FH Bielefeld
University of
Applied Sciences

20. Mindener Fachgespräch für den Tiefbau „Spezialtiefbau – verbessern, sanieren, tiefgründen“

  1. Baugrundverbesserung mit Stabilisierungssäulen – Design und Anwendungsgrenzen
  2. Injektionen im Baugrund – Verfahren, Materialien und Anwendungen
  3. Tiefgründung mit Ortbetonpfählen im Kelly- und SOB-Verfahren - Anwendungsgrenzen und besondere Anforderungen

Das 20. Mindener Fachgespräch für den Tiefbau fand am Dienstag, den 19.11.2019 unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. Hans-Georg Gülzow im Audimax des Campus Minden der Fachhochschule Bielefeld statt. Der Dekan Prof. Dr.-Ing. Oliver Nister konnte rund 100 Gäste und Studierende begrüßen. Die 3 Fachvorträge werden nachfolgend in Zusammenfassungen vorgestellt. Die PDF-Dateien (0,3 - 4 MB) mit den Vortragsfolien sind jeweils über den Link „[mehr ...]“ am Ende der Zusammenfassung und über den Downloadbereich am linken Rand der Seite  erreichbar..

Baugrundverbesserung mit Stabilisierungssäulen – Design und Anwendungsgrenzen
Jan Zawadil, M.Sc., Keller Grundbau GmbH, Isernhagen

Stabilisierungssäulen werden zur Baugrundverbesserung eingesetzt und können als Trockenmörtelsäulen, Nassmörtelsäulen, hydraulisch gebundene Stopf-/Rüttelsäulen oder Bodenmischsäulen hergestellt werden (s. Bild 1). An einer nationalen Regelung/DGGT-Empfehlung wird derzeit im AK 2.8 gearbeitet. Grundsätzlich ist im Zuge des Standsicherheitsnachweises eine Lastaufteilung zwischen Boden und Stabilisierungssäulen zu berechnen. Gegenüber konventionellen Verfahren zur Baugrundverbesserung werden Stabilisierungssäulen einer höheren Risikokategorie zugeordnet.  [mehr ...]

Injektionen im Baugrund – Verfahren, Materialien und Anwendungen
Prof. Dr.-Ing. Carsten Schlötzer, MKP Müller-Kirchenbauer Ingenieurgesellschaft mbH, Neustadt und Lemgo

Im Zuge konventioneller Baugrundinjektionen wird das Injektionsgut mit geringen Drücken in den Porenraum des Bodens eingepresst ohne das Korngefüge zu stören. Je nach Korngefüge des Bodens werden unterschiedliche Injektionsmaterialien verwendet. Professor Schlötzer erläuterte, dass mit der Verwendung neuer Reaktive, die zur Einleitung der Verfestigungsprozesse eingesetzt werden, die Umweltverträglichkeit von chemischen Injektionsmittel verbessert werden konnte. Damit kommen Injektionen im Baugrund wieder häufiger zur Anwendung. Bild 2 zeigt die Injektion aus einer Punktquelle für die Herstellung einer Dichtungssohle. Mit 2 Beispielen wurden die Einsatzmöglichkeiten für Hebungsinjektionen und Abdichtungsinjektionen aufgezeigt.  [mehr ...]

Tiefgründung mit Ortbetonpfählen im Kelly- und SOB-Verfahren - Anwendungsgrenzen und besondere Anforderungen

Dr.-Ing. Karsten Beckhaus, BAUER Spezialtiefbau GmbH, Schrobenhausen  

Mit dem universellen Kelly-Bohrverfahren und dem vergleichsweise wirtschaftlichen SOB-Verfahren (s. Bild 3) werden Bohrpfähle nach DIN EN 1536 ausgeführt. Beim Schneckenortbetonpfahl muss der Bewehrungskorb nachträglich in die Frischbetonsäule eingedrückt werden. Mit dem teleskopierbaren Kellygestänge werden große Pfahltiefen erreicht, wie etwa die 111m tiefen Testpfähle für den Elbtower in Hamburg. In beiden Fällen ergeben sich für die Rezeptur des Betons besondere Herausforderungen. Der Frischbeton muss über eine lange Zeit gut verarbeitbar sein und außerdem ein hohes Wasserrückhaltevermögen unter hydrostatischem Druck aufweisen.  [mehr ...]

In den 3 Vorträgen wurden die Regelungen und Herausforderungen für die Spezialtiefbauverfahren „Stabilisierungssäulen“, „Injektionen im Baugrund“ und „Bohrpfahlgründungen“ vorgestellt. An die Vorträge schloss sich wieder eine lebhafte Diskussion mit den Teilnehmern an (s. Bild 4).

Bild-1-STS

Bild 1:  Herstellung von Stabilisierungssäulen

 

Bild-2-Injektion

Bild 2:  Sohlinjektion mit Punktquelle für die Abdichtung Abdichtung einer Baugrube

 

Bild-3-SOB

Bild 3:  Bohrgerät für einen Schneckenortbetonpfahl (SOB)

 

Bild-4-Podium

Bild 4:  Podium mit den Referenten