FH Bielefeld
University of
Applied Sciences

Zur Akzeptanz intelligenter Campusbauten am Beispiel des Forschungsgebäudes CITEC in Bielefeld

Masterarbeit Patrick Köhn/8.2014 – Studiengang Integrales Bauen – Vertiefung PM Bau – FH Bielefeld/FB 2

Die Berücksichtigung des Menschen als Nutzer ist heutzutage ein wesentlicher Bestandteil bei der Gestaltung von Bauwerken. Im Gebäudelebenszyklus müssen so neben ökonomischen auch ökologische und vor allem soziokulturelle Aspekte berücksichtigt werden, die die Akzeptanz des Bauwerks durch die Nutzer maßgeblich beeinflussen. Diese Anforderungen gelten dabei selbstverständlich auch für die Gebäudetechnik, für die heutzutage intelligente Gebäudesysteme und -technologien zur Verfügung stehen. Für die Qualitätssicherung von Campusbauten ist es dabei unerlässlich, die Stärken und Schwächen dieser Systeme und Technologien zu bewerten.

Daher widmet sich diese Arbeit der Fragestellung, inwieweit Hochschulbauten mit entsprechenden Gebäudetechnologien die Anforderungen und Bedürfnisse der Nutzer erfüllen und so von diesen akzeptiert werden. Zudem werden neben den soziokulturellen auch die ökonomischen und ökologischen Kriterien einer nachhaltigen Hochschul-Baukultur betrachtet. Da sich die Qualität der Gebäudesysteme jedoch erst in der Nutzungsphase abschließend beurteilen lässt, ist die Evaluation von gebauten Umwelten in Form einer nutzerorientierten Gebäudebewertung (z. B. Post-Occupancy Evaluation, POE) ein unverzichtbares Instrument. Als Ziel sollen konkrete Verbesserungsvorschläge für das untersuchte Setting und exemplarische
Handlungsempfehlungen für die Planung und den Bau vergleichbarer Campusbauten formuliert werden.

Für ein grundlegendes Verständnis des hier behandelten Themenfeldes werden im ersten Teil der Arbeit die zentralen Begrifflichkeiten erläutert und die Anforderungen an zeitgemäße Campusbauten sowie die Erfordernisse der Gebäudetechnologien dargelegt. Die ausführliche Beschreibung der Forschungsmethode der nutzerorientierten Gebäudebewertung bildet den Abschluss der theoretischen Erläuterungen. Im zweiten Teil der Arbeit werden die Konzeption der Bewertung, das Untersuchungsobjekt selbst sowie die Ergebnisse der Untersuchung vorgestellt und analysiert. Im dritten Teil der Arbeit bilden die Ergebnisse der Befragung die Basis für die Ableitung konkreter Optimierungsvorschläge für das Setting sowie allgemeiner Handlungsempfehlungen für vergleichbare Campusbauten.

Zusammenfassend zeigt diese Arbeit, dass im Bereich intelligenter Gebäudetechnologien Optimierungen nötig sind und für zukünftige Hochschulbauten berücksichtigt werden sollten. Dabei sollte der Mensch als Nutzer und seine Bedürfnisse wesentlicher Bestandteil aller Überlegungen sein und sich die Technik individuell an die jeweiligen Anforderungen anpassen.

Indem öffentliche Institutionen in ihrer Vorbildrolle und Verantwortung gegenüber der Gesellschaft den Nutzern frühzeitig die Möglichkeit geben, sich in die Konzeption mit einzubringen, ermöglichen sie diesen, das Gebäude und die intelligenten Technologien selbst mit zu gestalten. Diese Vorgehensweise ist für die Zufriedenheit und Akzeptanz der Nutzer - über den gesamten Gebäudelebenszyklus hinweg – von wesentlicher Bedeutung.

Kontakt: patrick_koehn@gmx.de
Erstprüfer: Prof. Dr.-Ing. Ulrich Schramm
Zweitprüferin: Prof. Dr. phil. Sybille Reichart, FB 5 - Wirtschaftspsychologie