FH Bielefeld
University of
Applied Sciences
20.07.2022

Strategie Internationales | Freiräume: Handlungsfeld Kulturentwicklung

Gäste aus aller Welt auf dem Campus und fachbereichsübergreifendes Networking – die Internationale Woche an der FH Bielefeld

Prof. Dr. Ulrich Schäfermeier, Vizepräsident für Internationales und Digitalisierung, hat im flurfunk-Interview vom 1. Februar 2022 bereits die Hintergründe und Chancen der Strategie Internationales der Hochschule vorgestellt, die Umsetzung folgt bereits in vielen Bereichen der FH.

Die Strategie „Freiräume“ beschreibt insgesamt 13 Handlungsfelder untergliedert in Rahmenbedingungen, Prozesse und Strukturen sowie Außensicht. Sie alle tragen zur Erreichung der übergeordneten strategischen Internationalisierungsziele bei:

  1. Wir ermöglichen allen Studierenden internationale bzw. interkulturelle Erfahrungen.
  2. Wir bilden internationale Studierende aus.
  3. Wir positionieren uns aktiv als weltoffene Hochschule mittels globaler Vernetzung in allen Bereichen der Hochschule.
  4. Wir berücksichtigen konsequent Internationalität bei den Forschungs- und Transferaktivitäten der FH Bielefeld.

Welcher Mehrwert und welche Möglichkeiten sich aus einer global noch stärker vernetzten Hochschule ergeben und wo jetzt schon überall internationale Perspektiven und Projekte an der FH zu finden sind, erfahren Sie in der flurfunk-Reihe „Freiräume“. Hier wird regelmäßig eines der Handlungsfelder der Strategie Internationales mit aktuellen und geplanten Entwicklungen sowie Projekten innerhalb der FH Bielefeld beleuchtet.

Bereich „Rahmenbedingungen“ – Kulturentwicklung

Zwei Studierende unterhalten sich mit einem Lehrenden an einem Medienpult im Hörsaal

Maßgebliche Gelingensbedingungen von Internationalisierungsaktivitäten sind ein hohes Maß an Kooperation aller beteiligten Einheiten innerhalb und auch außerhalb der Hochschule. Relevant ist zudem die Überzeugung, dass globaler Wissensaustausch und internationale Erfahrungen sowohl für Studierende und Wissenschaftler*innen als auch für die Hochschule selbst von enormer Bedeutung sind. Hierfür werden Freiräume für gegenseitigen Austausch geschaffen, sodass Erfolgsgeschichten zur Internationalisierung fachbereichsübergreifend, aber auch über alle zentralen Organisationseinheiten hinweg kommuniziert werden können. Weiterhin werden Freiräume für Pilotprojekte geschaffen, sodass internationale Aktivitäten in allen Bereichen etabliert werden können.

Um Internationalität für alle Hochschulangehörigen erlebbar zu machen, spielt die „Internationalisierung @ Home“ eine große Rolle. Studierende und Beschäftigte haben hierdurch die Möglichkeit, die weite Welt vor Ort am eigenen Hochschulstandort zu erleben. Es kann auch ein Ansporn sein, sich über die eigenen Möglichkeiten eines Auslandsaufenthaltes zu informieren und Internationalisierung für sich selbst erst einmal „anzutesten“. Die Internationale Woche (IW) bietet hierfür einen institutionalisierten und fachbereichsübergreifenden Rahmen.

Im Hörsaal und an International Tables die Welt entdecken – das Konzept der Internationalen Woche

Seit 2018 bereichern jedes Jahr im Mai Dozierende, Forschende sowie Künstlerinnen und Künstler aus aller Welt eine Woche lange alle Standorte der FH mit internationalen Lehrveranstaltungen und Workshops. Sie werden von Lehrenden und Forschenden aller Fachbereiche aus gleichen oder verwandten Disziplinen eingeladen.

