FH Bielefeld
University of
Applied Sciences
04.09.2014

Mehr Milch durch artgerechte Beleuchtung

Landwirtschaftsministerium fördert Projekt der FH Bielefeld über intelligente LED-Leuchten im Kuhstall.

Professorin Schwenzfeier-Hellkamp und Daniel Werner mit zwei Kühen im Kuhstall

Bielefeld (fhb.) Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft fördert bis Juli 2016 mit 359.000 Euro ein Projekt zur Milchviehhaltung unter Federführung der Fachhochschule (FH) Bielefeld. Entwickelt wird eine intelligente LED-Leuchte, die Kuh und Stall ins rechte Licht setzten soll. Wichtig hierbei: Kühe sehen anders als Menschen.

"Bisher war die Beleuchtung in den Ställen ausschließlich am Menschen ausgerichtet, dabei benötigen die Tiere ein ganz anderes Licht", erklärt Daniel Werner, der sich als wissenschaftlicher Mitarbeiter von Prof. Dr. Eva Schwenzfeier-Hellkamp um das Projekt kümmert. Eine Kuh könne langwelliges rotes Licht gar nicht sehen, kaltweißes Licht eigne sich deshalb besser zur Stallbeleuchtung, so Werner. Die Steigerung des Tierwohls und der Tiergesundheit stehen im Mittelpunkt des Forschungsinteresses, da diese nicht nur ein längeres Leben der Tiere, sondern auch höhere Milcherträge bewirken sollen.

Das Forschungsprojekt wird am neuen Forschungsschwerpunkt ITES des Fachbereichs Ingenieurwissenschaften und Mathematik durchgeführt. Am Verbundprojekt sind zudem der Tierverhaltensforscher Prof. Dr. Klaus Reiter von der Bayrischen Landesanstalt für Landwirtschaft, das Unternehmen für Milchviehwirtschaft DeLaval International AG, das Landwirtschaftszentrum Haus Düsse der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen und Prof. Dr. Georg Fischer von der Universität Erlangen-Nürnberg beteiligt.

Die Wissenschaftler der FH Bielefeld stellen dabei die Kompetenz im Lichtbereich. Zunächst soll ein Prototyp der LED-Leute im Labor entwickelt werden. Nach umfangreichen Tests wird diese in einer Praxisphase in der Stallumgebung des Hauses Düsse installiert. Zur Erfassung und Beurteilung des Tierverhaltens verwenden die Forscher eine automatisierte Aktivitätserfassung mittels Sensoren an den Beinen der Kühe sowie eine permanente Videoüberwachung. Mit Hilfe der Liege- und Stehzeiten kann Ethologe Klaus Reiter dann den "Gemütszustand" der Kühe bestimmen, der ausschlaggebend für die Tiergesundheit und somit auch für das Tierwohl ist.

Wichtig ist den Forschern der FH Bielefeld, dass das Forschungsprojekt interessante wissenschaftliche Arbeiten für die Studierenden des Fachbereichs Ingenieurwissenschaften und Mathematik, insbesondere den Studierenden im Studiengang Regenerative Energien bietet. Die Lehre soll so durch aktuelle Forschungsthemen bereichert werden.