FH Bielefeld
University of
Applied Sciences
16.09.2015

Virtuelle Simulation zur Fertigung komplexer Bauteile

FH Bielefeld und DMG Mori stellen bei der it’s OWL Summer School Nachwuchskräften das Forschungsprojekt InVorMa vor.

it's OWL Summer School 2015

Bielefeld (fhb). Das Forschungsprojekt »Intelligente Arbeitsvorbereitung auf Basis virtueller Werkzeugmaschinen« (InVorMa), eine Kooperation des Fachbereichs Ingenieurswissenschaften und Mathematik der Fachhochschule (FH) Bielefeld mit der Universität Paderborn und dem Werkzeugmaschinenhersteller DMG Mori aus Bielefeld, wurde am Dienstag, 15. September, im Rahmen der it's OWL Summer School vorgestellt. Eine Woche lang bekommen hier 20 Masterstudierende, Promovierende und Young Professionals der Ingenieur- und Naturwissenschaften sowie Informatik und Mathematik Einblick in die neusten Entwicklungen auf dem Gebiet der Intelligenten Technischen Systeme in Ostwestfalen-Lippe. Von Intelligenten Technischen Systemen spricht man, wenn Ingenieurwissenschaft und Informatik zusammenkommen.

Das InVorMa-Projektteam arbeitet an einer Simulation auf der Basis virtueller Werkzeugmaschinen. "Ohne eine adäquate Simulation ist die Produktion komplexer Bauteile heutzutage praktisch undenkbar. Kleinste Programmierfehler können bei den komplexen Maschinen schnell große Schadenssummen verursachen", sagte Dr. Benjamin Jurke, der bei DMG Mori das Projekt betreut. Denn bis aus einem Block Metall ein Werkzeugstück wird, ist es ein langer und komplizierter Prozess, bei dem der Rohling mehrfach gedreht und bearbeitet werden muss. Die Simulation soll nicht nur Fehler beheben, sondern auch Produktion, Fertigung und Bestückung optimieren. Denn bei Umrüstungen der Maschinen entstünden häufig Leerzeiten, so Jurke.

Raphael-Elias Reisch vom Bielefelder Institut für Angewandte Materialforschung (BIfAM) der FH Bielefeld beschrieb anschließend die verschiedenen Programmierschritte, um das Einspannen, die Maschinenauswahl, den Produktionsstart oder die Bearbeitungszeiten zu optimieren. "Wir wollten eigentlich die Simulation den Unternehmen als ausgelagerten Dienst anbieten", sagte Reisch. Der Auslagerung ihrer Daten hätten die Kunden aber skeptisch gegenübergestanden. "Deshalb gibt es nun eine Datenbank der Fertigungsdaten und Stammdaten jedes Kunden, die theoretisch auf den firmeneigenen Servern bleiben kann", so Reisch. Die Summer School wird zum dritten  Mal vom Technologie-Netzwerk Intelligente Technische Systeme OstWestfalenLippe, kurz It's OWL, veranstaltet. Ziel ist es, junge Fachkräfte in der Region zu halten.