Gäste und Gastgeberinnen sowie Gastgeber erarbeiten dann gemeinsam ein Konzept für die geplanten Veranstaltungen auf Deutsch oder Englisch. Die Themen dieser Veranstaltungen weisen in vielen Fällen einen direkten Lehrbezug auf und sind somit Teil des regulären Stundenplans der FH-Studierenden. Natürlich ist es auch möglich, Themen anzubieten, die in keinem direkten Seminarbezug stehen. So können Studierende und Beschäftigte Partnerhochschulen und spannende Projekte kennenlernen, in die Kulturen anderer Hochschulen eintauchen sowie einen Einblick in internationale Lehr- und Forschungsperspektiven gewinnen.

Im Rahmenprogramm werden zusätzlich Informationsangebote, International Tables mit landestypischen kulinarischen Highlights und andere Aktionen für alle Hochschulangehörigen angeboten. Ausgerichtet werden diese Veranstaltungen vom International Office, Gästen und ihren Gastgeberinnen sowie Gastgebern und anderen Organisationen sowie Institutionen. Ein Programmheft in digitaler und gedruckter Form sowie Flyer und Poster weisen allen Interessierten den Weg zur Internationalen Woche. Um die FH und die Stadt Bielefeld besser kennenzulernen, werden außerdem Ausflüge oder Abendessen für die Gäste organisiert. So können sie beispielsweise zusammen durch die Altstadt schlendern, einen Pudding bei Dr. Oetker genießen oder ihrem Sportsgeist bei einer Führung in der SchücoArena Ausdruck verleihen.

Stärkung der internationalen Beziehungen und neue Forschungsprojekte – die Vorteile der Teilnahme an der IW

Forschende im Labor

Die IW trägt zur Stärkung der Beziehungen zu Kolleginnen und Kollegen weltweit bei und bietet die Möglichkeit, auch fachbereichsübergreifend neue Kontakte zu knüpfen. Aus diesen Verbindungen entstehen so unter anderem erfolgreiche internationale Forschungs- oder Lehrkooperationen. Ebenso können sie ein Anstoß für eigene Gastaufenthalte an Partnerhochschulen oder den Aufenthalt von Gastdozierenden an der FH Bielefeld sein. Beschäftigte können sich in speziellen Informationsveranstaltungen zu Auslandsmobilitäten informieren, ob z.B.  ein Sprachkurs in Spanien oder eine Hospitation in England am passendsten ist.

Gäste der Internationalen Woche profitieren durch ihre Teilnahme ebenfalls von der Stärkung der internationalen (wissenschaftlichen) Beziehungen zu Kolleginnen und Kollegen der FH Bielefeld und weltweit. Viele internationale Lehrende lernen bei ihrem Besuch überdies das Konzept einer Fachhochschule näher kennen, welches es in dieser speziellen Form im Ausland meist nicht gibt. Die Gäste können ihre eigenen Forschungs- und Lehrperspektiven in Lehrveranstaltungen einbringen und erhalten einen Einblick in den Unterricht ihrer deutschen Gastgeberinnen und Gastgeber.

Grafik International Week

„Welcome back to our international Campus!“ – Rückblick auf die Internationale Woche 2022

Nachdem die IW 2020 pandemiebedingt abgesagt werden musste und vergangenes Jahr erstmals digital durchgeführt wurde, konnte die FH Bielefeld in der ersten Maiwoche dieses Jahres wieder 72 internationale Gäste aus 31 Ländern begrüßen – vor Ort und digital. Insgesamt sind 58 Präsenz- und 14 Onlinegäste der Einladung ihrer 26 Gastgeberinnen und Gastgeber aus allen Fachbereichen gefolgt. Die zu Beginn des Jahres pandemiebedingt angespannte Lage in vielen Ländern hat einigen Gästen bei ihrer Reiseplanung leider einen Strich durch die Rechnung gemacht. Glücklicherweise konnten durch die Erfahrungen der digitalen Internationalen Woche 2021 trotzdem viele in Präsenz geplante Veranstaltungen virtuell durchgeführt werden.

