FH Bielefeld
University of
Applied Sciences

Guter Empfang: ein Rückblick auf die virtuellen Open-Access-Tage aus Bielefeld

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„Und nun wünsche ich Ihnen guten Empfang!“ – so eröffnete Dr. Karin Ilg, Leiterin der Hochschulbibliothek der Fachhochschule (FH) Bielefeld, die 14. Open-Access-Tage, die dieses Jahr erstmals komplett virtuell durchgeführt wurden. Weitere Grußworte sprachen die Präsidentin der FH Bielefeld Prof. Dr. Ingeborg Schramm-Wölk, der Rektor der Universität Bielefeld Prof. Dr. Gerhard Sagerer und Barbara Knorn, die Direktorin der Universitätsbibliothek (UB) Bielefeld, sowie Dr. Dietrich Nelle und Dr. Stefan Drees als Vertreter der beiden Förderer der Konferenz, des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft NRW (MKW). Eigentlich hätten die Open-Access-Tage, organisiert von UB Bielefeld und der Hochschulbibliothek zusammen mit der Informationsplattform open-access.net, in Bielefeld stattfinden sollen. Stattdessen wurden sie live aus Arbeitszimmern, Büros und Küchen in Bielefeld und der ganzen Welt auf Zoom gestreamt. „Die Open-Access-Tage als digitale Veranstaltung völlig neu zu konzipieren, hat uns herausgefordert und außerordentlich kreativ gemacht,“ erklärte Ilg in ihrem Grußwort.

Die Idee, die Open-Access-Tage 2020 gemeinsam auszurichten, entstand Ende 2018 im Anschluss an eine gelungene Kooperation der beiden Bibliotheken im Rahmen der International Open Access Week. Nach der erfolgreichen Bewerbung begannen im März 2019 die Planungen, die zunächst vorsahen, die Konferenz in der Bielefelder Stadthalle durchzuführen. Als klar wurde, dass die Ausmaße der Corona-Pandemie es nicht zulassen würden, die Tagung vor Ort in Bielefeld zu veranstalten, fiel Anfang April 2020 die Entscheidung, sich auf das Online-Abenteuer einzulassen.

Normalerweise haben die Organisationsteams ca. anderthalb Jahre Zeit, die größte Konferenz zu Themen rund um Open Access im deutschsprachigen Raum vor Ort zu planen. Nun musste innerhalb von knapp sechs Monaten eine Online-Tagung auf die Beine gestellt werden, für die es kein Vorbild gab. Der Call for Participation wurde verlängert und auf Online-Formate umgestellt, die passenden Tools mussten ausgesucht und ein alternatives Rahmenprogramm entworfen werden. All dies organisierten die Mitarbeiter*innen der beiden Bibliotheken zusammen mit dem Programmkomitee größtenteils vom virtuellen Homeoffice aus.

Anfang Juli stand dann das Programm mit drei internationalen Keynotes, 13 Workshops, drei Open-Access-Einsteigersessions und 13 Vortragssessions bestehend aus insgesamt 41 Vorträgen sowie einer Postersession und einem Toolmarkplatz. 20 Hosts und Co-Hosts, unterstützt von 16 Moderator*innen begleiteten die Vortragenden, und an allen drei Tagen war das virtuelle Tagungsbüro für Fragen aller Art geöffnet. Dort konnten die bis zu 340 Teilnehmenden auch spontan virtuelle Meetingräume zur Verfügung gestellt bekommen, um sich im kleineren Kreis auszutauschen. Das Rahmenprogramm umfasste eine Autorenlesung am ersten Abend, eine Virtual Happy Hour unter dem Motto „Bring Your Own Bottle“ am zweiten Abend sowie mehrere „Pausenexpresse“, bei denen eine Trainerin des Uni-Hochschulsports die Teilnehmenden mit leichten Übungen nach dem langen Sitzen wieder mobil machte. „Durch die virtuelle Durchführung konnten die Open-Access-Tage eine neue Offenheit erlangen und sich neue Zielgruppen erschließen,“ erklärt Katharina Schulz (Hochschulbibliothek), die u. a. eine der Einführungssessions moderierte.

Die FH Bielefeld war auch inhaltlich mit mehreren Beiträgen vertreten: Im Workshop „Open Access in den deutschen Bundesländern“, den Dr. Stefan Drees vom MKW eröffnete, trat openaccess.nrw in den Austausch mit anderen Landesinitiativen. Die FH Bielefeld hat bei diesem Vorprojekt der Digitalen Hochschule NRW die Konsortialführung inne. openaccess.nrw organisierte außerdem einen eigenen Workshop, in dem mit fast 30 Teilnehmenden Umsetzungsoptionen für Open-Access-Services erarbeitet wurden. Katharina Schulz und Prof. Dr. Dr. Andrea Ehrmann (Fachbereich Ingenieurwissenschaften und Mathematik) boten einen ebenfalls gut besuchten Workshop zum Thema „Open Access für den wissenschaftlichen Nachwuchs“ an.

OAT2020_Posterpreis_oanrwEin Höhepunkt war aus Sicht des Projekts der zweite Platz für das Poster „openaccess.nrw – auf dem Weg zu einer landesweiten Servicestruktur für Open Access“ bei der Posterprämierung am letzten Tag.

Posterbeiträge und Folien finden Sie in der OAT20-Community auf Zenodo, die zurzeit noch laufend ergänzt wird. Ein Teil der Vorträge wurde aufgezeichnet und wird demnächst auf dem AV-Portal der Technischen Informationsbibliothek Hannover zur Verfügung stehen.