3. Interprofessioneller Ausbildungskongress für Lehrende in Gesundheitsfachberufen

13.03.2017

Best-Practice-Beispiele sowie neue Lehr- und Lernformen.

interprof-ausbildung-2017Bielefeld (fhb). An der Fachhochschule Bielefeld wurde am 9. März der „3. Interprofessionelle Ausbildungskongress für Lehrende in Gesundheitsfachberufen“ mit rund 350 Teilnehmenden und 70 Referenten eröffnet. Zwei Tage lang wurde intensiv über die Aufgaben der Lehrenden in Gesundheitsfachberufen, insbesondere über didaktische Konzepte im Rahmen der Lehrtätigkeit, diskutiert. Der Fachkongress war eine gemeinsame Veranstaltung der FH Bielefeld mit der Universität Osnabrück und der Hochschule für Gesundheit in Bochum. Acht Berufs- und Schulverbände waren gleichfalls als Kooperationspartner mit dabei. Prof. Dr. Beate Klemme, Therapiewissenschaftlerin an der FH Bielefeld mit dem Schwerpunkt Physiotherapie und verantwortlich für den Kongressablauf, meinte in ihrer Begrüßung: „Wir sprechen ein aktuelles Thema an, das auf große Resonanz stößt.“

Die versammelten Lehrenden von berufsfachschulischen sowie hochschulischen Ausbildungsinstitutionen kamen aus unterschiedlichen Berufssparten. Physiotherapeuten, Ergotherapeuten und Logopäden waren ebenso vertreten wie Hebammen, Diätassistenten und Fachkräfte in der Augenheilkunde. Studierende aus berufspädagogischen Studiengängen rundeten das Fachpublikum ab. Klemme: „Wir alle können voneinander lernen, wie die Ausbildung in den Berufsfachschulen, Hochschulen und in Gesundheitseinrichtungen zukünftig gestaltet werden könnte.“

In der Gesundheitsversorgung arbeiten Gesundheitsfachberufe schon jetzt in so genannten „interprofessionellen Teams“ zusammen, man schaut also über den Tellerrand der eigenen Disziplin hinaus. Prof. Dr. Thomas Evers, Pflegewissenschaftler der Hochschule für Gesundheit: „Diese interprofessionelle Arbeit wird zukünftig noch stärker gefordert werden.“ Die Berufspraktikerinnen und -praktiker könnten bereits in den Ausbildungsprogrammen auf eine interprofessionelle Kooperation vorbereitet werden, indem gleiche Lerngegenstände gemeinsam erarbeitet sowie die Behandlung spezifischer Gesundheitsprobleme gemeinsam entwickelt werden.

In insgesamt 36 Vorträgen und Workshops standen didaktische Ansätze für die theoretische sowie für die praktische berufliche Ausbildung in den Gesundheitsfachberufen im Mittelpunkt. Es wurden sowohl Best-Practice-Beispiele, neue Lehr-Lernformen als auch Organisationsformen von Bildungsprozessen vorgestellt.

Der Kongress schloss mit einer Podiumsdiskussion über „Strukturen, Konzepte, Inhalte – Impulse für eine zukünftige Ausbildung im Gesundheitswesen“, die von Prof. Dr. Ursula Walkenhorst von der Uni Osnabrück sowie Thomas Evers moderiert wurde.

Der Kongress fand vor dem Hintergrund statt, dass die angesprochenen Berufe in Deutschland nahezu vollständig aus dem öffentlichen Berufsbildungssystem ausgegliedert sind und überdies eine geringe Regelungsdichte der Ausbildungen vorliegt. Klemme: „Dies führt zu Bedingungen, unter denen sich das Lehren und Lernen von anderen Berufsausbildungen erheblich unterscheidet.“ Dass die Lehrenden in den Gesundheitsfachberufen enger zusammenarbeiten, scheint deshalb notwendiger denn je.