FH Bielefeld
University of
Applied Sciences
11.05.2017

„Indien-Erfahrungen“ im Fokus

Der Einladung des Fachbereichs IuM und Partnern sind rund 40 Interessierte nach Herford gefolgt.

Nachdem im Frühjahr 2016 die Auftaktveranstaltung der Reihe „Durch die Lupe betrachtet...“, mit der näheren Betrachtung der USA begonnen hatte, wurde jetzt Indien in den Fokus der Aufmerksamkeit gerückt. Der Einladung des Fachbereichs Ingenieurwissenschaften und Mathematik (IuM) der FH Bielefeld, des Arbeitgeberverbandes Herford und der HypoVereinsbank – Member of UniCredit waren rund 40 Interessierte am 04. Mai nach Herford gefolgt. Unter Ihnen Vertreterinnen und Vertreter der ansässigen Unternehmen, welche hauptsächlich im Import/Export tätig sind, sowie Hochschulvertreter und Studierende. Erklärtes Ziel des Veranstaltungsformates ist es, Experten zu den jeweiligen Ländern, insbesondere in punkto Zusammenarbeit, zu befragen und gemeinsam in den Diskurs beziehungsweise Erfahrungsaustausch zu treten. Damit dies gelingt, wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer vorab nach ihren individuellen Interessensschwerpunkten gefragt. 

Uwe Kreidel, Geschäftsführer bei Hettich im Bereich Marketing- und Vertrieb sowie Vorstandsvorsitzender des Arbeitgeberverbandes Herford, hieß die Gäste gemeinsam mit Volker Korn, Direktor bei der HypoVereinsbank UniCredit Bank AG, in den Räumlichkeiten des Arbeitgeberverbandes willkommen. 

Der in Deutschland geborene Inder Prof. Dr. Anant Patel hielt den ersten von zwei Expertenvorträgen des Abends. Auf die an ihn herangetragene Vortragsfrage „Gibt es den indischen Weg?“ antwortete Patel: „Ganz klar!? Keine Ahnung!“. Stattdessen erzählte er begeisternd und mitreißend von den Möglichkeiten der FH Bielefeld, an der er im Fachbereich IuM lehrt und forscht. Die FH Bielefeld habe sich, nicht nur durch den Umzug auf den Campus Bielefeld, komplett verjüngt. Prof. Patel betonte unter anderem die Forschungsstärke sowie die zahlreichen Kooperationschancen die sich mit der FH bieten. Darüber hinaus machte er auf die vielseitigen Möglichkeiten des Studierendenaustausches sowie weitere internationale Projekte aufmerksam und verwies in diesem Zusammenhang an Judith Peltz, die Leiterin des Akademischen Auslands Amts der FH, die ebenfalls im Publikum saß. Zum Abschluss rief Patel die Gäste auf „An der FH Bielefeld ruht ein Schatz für Unternehmer. Heben Sie diesen! Ein Beispiel sind Kooperationen in Indien. Wir stehen Ihnen als Ansprechpartner gerne zur Verfügung.“ 

Dr. Fabian Festge, Geschäftsführer bei der HAVER & BOECKER OHG, behandelte in seinem Impulsstatement die Frage nach einer „Gebrauchsanweisung für Indien“. Das im Sondermaschinen und Anlagenbau tätige Unternehmen ist seit vielen Jahren in Indien vor Ort. Dr. Festge berichtete von Startschwierigkeiten und Erfahrungswerten. Dabei stellte er insbesondere die Wichtigkeit der Akzeptanz im Unternehmen sowie die ausreichende Marktanalyse im Vorfeld heraus. Zum Abschluss seines Vortrags zog Dr. Festge folgendes Fazit: „Indien ist freundlich, pragmatisch und auch ein unglaubliches Abenteuer. Dort erleben sie in drei Stunden mehr, als hier in drei Monaten. Indien birgt Charme, Kontraste und Risiken in sich. Mein Tipp: Maximale Flexibilität und Anpassungsfähigkeit.“ 

Durch die Lupe betrachtet Indien 02In der darauf folgenden Diskussionsrunde, moderiert durch Uwe Kreidel, tauschten sich Prof. Dr. Lothar Budde, Dekan des Fachbereichs IuM, Prof. Dr. Anant Patel, Dr. Fabian Festge und Dr. Dieter Wirths, Geschäftsführer bei Hettich im Bereich Qualität, Technik und Logistik über die zusammengetragenen Fakten und Erfahrungen aus. In Interaktion mit dem Plenum entstand dabei ein reger Austausch zu der Ambivalenz des Landes, zur aktuellen politischen Lage, der Entwicklung im Bereich Arbeitssicherheit und Steuerrichtlinien sowie Fördermöglichkeiten. Die anwesenden Studierenden stellten interessierte Nachfragen zu Karrieremöglichkeiten. 

Alle Redner waren sich in einem Punkt einig: Wer in Indien erfolgreich sein möchte, der sollte sich daran gewöhnen, die Dinge vor Ort so hinzunehmen wie sie sind. Den indischen Weg zu verstehen, bedeute, sich voll und ganz auf die Gepflogenheiten des Landes einzulassen, fasst Kreidel zusammen. 

Beim anschließenden landestypischen und damit indischen Networking-Imbiss konnten die Gespräche nach den individuellen Interessen vertieft werden. (th)