FH Bielefeld
University of
Applied Sciences

FAQ

Was muss ich bei der Nutzung von OER rechtlich beachten?

OER stehen normalerweise unter einer Creative-Commons-Lizenz und es gelten die Nutzungsbedingungen der CC-Lizenzen.  

Sollte eine andere, weniger eindeutige Lizenz vergeben worden sein, wenden Sie sich gerne an uns.

Das Urheberrechts-Wissensgesellschafts-Gesetz müssen Sie nicht berücksichtigen, dieses gilt nur für Material, das nicht offen lizenziert ist.

Wie kennzeichne ich fremdes OER-Material richtig?/„TULLU-Regel“

Bei der Verwendung von OER müssen Sie angemessene Urheber-und Rechteangaben machen. Bei CC-Lizenzen (außer CC-0) müssen Sie die Urheberin oder den Urheber und gegebenenfalls den Werktitel nennen (in der Version 4.0. nicht mehr länger verpflichtend, aber empfohlen). Außerdem müssen Sie angeben, unter welcher Lizenz das Werk steht und wo Sie es gefunden haben.

Empfohlen wird dabei die „TULLU-Regel“: Titel, Urheber, Lizenz, Link, Ursprungsort werden in dieser Reihenfolge genannt. Ausführliche Hinweise und Beispiele finden Sie auf OERinfo.

Außerdem müssen Sie bei CC-Lizenzen ab der Version 4.0 Veränderungen kennzeichnen. Ausführliche Hinweise und Beispiele finden Sie unter OERinForm.

Sind offene Lizenzen gleichbedeutend mit CC-Lizenzen?

CC(Creative-Commons)-Lizenzen sind eine Form der offenen Lizenzen. Sie empfehlen sich wegen ihrer Eindeutigkeit und leichten Verständlichkeit für OER.

Ist ein Werk unter eine „offene“ oder „freie“ Lizenz gestellt, gestattet die Urheberin oder der Urheber den Nutzenden, dieses Werk unter den in der jeweiligen Lizenzversion geregelten Bedingungen zu nutzen. Dabei vergibt sie oder er meist großzügige Nutzungsrechte, verliert jedoch nicht das Urheberrecht: Die Urheberin oder der Urheber muss bei der Weiterverwendung genannt werden.

Einzige Ausnahme ist die CC-0-Lizenz: Ein Werk unter dieser Lizenz kann wie ein gemeinfreies genutzt werden, ohne Angaben der Urheberin oder des Urhebers.

Weitere Informationen zu den CC-Lizenzen finden Sie hier.

Wie prüfe ich die Qualität von OER?

Eine ausführliche Prüfung empfiehlt sich besonders, wenn Sie selbst OER erstellen wollen. Wir haben für diesen Zweck eine "Checkliste Open Educational Resources erstellen" vorbereitet.

Dieser Leitfaden für Lehrende zeigt in Teil 1 auf, welche rechtlichen Maßgaben sich aus dem Urheber- und Persönlichkeitsrecht ergeben und eingehalten werden müssen. Er widmet sich in Teil 2 und 3 den formalen, didaktischen und technischen Qualitätsmerkmalen bei der Entwicklung und Beurteilung von OER-Materialien.

> zur "Checkliste Open Educational Resources erstellen"

Was ist mit den "5 Freiheiten zur Offenheit" gemeint (5R permissions/5V-Freiheiten)?

Freie Bildungsmaterialien (Open Educational Resources, OER) haben einen großen Mehrwert gegenüber ‚traditionellen‘, nicht offen lizenzierten Inhalten. Der Bestandteil „Open“ in „Open Educational Resources” verweist auf fünf zentrale Freiheiten, die Nutzenden eingeräumt werden – und zwar auf Dauer und kostenfrei. Diese Freiheiten gibt es (nur) mit offenen Lizenzen. Damit hat man mit OER rechtlich gesehen viel mehr Freiheiten bei der Nachnutzung als mit Materialien, die unter keiner offenen Lizenz stehen. Insbesondere sind Anpassungen an individuelle Lehr-/Lernbedürfnisse erlaubt:

  • Verwahren/Vervielfältigen
  • Verwenden
  • Verarbeiten
  • Vermischen
  • Verbreiten

Weil diese im deutschen alle fünf mit dem Buchstaben 'V' und im englischen mit dem Buchstaben 'R' beginnen (retain, reuse, revise, remix, redistribute and redistribute) werden die Freiheiten oft als 5V oder 5R-Freiheiten abgekürzt.

