FH Bielefeld
University of
Applied Sciences
13.01.2017

Preis für Arbeit über Menschenrechte

Student Robert Krischan ter Horst gewinnt Fotowettbewerb vom Nürnberger Menschenrechtszentrum.

„Jeder hat ein Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit der Person“, heißt es in Artikel 3 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte (AEMR). An dieses Recht knüpft Robert Krischan ter Horst von der Fachhochschule (FH) Bielefeld in seiner Arbeit „Schnittstelle Leben“ unter Betreuung von Professor Emanuel Raab an. Das Nürnberger Menschenrechtszentrum zeichnete vier seiner Bilder im Rahmen des Fotowettbewerbs „Meine Rechte. Deine Rechte. Ausgelöst“ aus. Bereits am 11. Dezember wurde ihm der Preis in Höhe von 2.000 Euro in der Kreis Galerie in Nürnberg überreicht. Bis zum 7. Januar fand dort eine Ausstellung zum Fotowettbewerb statt. Eingereicht werden konnten fotografische Interpretationen eines Menschenrechtsartikels.

Preis Nürnberger Menschenrechtszentrum Robert Krischan ter Horst_1Robert Krischan ter Horst greift in seiner Arbeit das Thema Babyklappen auf. „Der Artikel 3 der allgemein anerkannten Menschenrechte spricht von dem unabdingbaren Schutz des menschlichen Lebens. Im Fall der Babyfenster werden sogar zwei Menschenleben angesprochen, die es zu schützen gilt. Das der Mutter und das des Kindes. Beiden würde ohne diese Einrichtung wahrscheinlich ein noch schlimmeres Leid widerfahren“, sagt der Preisträger, der seit 2012 Gestaltung mit dem Schwerpunkt Fotografie & Medien studiert.

Preis Nürnberger Menschenrechtszentrum Robert Krischan ter Horst_2Babyklappen sind Orte, an denen Mütter ihre ungewünschten Babys anonym zur Adoption freigeben können. Meist werden diese Orte heimlich aufgesucht, oft in der Dunkelheit. „Die Orte erscheinen zunächst sachlich funktional, sind aber lebensrettend. Mich hat vor allem die Szenerie interessiert, in der man sich wiederfindet, wenn man sich dazu entschlossen hat, die letzten Schritte mit dem Kind auch räumlich zu gehen“, so der Student. Bewusst hat er seine Fotos mit Langzeitbelichtung vom Stativ aus nachts angefertigt und auf zusätzliche Beleuchtung verzichtet. „Jede weitere Lichtquelle hätte das Ergebnis verfälscht und emotional aufgeladen“, so Robert Krischan ter Horst. Auch hinter dem Titel „Schnittstelle Leben“ stehe eine Bedeutung: „Der Titel beschreibt nicht nur den Punkt der Trennung im Leben von Mutter und Kind und dass es für beide nun anders weitergehen muss. Er beschreibt das Fenster auch architektonisch als bauliches Element, durch das in diesem Fall Leben angereicht und aufgenommen wird, denn bei jedem Fenster kann man ebenfalls von einer Schnittstelle zwischen innen und außen sprechen.“

Als Wanderausstellung werden die Fotografien der Gewinnerinnen und Gewinner in verschiedenen Bildungseinrichtungen in Deutschland gezeigt.