19.06.2017

Bundestag, Börse und Internationaler Gerichtshof

9. European Summer School am Fachbereich Wirtschaft und Gesundheit mit 25 Teilnehmenden und zwölf Lehrenden aus acht Ländern.

Bielefeld (fhb). Welt-Ökonomie und europäische Integration, europäische Politik, Finanzen und europäischer Handel, nachhaltiges Wirtschaften in Europa: die Themen könnten kaum aktueller und spannender seien, die European Summer School an der Fachhochschule (FH) Bielefeld hatte sie jetzt auf dem Programm. Vom 8. Mai bis zum 18. Juni standen Vorlesungen und Seminare im Mittelpunkt, ging es quer durch Deutschland und in die Niederlande. 25 Studierende der Wirtschaftswissenschaften hatten sich zusammengefunden, Europa ein klein weniger näher kennenzulernen, seine Eigenheiten, seine Abgrenzungen, aber auch die globalen Aufträge und die weltweiten Gemeinsamkeiten.

Es war die 9. European Summer School des Fachbereichs Wirtschaft und Gesundheit und einmal mehr ein Bekenntnis zur EU und zur globalen Verantwortung, „die Europa nun einmal übernehmen muss“, so Wirtschafts-Mathematiker Prof. Dr. Riza Öztürk, zugleich auch Head of International Studies and Management (ISM) am Fachbereich. Gemeinsam mit Prof. Dr. Carsten Doerfert organisiert er die Summer School, weitere Kollegen des Fachbereichs unterstützen sie, „eine freiwillige Ergänzung des Lehrangebots, weil die Themen interessant, weil die Studierenden äußerst motiviert sind“, so Öztürk.                   

Sieben der zwölf Hochschullehrer, die an der Summer School beteiligt waren, kamen aus dem Ausland: aus den USA, Südkorea, Indien, Finnland, der Türkei, den Niederlanden und Tschechien. Unterrichtssprache was selbstverständlich Englisch. Vermittelt wurden wissenschaftliche Erkenntnisse, so zum Beispiel von Prof. Dr. Sameer Rohadia von der indischen Parul Universität, der über „Mobile Marketing in India in comparison to Europe“ sprach. Oder Prof. Dr. Shin Kim von der Universität Halym (Südkorea), der „ost-asiatische Wirtschafts-Entwicklungsmodelle“ vorstellte und die „veränderbaren und unveränderbaren Merkmale des ost-asiatischen Geschäftslebens“ bewertete und mit Europa verglich.      

fb5-summer-school2017-kuehne-nagel14 der 25 School-Teilnehmer kamen aus Nordamerika, weitere sieben waren Erasmus-Studierende und vier FH-Studierende Mitglieder des Fachbereichs. Eine internationale Mischung, „junge Leute, die aufmerksam gelernt und intensiv diskutiert haben und das Ganze im harmonischen Miteinander, was mich sehr gefreut hat“, sagt Riza Öztürk, der bislang alle Summer School-Veranstaltungen mitgemacht hat und vom Konzept überzeugt ist. Dazu gehört, neben dem Arbeiten im Hörsaal, auch der  Besuch von Firmen, also das Schnuppern von Praxisluft - wie in diesem Jahr beim Logistikunternehmen Kühne + Nagel in Hamburg, ein Aufenthalt in Berlin samt Visite im Bundestag, eine Fahrt nach Frankfurt zur Börse und ein ausgedehnter Besuch in Rotterdam, Amsterdam und Den Haag. Prof. Doerfert: „Der Besuch des Internationalen Gerichtshofs war vielleicht der Höhepunkt der Summer School. Die niederländischen Kollegen unserer Premium-Partnerhochschulen Stichting Haagse Hogeschool hatten alles bestens vorbereitet.“ Verhandelt wurde der Fall des 2005 ermordeten libanesischen Premierministers Rafiq al-Hariri. Eine anstrengende, eine höchst sensible Gerichtsverhandlung „mit wohl bleibenden Eindrücken“, so Doerfert.

Bleibend sind auch die dokumentierten Leistungen der School-Teilnehmenden, die ohne Ausnahme je ein Zertifikat erhielten, im Wert von insgesamt 12 ECTS-Punkten. Dafür musste gepaukt und es mussten Prüfungen abgelegt werden, wie im ganz normalen Studierendenleben. Die Professoren Doerfert und Öztürk freuen sich schon aufs nächste Mal: „Die 10. European Summer School wird etwas ganz Besonderes werden. Und es bleibt zu hoffen, dass Europa bis dahin überwiegend positive Schlagzeilen macht“, sagt Öztürk.