FH Bielefeld
University of
Applied Sciences

Optimiertes Schnittstellenmanagement aus Sicht der Bauprojektsteuerung dargestellt an zwei Praxisbeispielen

Bachelorarbeit Nicole Baeumer / 08.2017 – Studiengang Projektmanagement Bau – FH Bielefeld / FB 2

Schnittstellen zwischen den Planungs- und Baubeteiligten gibt es in jedem Hochbauprojekt. Dabei sind die Art, der Auslöser und die Folgen individuell. Die Rahmenbedingungen von Bauprojekten, wie beispielsweise die hohe Vernetzung der Beteiligten, sorgen für zahlreiche, meist komplexe Schnittstellen. Das Schnittstellenmanagement muss auf diese anspruchsvollen Randbedingungen reagieren können und für den fachgemäßen Umgang sorgen.

Mit Hilfe von zwei Praxisbeispielen konnten typischen Schnittstellen identifiziert und analysiert werden. Bei der Sanierung einer Bibliothek bekam die Projektsteuerung einen detaillierten und umfangreichen Einblick in schnittstellenrelevante Themen. Die Randbedingungen Bauen im Bestand und Betrieb, Beauftragung von Einzelplanern und der Auftraggeber, der gleichzeitig als Architekt fungiert, verstärkten die Problematik. Das andere Praxisbeispiel, der Neubau eines Verwaltungsgebäudes, gab aus Sicht der Projektsteuerung einen eher oberflächlichen Einblick in die vorhandene Schnittstellenproblematik. Dabei können die Übergabe der Planung von dem Generalplaner an den -unternehmer, sowie Kommunikationsschwierigkeiten innerhalb des Projektteams bei den Kanalanschlussarbeiten als problematisch charakterisiert werden. Im Vergleich stellte sich heraus, dass die Projektart, das Vergabemodell und die Bauherrenrolle die Art und Anzahl von Schnittstellen enorm beeinflussen.

Die Projektsteuerung als übergeordnete Wirtschaftseinheit, Generalist und Spezialist, ist der optimale Schnittstellenmanager für Bauprojekte. Mit den entwickelten Handlungsempfehlungen kann individuell auf Schnittstellen reagiert werden. Die Checkliste für die Projektsteuerung gibt übergeordnete Tipps, die bei der Umsetzung helfen sollen. Ebenso werden digitale Lösungsansätze in Form einer Vernetzung bestehender Software und dem ganzheitlichen Einsatz von Building Information Modeling (BIM) zur Unterstützung der Projektsteuerung dargestellt.

Bei dem Einsatz der verschiedenen Methoden ist vor allem ein konsequentes und individuelles Schnittstellenmanagement von enormer Wichtigkeit. Die Notwendigkeit sollte bereits zu Projektbeginn betont und die Handlungsempfehlungen beachtet werden. Dabei gilt: Komplexe Probleme brauchen nicht immer komplexe Lösungen. Eine stärkere Zusammenarbeit, kombiniert mit Vertrauen und Kommunikation des Projektteams, sind neben der individuellen Beratung des Bauherrn sowohl Voraussetzung als auch Erfolgsfaktor für ein konfliktfreies Bauprojekt.

Kontakt: baeumer95@googlemail.com

Erstprüfer: Prof. Dr.-Ing. Ulrich Schramm
Zweitprüfer: Prof. Dr.-Ing. Oliver Nister