Eine gute und kurze Erläuterung zu diesen 5V-Freiheiten finden Sie z.B. in einem Video der Informationsstelle OER (OERinfo).

Da dies für CC-BY-NC- bzw. CC-BY-ND-lizenzierte Werke nicht uneingeschränkt gilt, ist umstritten, ob diese Werke „echte“ OER sind.

Was ist der Unterschied zwischen Open Access und Open Educational Resources?

Meist ist mit Open Access der Zugang zu frei verfügbarem und nutzbarem Forschungsoutput gemeint. Open Educational Resources dagegen sind frei zugängliche und weiternutzbare Lehr- bzw. Bildungsmaterialien. Die Fachhochschule Bielefeld verwendet diese Definition. Weitere Informationen finden Sie unter Open Access.

Kann ich interaktive Elemente mit H5P als OER erstellen?

Ist H5P für OER geeignet?

Ja, Sie können H5P-Elemente problemlos als OER veröffentlichen. H5P ist ein sehr beliebtes OER-Werkzeug für interaktive Elemente.

Kann ich H5P auf ORCA.nrw hochladen?

Ja, auf das Landeportal ORCA.nrw können die H5P-Elemente als Datei hochgeladen werden (z.B. als SCORM-Element oder HTML-Datei).

Womit kann ich H5P-Elemente erstellen?

Wir empfehlen mit dem Tool "Lumi" zu arbeiten. Lumi ist eine Desktop-App, mit der Sie interaktive Inhalte mit dutzenden verschiedener Inhaltstypen erstellen, bearbeiten, anzeigen und weitergeben können. Es ist kostenlos und Open Source. Die Lumi-Anwendung und die produzierten Dateien (also die .H5P-Dateien und die möglichen Exportdateien wie .HTML oder SCORM) liegen lokal auf dem eigenen Rechner.

Alternativ können Sie auch auf h5p.com und dessen eigener Speichercloud arbeiten, um die über 30 verschiedenen Inhaltstypen zu nutzen. Auf H5P.com kann man selbst entscheiden, ob Inhalte geteilt und öffentlich sein sollen oder privat. Allerdings ist H5P.com mittlerweile kostenpflichtig! Sie können nur noch "Testinhalte" dort für 30 Tage kostenfrei erstellen. Für den ersten Einstieg in das Thema H5P können Sie sich auch kostenfrei auf h5p.org anmelden - dort dürfen Sie 6 verschiedene Inhaltstypen ausprobieren - allerdings sind diese dann auch öffentlich sichtbar.

In Kürze geht ein neues OER-Repository online. Dann können Sie Ihre H5P-Elemente, die Sie z.B. mit LUMI erstellt haben, auf https://h5p.org/oer-hub-coming veröffentlichen. Derzeit ist nicht klar, ob das kostenpflichtig sein wird und wie man die dort liegenden H5P-Elementen einbinden kann.

Mit Lumi Lernmaterial erstellen

Wie kann ich mit Lumi Lernmaterial nachnutzen oder erstellen?
Lumi nutzt das Dateiformat H5P, eine Arbeitsdatei, aus der am Ende das fertige Lernmaterial für die Studierenden erzeugt wird. Um Lernmaterial mit Lumi zu erstellen, öffnen Sie die Desktop-App, starten den H5P-Editor und wählen entweder Ein vorhandenes H5P öffnen, wenn Sie eine schon bestehende H5P-Datei nachnutzen wollen, oder alternativ Ein neues H5P erstellen. Speichern Sie die H5P-Datei Ihres Lernmaterials immer ab (Datei > Speichern als). So können Sie (oder andere Lehrende, denen Sie Ihr Material zur Verfügung stellen) nachträglich noch Anpassungen vornehmen.

Wie kann ich meinen Studierenden mit Lumi gestaltetes Lernmaterial bereitstellen?
Nachdem Sie Lernmaterial in Lumi erstellt haben, können Sie es als HTML-Datei exportieren, um es Ihren Studierenden z. B. per E-Mail oder in ILIAS bereitzustellen. Ihre Studierenden können eine HTML-Datei herunterladen und in ihrem Internet-Browser öffnen. Um eine HTML-Datei zu erzeugen, klicken Sie nach dem Erstellen eines H5P-Elements in Lumi oben links auf Datei > Exportieren > All-in-One-HTML-Datei.

