17.11.2016

NRW-Landtag unterstützt Ausbau des Studienorts Gütersloh mit 2,6 Millionen Euro

FH Bielefeld plant, einen eigenen Fachbereich in Gütersloh einzurichten

Bielefeld / Gütersloh (fhb). Durch einen aktuellen Beschluss der Regierungsfraktionen im NRW-Landtag zum Haushalt 2017 erhält die Fachhochschule (FH) Bielefeld finanzielle Unterstützung beim Ausbau ihres Studienorts Gütersloh: 2,6 Millionen Euro wurden jetzt als Zuschuss für den laufenden Betrieb bewilligt. Das Geld steht ab 2017 jährlich dauerhaft zur Verfügung. Prof. Dr. Ingeborg Schramm-Wölk, die Präsidentin der FH Bielefeld: „Wir freuen uns sehr, dass unser Konzeptpapier in Düsseldorf überzeugt hat. Ich bedanke mich herzlich bei unseren Partnern vor Ort, der Stadt und dem Kreis Gütersloh sowie Wirtschaftsvertretern, die sich mit uns für einen Ausbau des Studienorts stark gemacht haben! Dies ist das Ergebnis der Arbeit vieler engagierter Netzwerkpartner. Danke!“

PK Ausbau Gütersloh_BellSeitens der Politik hatten sich die Landtagsfraktionen von SPD und den Grünen für das Ausbau-Konzept eingesetzt. Mit Dietmar Bell MdL, Sprecher der SPD-Fraktion im Ausschuss für Innovation, Wissenschaft und Forschung, waren die ersten Gespräche auf Landesebene zum Konzept erfolgreich geführt worden. Er stellt fest: „Wir nehmen die erfolgversprechenden und innovativen Impulse aus Gütersloh und Bielefeld gerne auf. Die Kooperation von Wirtschaft und Wissenschaft stellt in ihrer vorbildlichen Qualität ein echtes Heraushebungsmerkmal dar. Zudem ist die Konzeption der Fachhochschule für den Ausbau des Standortes Gütersloh exzellent und entspricht der landespolitischen Schwerpunktsetzung zu den Herausforderungen der Digitalisierung. Auch die angedachte Internationalisierung mit englischsprachigen Studienangeboten wird zur Profilbildung beitragen. Wir sind von der Zukunftsfähigkeit des jetzt ermöglichten Weges überzeugt und werden diesen auch in den nächsten Jahren konstruktiv und engagiert begleiten.“

PK Ausbau Gütersloh_Schramm-WölkDer Studienort Gütersloh sei als Standort der FH Bielefeld, so Schramm- Wölk, „ein echtes Erfolgsmodell“. Ein Unterstützungsnetzwerk lokaler Unternehmen engagiere sich verlässlich bereits seit Jahren für die Weiterentwicklung zu einem über die Region hinaus bedeutsamen Studienstandort, der den Schwerpunkt „Digitalisierung“ zum Inhalt hat. Schramm-Wölk: „Aktuell hat der Studienort allerdings noch nicht die erforderliche Mindestgröße erreicht, die einen dauerhaft wirtschaftlichen Betrieb erwarten lässt.“

Derzeit sind rund 250 Studierende in den beiden praxisintegrierten Bachelor- Studiengängen „Wirtschaftsingenieurwesen“ sowie „Mechatronik/Automatisierung“ eingeschrieben. Zwei berufsbegleitende Master-Studiengänge (Wirtschaftsingenieurwesen sowie Angewandte Automatisierung) und drei praxisintegrierte Bachelor-Studiengänge sollen hinzukommen: Logistik, Product-Service Engineering und Digitale Technologien bzw. Data Science.

Die Einführung der neuen Studiengänge soll mit einer Stärkung von Forschung und Entwicklung korrespondieren. Hierzu soll das Center for Applied Data Science Gütersloh gegründet werden, dessen erster Schwerpunkt der Aufbau einer breiten Expertise im Bereich Datenerfassung und Datenanalyse im Kontext von Big Data und Data Analytics sein soll. Zudem ist die Erstellung einer Digital Factory durch Investoren aus der Wirtschaft avisiert.

PM Ausbau Gütersloh_Budde_Schramm-WölkBislang ist der Fachbereich Ingenieurwissenschaften und Mathematik (IuM) der FH Bielefeld für den Lehr- und Forschungsbetrieb in Gütersloh zuständig. IuM-Dekan Prof. Dr. Lothar Budde hatte, unter anderem als Mitglied des Lenkungsrates für den Studienort, dem Mitglieder aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung angehören, am Ausbaukonzept maßgeblich mitgearbeitet. Es gehe jetzt darum, so FH-Präsidentin Schramm-Wölk, die Ausbaupläne abgestimmt und mit der nötigen Sorgfalt umzusetzen. Dazu gehörten auch weitere finanzielle Unterstützungen über das kommende Jahr hinaus. Schramm-Wölk: „Wir sind davon überzeugt, dass in Gütersloh ein eigenständiger Fachbereich die Interessen vor Ort am besten lenken kann.“