FH Bielefeld
University of
Applied Sciences

Internationale Woche

Unsere Gäste waren Dr. Aboubakr Benazzouz vom Research Institute for Solar and New Energies (IRESEN) aus Marokko, Prof. Dr. Stanislaw Babitch von der University of Ecocomics (UNECON) aus Russland und Norman Andres Reyes Susano von der La Salle University of Technology (ULSA) aus Nicaragua. Die Themen der Veranstaltungen waren die Potentiale und die Integration von erneuerbaren Energien und Elektromobilität. Zwischen 15 und 25 interessierte Studierende und Mitarbeiter*innen aus den verschiedenen Ländern nahmen jeweils an den Vorträgen teil und diskutierten im Anschluss die Potentiale und die Herausforderungen von erneuerbaren Energien und Elektromobilität in den jeweiligen Ländern.

Die Vorträge starteten um 10 Uhr deutscher Zeit mit der Präsentation von Dr. Benazzouz, der verschiedene Projekte zur Integration von Elektromobilität in Marokko vorstellte. So wird an dem Institut z. B. ein Tool zur Integration von Ladeinfrastruktur entwickelt, das geeignete Orte, anfallende Kosten und mögliche Gefahren für die Netzsicherheit darstellt und bei der Auswahl an geeigneten Standorten und der Dimensionierung der Ladesäulen unterstützen soll. So fragte einer der Teilnehmer in diesem Zusammenhang: „Existieren Forschungseinrichtungen, die sich mit dem Thema Vehicle to Grid auseinandersetzen?“. Diese Anwendung werde nach Benazzouz in einer Modellregion mit vielen Photovoltaikanlagen erforscht.

Abbildung Internationale Woche AG AGNES


Um 13 Uhr folgte der nächste Vortrag von Prof. Dr. Stanislaw Babitch aus Russland. Dieser präsentierte die Entwicklung der Energiegewinnung und die damit verbundenen Risiken („Black Swans“) auch im Bezug zu erneuerbaren Energien aus globaler Sicht. Zusätzlich präsentierten zwei seiner Mitarbeiterinnen einen Überblick über die Energiegewinnung und -nutzung sowie den Elektrofahrzeug- und Wasserstoffmarkt in China und den Wasserstoffsektor, Brennstoffzellenfahrzeuge und Transport und Infrastruktur für Liquified Hydrogen in Japan. Im Anschluss wurde die günstigste und zukunftsorientierteste Technologie um Wasserstoff herzustellen diskutiert. Diese sei laut Prof. Dr. Babitch aus ökonomischer Sicht „schwarzer Wasserstoff“, der mit Kohle gewonnen wird. Die nächste Alternative sei „blauer Wasserstoff“ hergestellt aus LNG (Liquified Natural Gas), dieser habe den Vorteil, dass das Gasnetz zum Transport mitverwendet werden kann. In Kombination mit einer CSS-Technologie sei die Herstellung sogar ohne CO2-Emissionen möglich, ergänzte Prof. Dr. Haubrock.

Die Vortragsreihe endete um 16 Uhr mit Herrn Reyes, der ein Projekt vorstellte, indem eine technische Lösung erarbeitet wurde um Milch in Farmen mit Biogas abzukühlen. Dies stellt aufgrund des geringen Durchdringungsgrades des elektrischen Netzes in Nicaragua eine kostengünstige Möglichkeit für Farmer dar, die Qualität der Milch zu verbessern. Zusätzlich präsentierte er neben den Potentialen für erneuerbare Energien wie Solar und Wind die enormen Potentiale zur Nutzung von geothermischer Energie in Nicaragua. Daraufhin kam die Idee auf, diese zu Nutzen um grünen Wasserstoff herzustellen. Dazu gebe es zurzeit noch keine Projekte, aber es wäre eine „gute Möglichkeit“, so Reyes.

Die Vorträge im Rahmen der Internationalen Woche gestalteten sich nicht nur als eine Umgebung für fachliche Diskussionen, sondern auch zur Knüpfung internationaler Kontakte. Alle Vortragenden boten Studierenden die Möglichkeit für einen Auslandsaufenthalt an ihrer Universität an, genauso lud auch die Fachhochschule die internationalen Studierenden zu einem Aufenthalt an der FH Bielefeld ein. 

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