FH Bielefeld
University of
Applied Sciences
22.04.2021

Der nachhaltige Aktenordner

Studierende des Fachbereichs Ingenieurwissenschaften und Mathematik (IuM) haben in einer Projektarbeit zusammen mit dem Unternehmen IP Adelt GmbH einen Ordner entwickelt, der ausschließlich aus natürlichen und recycelten Materialien besteht.

Nachhaltiger Aktenordner liegt leer und halb geöffnet auf einem Tisch

Im Rahmen des Moduls zirkuläre Wertschöpfung nach Cradle to Cradle beschäftigen sich die Studierenden mit der Problematik der Ressourcenknappheit und entwickeln in Projektarbeiten nachhaltige Lösungen für reale Probleme. Der Fokus dieses Projekts lag primär auf der Gestaltung eines neuen Ordners, welcher Langlebigkeit und Nachhaltigkeit vereint. „Der grundsätzliche Aufbau des Ordners ähnelt dem klassischen Ordner stark, da darauf geachtet wurde so wenig an der bewährten Funktionalität zu ändern wie möglich, damit der Kunde keine Kompromisse eingehen muss“, erklärt das Team von IP Adelt. 

In der Materialverwendung hingegen hat sich bei der Ordnergestaltung viel getan. Im ersten Schritt wurde besonders robustes Papier – entweder auf 100-prozentiger Recyclingbasis oder aus holzfreien Rohstoffen – um einen Pappkern geklebt. Auch der Pappkern besteht aus Recyclingmaterial und ist zudem FSC-zertifiziert. Anders als bei klassischen Ordnern wurde auf ein Bedrucken des Ordners genauso verzichtet wie auf eine Schutzbeschichtung aus Kunststoff-Folie. Stattdessen wird ein vom Kunde gewünschtes Designs als Tiefprägung umgesetzt. „Auf diese Weise bleibt der Ordner purer Zellstoff und kann am Ende seiner Nutzungsdauer wieder im Altpapier-Kreislauf verwertet werden“, so die Studierenden der Studiengänge Regenerative Energien und Wirtschaftsingenieurwesen. Statt der sonst üblichen Plastiktaschen für Rückenschilder oder Visitenkarten wurden Taschen aus transparentem Pergamentpapier verwendet, die ebenfalls ausreichende Durchsicht ermöglichen, aber aus Zellstoff bestehen. Im letzten Schritt der Produktion wird die ausgebaute Mechanik eines alten Ordners im Ökoordner verbaut, wodurch zum einen Rohstoffe und Energie für eine neue Mechanik eingespart werden und die Mechaniken gleichzeitig ein „Second Life“ erhalten. 

„Der große Mehrwert und die hohe Qualität dieses Projektes konnte dadurch erreicht werden, dass die Studierenden kreativ mit realen Problemen aus einem Unternehmen arbeiten durften und dabei stark von der Geschäftsführung unterstützt wurden“, so Fabian Schoden, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Fachbereich IuM und verantwortlich für die Lehre des Moduls. „Der Ordner kann ab sofort gekauft werden. Zudem können alte Ordner bei IP Adelt abgegeben werden, um diese in einen Recyclingprozess zu führen und so ein zweites Leben für die Mechaniken zu ermöglichen“, ergänzt die zufriedene Geschäftsleitung der IP Adelt GmbH.

Text: Studentischer Beitrag