FH Bielefeld
University of
Applied Sciences
21.10.2019

Safety und Security im Kontext Industrie 4.0

Symposium zur Funktionalen Sicherheit auf dem Campus Bielefeld.

Gruppenfoto SafetyOn

Der Verein SafetyON, die IHK Ostwestfalen zu Bielefeld und der Fachbereich Ingenieurwissenschaften und Mathematik (IuM) der Fachhochschule (FH) Bielefeld haben sich die Weiterentwicklung einer Kultur zur Funktionalen Sicherheit auf die Fahne geschrieben. Im Maschinen- und Anlagenbau habe die Sicherheit oberste Priorität, doch mit zunehmender Komplexität elektronischer Systeme steige auch die Vielfalt der Fehlermöglichkeiten. „Industrielle Produkte und Prozesse sind schon lange nicht mehr denkbar, ohne dass die Themen Safety und Security intensiv berücksichtigt werden. Mit den modernen Ansätzen der Industrie 4.0 und der damit verbundenen steigenden Bedeutung der Informationstechnik ist die Konzeption von neuen Ideen noch anspruchsvoller geworden“, bringt es Uwe Lück, Referent Technologie/Innovation und Hochschulbeauftragter der IHK Ostwestfalen zu Bielefeld auf den Punkt.

Um sich dieser Thematik zu widmen, wurde das jährlich stattfindende Symposium „Safety und Security im Kontext Industrie 4.0“ ins Leben gerufen. Am 8. Oktober fand die Tagung zum mittlerweile zweiten Mal in den Räumlichkeiten der FH Bielefeld statt. IuM-Dekan Prof. Dr. Lothar Budde begrüßte die Gäste aus Industrie und Hochschulen. Michael Kieviet, Geschäftsführer der innotec GmbH und Vorsitzender des Vereins SafetyOn, führte die gut 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer durch das Programm, das neben Fachvorträgen auch bewusst gesetzte Netzwerkpausen umfasste. „Es ist uns ein großes Anliegen, eine Plattform geschaffen zu haben, Kompetenzen beispielweise durch Schulungen weiter aufzubauen und uns für eine eventuelle Erweiterung vorhandener Normen zu bemühen“, so Kievit.

Prof. Dr. Martin Hülse, Lehrender des Fachbereichs IuM, sprach zu selbstlernenden autonomen Robotersystemen im Zusammenhang mit der Fragestellung: Lassen sich Lernprozesse mit den in der Arbeitswelt geforderten Sicherheitsanforderungen vereinbaren? Dabei erklärte er anhand ausgewählter autonomer Roboter, wie Lernen in komplexen Systemen funktioniert und welche unerwarteten Phänomene dabei zu beobachten sind. Es zeigt sich, Anpassungsprozesse können sowohl zu Sicherheitslücken führen, als auch zielgerichtete Manipulationen ermöglichen. Nach Hülse müssen autonome Systeme jedoch immer auch in der Lage sein zu lernen, um sich an unvorhergesehene Situationen anpassen zu können, wie es beispielweise in Katastrophenszenarien unbedingt notwendig ist. Somit kommt Hülse für den Einsatz künstlicher Intelligenz im Bereich Robotik und Industrie 4.0 zu dem wenig überraschenden Schluss: „Lernen ist ein unsicherer Prozess. Die Qualitätskontrolle für selbstlernende autonome Systeme ist eine der Herausforderungen der Zukunft.“

Die weiteren Vorträge sowie die anschließende Podiumsdiskussion umfassten im Kern folgende Fragestellungen: Welche Bedeutung hat die Cybersecurity in einer zukünftig autonomen Industrieautomatisierung und wie kann dabei die Künstliche Intelligenz unter den Gesichtspunkten der Funktionalen Sicherheit betrachtet werden? Darüber hinaus wurden die vorhandenen Risiken und entsprechenden Bewertungskriterien diskutiert.

Kievit resümiert: „Das Feedback zum zweiten Safety-Symposium an der FH Bielefeld war durchweg positiv. Die Kombination der fachlichen Qualität gekoppelt mit der passenden Umgebung fand großen Anklang. Die ausgewählten Vorträge treffen den Nerv einer Sparte, die an Bedeutung gewinnt. Die Themen rund um Safety und Security werden mit zunehmender Digitalisierung immer dringlicher. Dieses Jahr wurden mit dem Vortrag zur Künstlichen Intelligenz und autonomen Systemen auch die Themen berücksichtigt, die aktuell stark in den Medien diskutiert werden. Umso passender, ein Symposium zu gestalten, dass die sicherheitstechnischen und rechtlichen Konsequenzen der Thematik beleuchtet“.  (th)

 

Bei weitergehendem Interesse:
https://www.safety-on.de