Terminankündigung Internationale Wochen 2023 und 2024!
Auch in den kommenden Jahren wird es im Sommersemester wieder international an allen Standorten der FH Bielefeld: 2023 findet die IW vom 8. bis zum 12. Mai statt und 2024 vom 13. bis zum 17. Mai.

Die meisten Gäste konnte dieses Jahr der Fachbereich Wirtschaft begrüßen: Insgesamt 19 Lehrende (18 in Präsenz, 1 digital) haben ihre deutschen Kolleginnen und Kollegen in Lehrveranstaltungen unterstützt. Mit 17 Gästen (11 in Präsenz; 6 digital) aus aller Welt war auch der Fachbereich Ingenieurwissenschaften und Mathematik an den Standorten Bielefeld und Gütersloh gut aufgestellt. Im Fachbereich Gestaltung haben 14 internationale Lehrende, Designerinnen und Designer sowie freischaffende Künstlerinnen und Künstler (13 in Präsenz, 1 digital) spannende Workshops und Lehrveranstaltungen gehalten. Der Fachbereich Sozialwesen wurde von insgesamt 13 Lehrenden und Forschenden (12 in Präsenz, 1 digital) aus aller Welt in Workshops und Lehrveranstaltungen bereichert. Im Fachbereich Gesundheit konnten Studierende und Beschäftigte von der Expertise von insgesamt 5 internationalen Gästen (4 in Präsenz; 1 digital) profitieren. Der Fachbereich Campus Minden konnte aufgrund der Pandemielage in den Heimatländern der Gäste leider keine Lehrenden und Forschenden vor Ort begrüßen, allerdings konnten alle geplanten Veranstaltungen virtuell durchgeführt werden.

Zur Eröffnungsfeier am Montag, dem 2. Mai fanden sich insgesamt 115 Lehrende, internationale Gäste, Beschäftigte und Studierende im Konferenzsaal digital und in Präsenz ein, um die Internationalisierung an der Hochschule zu feiern. FH-Präsidentin Prof. Dr. Ingeborg Schramm-Wölk freute sich, die internationalen Gäste in diesem Jahr wieder in der Hochschule begrüßen zu können. In ihrem Grußwort betonte sie die Bedeutung der Internationalisierung als eines der strategischen Ziele der Hochschule: „Exzellenz in Forschung, Transfer und Lehre kann im 21. Jahrhundert nur durch den Austausch von Wissenschaft über Ländergrenzen hinaus erreicht werden. Als Hochschule wollen wir dafür gute Bedingungen schaffen. Zugleich sehen wir in der Internationalisierung nicht nur einen Garanten für wissenschaftlichen Erfolg, sondern auch für ein friedliches und harmonisches Zusammenleben in der Welt.“

Alle sechs Fachbereiche haben über fünf Tage verteilt mehr als 45 Lehrveranstaltungen und Workshops für verschiedenste Zielgruppen angeboten. Hierneben konnten alle Studierenden und Beschäftigten an mehr als 30 Veranstaltungen im Rahmenprogramm teilnehmen und unter anderem Antworten auf die folgenden Fragen erhalten: Wie lehrt und forscht man in Indien? Habe ich ein Händchen für chinesische Kalligraphie? Wie ist es, an einer belgischen Hochschule zu studieren?

Personalmobilität: Auslandsaufenthalte zu Lehr-, Fort- oder Weiterbildungszwecken

Fünf Studierende im Computerraum an Computern

Mitarbeitende der FH Bielefeld können im Rahmen von Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen im Ausland beispielsweise auch Internationale Wochen von Partnerhochschulen oder andere Formate besuchen. Innerhalb des Erasmus+-Raumes – dieser umfasst die Mitgliedstaaten der Europäischen Union, Island, Liechtenstein, Nordmazedonien, Norwegen, Serbien und die Türkei – können so zum Beispiel geförderte Gastdozenturen, Job Shadowings, Hospitationen oder auch Sprachkurse durchgeführt werden.

Text: Katharina Kontowski (Dez. VI)