FH Bielefeld
University of
Applied Sciences

FH Bielefeld verabschiedet OER-Policy

Infografik: Die 5V-Freiheiten für Offenheit

Als eine der ersten Hochschulen für Angewandte Wissenschaften in NRW hat die FH Bielefeld jetzt eine eigene OER-Policy verabschiedet. Mit ihr legt die FH Grundsätze für den sicheren und positiven Umgang mit Open Educational Resources vor.

Bielefeld (fhb). Freier Zugang zu Bildungsmaterialien spielt derzeit eine große Rolle in Nordrhein-Westfalen. Freie Bildungsmaterialien – sogenannte Open Educational Resources (OER) – sollen allen Lehrenden und Studierenden den kostenfreien Zugang zu sowie die Weiterentwicklung und Wiederveröffentlichung von Lehr-/Lernmaterialien erlauben. Als eine der ersten Hochschulen für Angewandte Wissenschaften in NRW hat die Fachhochschule (FH) Bielefeld jetzt eine eigene OER-Policy verabschiedet.

Mit ihrer OER-Policy ermutigt die FH Bielefeld alle Lehrenden, Mitarbeitenden und Studierenden, eigene Lehr-/Lernmaterialien unter einer freien Lizenz zu veröffentlichen sowie bestehende frei lizenzierte Materialien zu nutzen, weiterzuentwickeln und erneut zu veröffentlichen. „Aus dem Teilen kann eine neue Lehr- und Lernkultur entstehen, die das ‚Geben und Nehmen‘ in den Mittelpunkt rückt“, freut sich Vizepräsident für Internationales und Digitalisierung Prof. Dr. Ulrich Schäfermeier. Diesen Kulturwandel soll der Open Resources Campus NRW (ORCA.nrw) befördern, ein Gemeinschaftsprojekt der Hochschulen in NRW unter dem Dach der Digitalen Hochschule NRW (DH.NRW). Mit dem Landesportal ORCA.nrw entsteht eine landesweite Plattform, die die Sichtbarkeit der Materialien erhöht und den Austausch ermöglicht.

Infografik: Die 5V-Freiheiten für Offenheit
OER erlauben je nach Lizenzierung weitgehende Freiheiten bei der Nutzung von Bildungsmaterialien. © „Die 5V-Freiheiten für Offenheit“ via OERinfo (https://open-educational-resources.de/5rs-auf-deutsch) von Julia Eggestein, Jöran Muuß-Merholz und Jörg Lohrer ist lizenziert unter CC BY 4.0. (https://creativecommons.org/licenses/by/ 4.0/legalcode).

Die ausdrückliche Unterstützung für OER erleichtert Lehrenden zudem, in Förderprogrammen erfolgreich zu sein, die Studium und Lehre in den Mittelpunkt stellen. So ist die FH Bielefeld mit zwei Projektanträgen in der großen Förderlinie OERContent.nrw der DH.NRW jüngst erfolgreich gewesen. „Öffentliche Geldgeberinnen stellen zunehmend die Bedingung, dass mit Projektmitteln produzierte Lehr-/Lernmaterialien unter einer freien Lizenz stehen müssen“, erläutert Prof. Dr. Michaela Hoke, Vizepräsidentin für Studium und Lehre. „Mit dem klaren Bekenntnis zu OER und zur Bereitstellung entsprechender Dienstleistungen demonstriert die Hochschule den Mittelgebern deutlich ihre Unterstützung in diesem Bereich.“

OER als Ausdruck der Offenheit der FH Bielefeld

An der FH Bielefeld hat ein partizipativer Prozess stattgefunden, an dem Mitglieder des Präsidiums, Lehrende der Fachbereiche und Mitarbeitende der Hochschulbibliothek und des Projekts Digital Mobil @ FH Bielefeld teilgenommen haben. Die OER-Policy ist somit ein Gemeinschaftsprojekt, das auf vielen Schultern ruht. „Schon alleine der Entstehungsprozess der OER-Policy hat dazu beigetragen, das Thema offene Bildungsmaterialien in der Hochschule sichtbar und unsere Beratungsdienstleistungen bekannt zu machen. OER sind für viele Lehrende noch ein relativ unbekanntes Feld. Wie im Bereich Open Access, in dem die FH Bielefeld eine Spitzenposition als Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Deutschland einnimmt, spielen deswegen die Informations- und Unterstützungsangebote eine entscheidende Rolle“, sagt Dr. Karin Ilg, Leiterin der Hochschulbibliothek, in der die Servicedienstleistungen für OER und Open Access angesiedelt sind.

OER in Studium und Lehre sowie Open Access im Bereich Forschung und Publizieren sind beides Ausdruck der strategischen Ausrichtung der FH Bielefeld. „Mit unserem vielfältigen Studienangebot wollen wir einen verantwortungsvollen Beitrag zur gesellschaftlichen Entwicklung leisten. Offenheit und der kostenfreie Zugang zu Bildungsmaterialien, wie wir sie in der Policy formuliert haben, tragen dazu bei, diesen Anspruch der Fachhochschule zu verwirklichen. Ich freue mich darauf zu sehen, wie das ‚Geben und Nehmen‘ gelebt wird“ betont Prof. Dr. Ingeborg Schramm-Wölk, Präsidentin der Hochschule die Bedeutung der Policy.

Im Rahmen des Netzwerks ORCA.nrw steht an der FH Bielefeld das OER-Serviceteam in der Hochschulbibliothek beratend zur Seite. Diese ist unter open@fh-bielefeld.de erreichbar.

Text: Alexander Kobusch, Hochschulbibliothek