation“, Tel.: 0231/5483-194, martina.boehler@aw-kur.de    

Verena Weber – Projektleitung Modellprojekt 2 „Case Management“, Tel. 0231/5483-331, verena.weber@aw-kur.de

Linda Hagemann – Projektleitung Modellprojekt 3 „Begleitangebote für pflegebedürftige Begleitpersonen“, Tel. 05251/209-433, l.hagemann@caritas-paderborn.de