FH Bielefeld
University of
Applied Sciences
16.11.2021

Leonardo da Vinci gestern und heute – ein studentisches Filmprojekt

Vier Studierende wagten sich an eine kreative Projektaufgabe im Rahmen ihres Bachelorstudiengangs Wirtschaftsingenieurwesen. 

Startbild Leonardo Präsentation

„Dieses Projekt hat uns im positiven Sinne aus dem typischen Trott des Studentenlebens gerissen“, ist sich die vierköpfige Gruppe des Fachbereichs Ingenieurwissenschaften und Mathematik (IuM) sicher. Die Rede ist von einer kreativen Projektaufgabe im Rahmen des vierten Semesters im Bachelorstudiengang Wirtschaftsingenieurwesen. Die Studierenden hatten den Auftrag ein Imagevideo zu erstellen, dass die Fachhochschule (FH) Bielefeld aus ihrer persönlichen Sicht wiederspiegelt. „Der Kreativität waren dabei keine Grenzen gesetzt und dennoch hätte ich mir zu Beginn der Projektphase zu keiner Zeit vorstellen können, dass uns am Ende trotz aller denkbaren pandemiebedingten Einschränkungen, ein derartig gelungenes Video präsentiert wird“, freut sich der betreuende Professor Dr. Marc-Oliver Schierenberg. „Das Filmprojekt war eine willkommene Abwechslung zum rein digitalen Leben, da wir uns im vergangenen Wintersemester ja im kompletten Lockdown befanden“, bringt es die Projektgruppe auf den Punkt.  

Leonardo Videoszenen

Auf die Nachfrage, warum der Studiengang und das Leben an der FH Bielefeld auf diese Weise präsentiert wurde, schien den Vieren die Antwort leicht: „Wir haben uns gefragt, was macht eigentlich unseren Studiengang, unsere Hochschule so besonders. Die Antwort lag für uns auf der Hand: Es ist der Praxisbezug. Und wo zeigt sich dieser deutlicher, als im DA VINCI Projekt des Fachbereichs IuM?“, erklärt Nico Wittler, Sprecher der studentischen Projektgruppe. Hier haben Studierende die Möglichkeit, auf Basis der Skizzen von Leonardo da Vinci Modelle für die Ausstellung „DA VINCI 500 – Bewegende Erfindungen“ zu entwickeln und zu konstruieren. Dabei werden sie von einem engagierten, didaktisch und technisch kompetenten Team unterstützt. Auf diese Weise ist im Laufe der Jahre eine interaktive Wanderausstellung entstanden, die mittlerweile über 100 Exponate umfasst.  

Die Studierenden wurden aufgrund des stark eingeschränkten Präsenzbetriebes mit Personenbegrenzung vor einige Hürden gestellt. „Im digitalen Brainstorming überlegten wir lange wie, wo und wen wir filmen könnten. Ziemlich schnell verwarfen wir sämtliche Ideen zu Interviews und externen Darstellern“, erzählt Projektmitglied Laurentz Rode. „Wir entschieden uns, ausschließlich innerhalb der Projektgruppe zu agieren, so dass Herr Schierenberg und Herr Wollensak zu unseren Hauptdarstellern, und wir Studis zu den Protagonisten wurden“, erinnert sich Alieren Yildirim schmunzelnd. Gedreht wurde überwiegend in der freien Natur. Einzige Ausnahmen waren die DA VINCI 500 Ausstellung an sich, die sich zurzeit am Stadtholz in Bielefeld befindet, sowie die geplante Bibliotheksszene.

„Dankenswerter Weise gestattete uns das Ratsgymnasium unter Einhaltung der Coronaregeln in ihrer historischen Bibliothek zu drehen. Unterstützt wurden wir hierbei von Benjamin Magofsky, der uns ganz nebenbei auch etwas zu den dort archivierten, sehr alten Schriftstücken erzählte“, verriet Schierenberg. „Solche Drehtage machten das Projekt zu einem Erlebnis für uns, die besondere Atmosphäre unterstrich das Gefühl einer Fahrt in die Vergangenheit“, so Wittler. Die Bibliothek des Ratsgymnasiums zählt Synodalstatuten zu ihrem Bibliothekseigentum. Es gibt sie nur dreimal auf der Welt: in London, Paris und in Bielefeld. 

Die ursprünglich im Hochmittelalter handschriftlich verfassten Synodalstatuten, Regelwerke der Kirchenversammlung, wurden in der Frühphase des modernen Buchdrucks, 1485 in Paris gedruckt. „Eine passendere Umgebung gibt es wohl kaum“, ergänzt Schierenberg. 

„Obwohl wir direkt nach dem Kickoff-Meeting mit der Recherche und dem Konzeptentwurf begonnen haben und das Drehbuch innerhalb unseres Zeitplans geschrieben sowie das Equipment für die Filmaufnahmen beschafft worden war, haben wir uns zeitlich ganz schön verkalkuliert. Schnitt und Feintuning haben viel mehr Raum in Anspruch genommen als erwartet,“ erzählt die Gruppe aus dem Nähkästchen. „Das Drehbuch, die Technik und nicht zuletzt die Recherche der geeigneten und frei nutzbaren Musik waren teilweise komplettes Neuland für uns“, so Rode. „Uns waren die Details, wie der möglichst reale Bezug zur Vergangenheit, wichtig. Leonardo selbst verstand sich als Schüler der Natur. Das wollten wir natürlich transportieren. Das dazugehörige Moodboard und die möglichst genaue Beschreibung der einzelnen Szenen im Vorfeld“, kostete zusätzlich nicht eingeplante Zeit, ergänzt Kommilitonin Christina Emthaus. 

Videoschnitt Leonardo Film

„So oder so, der Einsatz hat sich auf jeden Fall gelohnt“, wirft Andreas Wollensak, Kurator und Projektleiter der Ausstellung im Fachbereich, ein. „Eure Ideen gefielen uns auf Anhieb. Von der Auswahl des Settings, über die Kostüme und den Handlungsstrang. Es war mir eine Ehre Leonardo spielen zu dürfen“, berichtet Wollensak mit einem Augenzwinkern. 

Zur Gesamtaufgabe gehörte neben der reinen Filmerstellung, die Projektplanung, die Dokumentation und schlussendlich auch die Projektpräsentation, die am 08. November in Präsenz stattfinden konnte. „Wir haben mit dem Projektabschluss bewusst gewartet, bis der Film nicht nur online, sondern in der Hochschule vorgeführt werden kann, um den Studierenden auch einen echten Applaus ermöglichen zu können“, schließt Schierenberg. 

Text: Tanja Hage

Machen Sie sich gerne selbst ein Bild der studentischen Arbeit: 

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