Alternativ können Sie auch eine SCORM-Datei exportieren und diese in ILIAS als SCORM-Lernmodul nutzen.

Wie kann ich mein Lernmaterial als OER zur Nachnutzung bereitstellen?
Wenn Sie anderen Lehrenden die Möglichkeit geben wollen, Ihre H5P-Elemente nachzunutzen, sollten Sie zunächst in Lumi die dafür relevanten Metadaten (Lizenz, Rechteinhaber*in usw.) hinterlegen. Klicken Sie dafür auf Metadaten neben dem Titel Ihres H5P-Elements und geben Sie die nötigen Daten ein. Für die Nachnutzung ist es sinnvoll, nicht nur die fertige HTML-Datei (Datei > Exportieren > All-in-One-HTML-Datei) bereitzustellen, sondern auch die H5P-Datei des Lernmaterials, also die Arbeitsdatei (Datei > Speichern). An dieser können andere Lehrende nachträglich noch Anpassungen vornehmen und diese im Änderungsprotokoll vermerken, das bei den Metadaten zu finden ist. Die HTML-Datei und die H5P-Datei können gemeinsam in einem ZIP-Ordner bereitgestellt werden.

> das ausführliche Handout finden Sie in der Downloadbox

 Darf ich Youtube-Videos für H5P benutzen und dann als OER veröffentlichen?

Nein, nur wenn Sie die Nutzungsrechte am Video für diesen Zweck anfragen:

Wenn Sie Fremdvideos (z.B. aus YouTube) in H5P-interaktive Videos einbinden und das dann als OER veröffentlichen wollen, gilt das als eine „Veränderung“ des Videos und dafür braucht man die Erlaubnis des/der AutorIn. Die Verwendung des YouTube-Videos in einem H5P-Interaktiven Video könnte als sogenannte "Bearbeitung" gelten und "Bearbeitungen eines Werkes" dürfen gem. § 23 UrhG nur mit Zustimmung des:der Urheber:in veröffentlicht oder verwertet werden. Und das machen Sie ja bei einer Lizenzierung als OER.

Ist das YouTube-Video also nicht selbst unter einer CC-Lizenz auf YouTube gestellt (und die regelt dann ja klar die Regeln der Bearbeitungsmöglichkeiten), dann müssen Sie den/die Urheber*in schriftlich um Erlaubnis fragen.

Die Eingabe des YouTube-Links allein (z.B. als Link in einem Text o.ä) ist urheberrechtlich irrelevant, sofern die verlinkten Inhalte mit Willen des:der Rechteinhaber:in ins Internet eingestellt und zudem frei verfügbar sind.

Wo kann ich mein offenes Material veröffentlichen?

Lehrende der öffentlichen und überwiegend staatlich refinanzierten Hochschulen aus NRW können ihre offenen Lehr-Lernressourcen im Landesportal ORCA.nrw hochladen und sie so auffindbar machen. Auf ORCA.nrw können Dateien hochgeladen werden (z.B. einen Kurs als zip- oder mbz-Datei oder einzelne (Text-)Dokumente) und auch Videos/Audios, die automatisch auf dem landesweiten Videoservice für Hochschulen educast.nrw verwaltet werden. ORCA.nrw bietet auch eine eigene ILIAS- und moodle-Instanz an, auf der offene Kursangebote für Studierende angeboten werden können.

Damit die hochgeladenen Bildungsinhalte gefunden werden und möglichst gut zu der Suchanfrage passen, ist eine formale Beschreibung der Ressourcen notwendig. Dies wird über die Eingabe sogenannter Metadaten ermöglicht, also Informationen die dem Material mitgegeben werden und auslesbar sind. Sie geben zum Beispiel an um welchen Medientyp es sich handelt und machen Angaben zu Urheber*innen.

Welche Medientypen kann ich auf ORCA.nrw hochladen?

Assessment, Audio, Inhaltsvermittlung, Kurs, Diagramm, Didaktisches Konzept, Übung, Lernspiel, Bild/Grafik, Karte, Methodisches Werkzeug, Fragebogen, Skript, Musiknoten, Simulation, Präsentation, Tabelle, Textdokument, Video, Arbeitsmaterial, Sonstige

 

 Ihre Frage ist nicht dabei? Wenden Sie sich gerne an uns.