FH Bielefeld
University of
Applied Sciences
05.07.2017

Internationalisierung zum Anfassen

Belgische Delegation der Partnerhochschule PXL besucht den Fachbereich Ingenieurwissenschaften und Mathematik.

Belgischer Besuch der Partnerhochschule PXL Gruppenfoto

Am 8. und 9. Juni besuchte eine Delegation der Partnerhochschule PXL Hasselt in Belgien den Fachbereich Ingeneurwissenschaften und Mathematik (IuM). Die Delegation setzte sich zusammen aus Prof. Patrick Pilat als Studiengangsleiter Elektromechanik, Prof. Chris Hendrickx und der Dekanin Marleen Schepers. Dem seit fünf Jahren bestehenden Kontakt gingen zahlreiche Besuche belgischer Studierender voraus. Auch die  kooperierenden Unternehmen des Fachbereichs wurden dabei häufig besichtigt. Für den Erstkontakt der belgischen Studierenden mit dem Bereich IuM waren Hannelore Dierickx von der Hogeschool PXL und  Hubert Stieren vom Börde Berufskolleg in Soest verantwortlich.

Vorgeschichte
Franz Feyerabend erklärt: „Als ich vor mehr als vier Jahren den ersten Anruf erhielt, ob nicht die FH Bielefeld, damals noch an der Wilhelm-Bertelsmann-Straße, für eine Besichtigung zur Verfügung steht, dachte ich über die Hogeschool PXL: Genau das Richtige! Warum wie viele andere in weit entfernten Ländern internationalisieren? Hier scheint sich auf Reiseentfernung von gut drei Stunden ein Kontakt anzubahnen, den man auch unter dem Gesichtspunkt globalisierte Arbeitswelt Europa aktiv gemeinsam im Team gestalten kann und genau das ist uns Schritt für Schritt erfolgreich gelungen.“

Eine Delegation des Fachbereichs IuM unter Leitung von Prof. Franz Feyerabend im Dezember letzten Jahres bereitete eine weitere Phase der Zusammenarbeit vor. Dr. Alexandra Nitz, Referentin für Internationales des Fachbereiches, bereitete zusammen mit dem Akademischen Auslandsamt ein ERASMUS-Abkommen zwischen den Bereichen PXL-Tech und dem Fachbereich IuM vor, so dass dieses rasch unterzeichnet werden konnte. Ein voller Erfolg war eine viertägige Belgienexkursion des Studienganges Wirtschaftsingenieurwesen, die mit 26 Studierenden semesterübergreifend neben der Besichtigung der Hogeschool PXL auch an studentischen Laborpraktika aktiv teilnehmen konnten.

Wie läuft eigentlich ein Delegationsbesuch am Fachbereich IuM ab?
Das Programm der Delegation am 8. Juni startete mehr als anstrengend. Gleich um acht Uhr morgens ging es bei der Firma Miele in Gütersloh los. Die PXL-Delegation hatte spontan eine Einladung zu einem Lean Production Workshop erhalten. Gemeinsam mit den Studierenden des Fachbereichs erarbeitete sie in Teamarbeit effektive Lösungen, um eine Produktionslinie schlank und verschwendungsfrei zu gestalten. Die Dekanin der Hogeschool PXL Marleen Schepers erklärte: „Das sind ganz neue Erfahrungen. Bei uns in Belgien ist der Lernort für Praktika vorrangig das klassische Hochschullabor mit seinen Einrichtungen und Experiementalaufbauten. Es ist schön, so eng mit den Studierenden im Team an gemeinsamen Lösungen zu arbeiten. Wie unkompliziert vorgegangen wird, welche Motivation und Spirit im Workshop zu spüren ist hat mich begeistert.“

Beim Bielefelder Altstadtrundgang mit dem „IuM-Stadtführer“ Prof. Klaus Rüdiger konnten eindrucksvolle Schilderungen die Delegation begeistern. Ein gemeinsames Arbeitsessen im Brauhaus in der Bielefelder Altstadt durfte nicht fehlen. Rege Diskussionen und Gedankenaustauch beendete den späten Abend.

Feyerabend_PXL_IMG_4458Am zweiten Tag, Freitag den 9. Juni, stand eine umfangreiche Hochschulbesichtigung mit den entsprechenden Räumlichkeiten, Infrastruktur, Laboren und Schülerlabor auf dem Programm, Kooperationsgespräche und gegenseitiges Vorstellen standen weiterhin im Mittelpunkt. Im Konferenzraum folgte nach der Begrüßung durch den Dekan Prof. Lothar Budde in angenehmer Atmosphäre eine Vorstellung des Fachbereiches IuM und Internationalisierungsthemen, welche durch Dr. Alexandra Nitz und Prof. Klaus Rüdiger vorgestellt wurden. Ein weiterer Punkt in der Agenda war die Vorstellung der Hogeschool PXL durch die Dekanin Marleen Schepers. In einem weiteren Schritt ging Frau Schepers auf den Fachbereich Tech ein. Sie betonte dabei die enorme Wichtigkeit, die Zusammenarbeit zwischen dem Fachbereich Tech und dem Bielefelder Fachbereich IuM weiter zu stärken und besonders den Studierendenaustausch zu fördern.

Das Schülerlabor wurde von Manuel Mai anschaulich vorgestellt. Die Entwicklung in den belgischen Hochschulen führte in den letzten Jahren zu den sich stark etablierten „Maker Space“. Hier sind laut Prof. Patrick Pilat Parallelen zu sehen. Prof. Feyerabend merkt an, dass die Philosophie der Maker Space noch weit über die der klassischen Aufgaben eines Schülerlabors hinausgehen und dass er sich zukünftig einen „Maker Space made in Belgien“ im Fachbereich IuM an der FH Bielefeld gut vorstellen kann. Feyerabend führt an: „ Ich würde das Konzept 1:1 übernehmen und das Rad nicht zweimal erfinden, wir besitzen bereits einen Teil der erforderlichen Kapazitäten, nur unsere IuM-Professoren müssten sich mit dem Prinzip eines „offenen Labors vertraut machen““.

Prof. Magnus Horstmann rundete die Hochschulbegehung mit einem Rundgang durch einige Labor ab. Die belgischen Gäste waren sehr beeindruckt und lobten die Ausstattung und die enorme Wirkung im Gesamtbild der vernetzten IuM Infrastruktur. Intensiver Gedankenaustauch mit zahlreichen Vorschlägen zu Intensivierung der IuM/PXL Beziehungen mit einem vermehrten Austausch der Studierenden schlossen die Kooperationsgespräche ab.

Vereinbarungen
Fest vereinbart wurden beispielsweise ein gemeinsames internationales Projekt für vier PXL- und vier IuM-Studierende zum Thema Lean Production im kommenden Wintersemester, ebenso wie Unterstützung bei Kontakten zu WEBinaren zum „Onlinepraktikum“ für die PXL Studierenden. Dazu eine Ausweitung der ERASMUS-Vereinbarungen zum Austausch der Studierenden, aber auch Themen wie „Teachingmobility“, das heißt zu klären, welche wechselseitigen Workshops Praktika, Vorträge von IuM an der PXL angeboten werden können und umgekehrt. Die einzelnen Themen und Projektvorschläge sind im Detail noch zu klären. Die Maßnahmen sind Basis für eine langfristig strategische Partnerschaft zwischen beiden Hochschulen. Verabschiedung und Dank von Dekan Budde an alle Beteiligten beendeten den Besuch der belgischen PXL Delegation. (ff)