FH Bielefeld
University of
Applied Sciences
30.06.2011

„Jedem Ende wohnt ein Anfang inne“

Über einhundert Abschluss-Arbeiten am Fachbereich Gestaltung: Morgen ist Ausstellungseröffnung.

Studentin vor ihrer Plakatwand

Bielefeld (fhb). Abschlussarbeiten am Fachbereich Gestaltung der FH Bielefeld, so viele zum Semester-Ende, wie nie zuvor: Grafik, Fotografie, Mode. Doch nicht nur die Masse zählt, auch die Klasse stimmt wieder einmal, hielt Prof. Dr. Martin Roman Deppner, der Dekan des Fachbereichs, heute anlässlich des schon traditionellen Vorab-Pressegesprächs fest. Morgen, am Freitag, geht es dann um 18 Uhr los: Eröffnung der dreitägigen Ausstellung von 102 Abschlussarbeiten, davon 60 im (auslaufenden) Diplomstudiengang, zudem 40 Bachelor- und zwei  Master-Arbeiten. Die meisten von ihnen zu sehen im FH-Gebäude an der Lampingstraße. Aber auch drei Bielefelder Galerien sind mit von der Ausstellungs-Partie: Artists Unlimited, Galerie van Laak und Bérenger sowie Galerie 61.  

"Jedem Ende wohnt ein Anfang inne", hat Dekan Deppner in dem soeben erschienenen Ausstellungs-Katalog Hermann Hesse zitiert und damit die Studierenden und Absolventen aufgefordert, "niemals Endgültigkeiten zu akzeptieren, sondern die Suche nach Neuem selbst dann zu starten, wenn ein Endpunkt erreicht scheint". Das Examen sei ein solcher - vorläufiger - Endpunkt, "ein Einschnitt zwischen Abschluss und Auftakt für ein neues Leben".

Die Gestalterinnen und Gestalter scheinen gewappnet. Zu sehen sind: Konzeptionelle Gestaltung, imposante Entwürfe im großen und kleinen Format, Grafiken, Zeichnungen, Fotografien, Textiles. Privates. Persönliches. Kritisches. Suchendes. Werbendes. Empfehlendes. "Wer seine Wurzeln nicht kennt, wird kein großer Baum", hat etwa Sabine Schmidtpeter ihre Arbeit überschrieben. Und Nicole Steffen wirft - wohl gleichsam für viele Kommilitonen - die fragende Feststellung auf: "Kunst ist Design und Design ist Kunst!?". Um dann fortzufahren: "Die Kunst scheint einen Schritt voraus zu sein, macht sie sich nützlich, wird sie zum Design."  Worüber man trefflich streiten kann…     

All das ist nachzulesen in dem aufwendig produzierten und mit viel Liebe gestalteten Katalog zur Ausstellung, 107 Seiten stark, reich bebildert, gedruckt auf einem anspruchsvollen, angenehmen Papier. Anja Balsfulland, Steffen Budke, Bastian Pätzold und Lukas Timmer, betreut von Prof. Dirk Fütterer, zeichnen hier verantwortlich. Auf jeden Fall lesenswert. Eine, wenn man so will, besondere Team-Abschlussarbeit. 1000 Exemplare gibt es. Sie werden schnell vergriffen sein.

Dekan Prof. Deppner fasste, eher beiläufig, doch punktgenau und respektvoll, zusammen, was die Abschluss-Arbeiten in diesem Semester ausmacht: "Man ist erschlagen von dem, was es alles gibt." Die Absolventen seines Fachbereichs sieht er gut gerüstet für weitere Aufgaben: "Man muss das Alte kennen, um Neues hinzufügen zu können." Das haben sie gelernt. Ein Grund mehr, das Studien-Ende mit einem erfreulichen Berufs-Anfang auszutauschen. Oder, in den Worten der Katalogs-Redaktion: "Sowie die letzte Stufe des Studiums für den Gestalter nur der erste Schritt in einen neuen Abschnitt bedeutet und der Abschluss seiner Arbeit nur den Impuls zu einem neuen Prozess gibt, bedeutet jedes Ende auch einen neuen Anfang."

Das Ausstellungsprogramm