FH Bielefeld
University of
Applied Sciences
18.02.2020

Digitale und virtuell unterstützte Fallarbeit in den Gesundheitsberufen

Interdisziplinäres, interprofessionelles und hochschulübergreifendes Forschungsprojekt entwickelt „eSzenarien“ für die Lehre.

Fünf Frauen stehen in zwei Reihen auf einer Treppe

Bielefeld (fhb). Die Arbeit an konkreten Patientenfällen ist wichtiger Bestandteil der Ausbildung im Gesundheitsbereich. Im neuen Forschungsprojekt „Digitale und virtuell unterstützte Fallarbeit in den Gesundheitsberufen“ (DiViFaG) an der Fachhochschule (FH) Bielefeld wird ein didaktisches Konzept erarbeitet, mit dem die Lehre durch digitale Medien unterstützt werden kann. Konkret werden dabei circa zehn „eSzenarien“ zur problemorientierten Fallarbeit entwickelt. Diese simulieren mithilfe digitaler Technologien wie der virtuellen Realtität (VR) beispielsweise die Kommunikation mit Patientinnen und Patienten oder die Infusionsvorbereitung in einer virtuellen Umgebung.

„Das Projekt ermöglicht somit ein ein ortsunabhängiges, selbstbestimmtes Lernen im Praxis- und Trainingsbereich für Studierende in Gesundheitsberufen“, erklärt Projektleiterin Prof. Dr. Annette Nauerth vom Fachbereich Wirtschaft und Gesundheit der FH Bielefeld. „Außerdem unterstützt die Fallarbeit die interprofesionelle Kooperation zwischen Medizin und Pflege.“ Neben der FH Bielefeld sind auch die Universität Bielefeld (Medizinische Fakultät und Mediendidaktik), die Hochschule Osnabrück (Pflegewissenschaft) sowie die Hochschule Emden/Leer (Informatik) an dem Projekt beteiligt.  

Im zweiten Teil des Projektes werden die entwickelten eSzenarien für Studiengänge der Gesundheitsberufe (Pflege in Bielefeld und Osnabrück sowie Medizin in Bielefeld) hochschul(typ)übergreifend erprobt und evaluiert. Dadurch werden die Potenziale von digital unterstütztem fallbasiertem Lernen umfassend untersucht. Auch wird im Projekt erforscht, ob sich virtuelle Simulationen als Prüfungsformat eignen.

Das interprofessionell, interdisziplinär und hochschulübergreifend entwickelte fachdidaktische Konzept wird am Ende als Open Educational Ressource (OER) zur Verfügung gestellt. Zudem erfolgt eine Kooperation mit der hochschuldidaktischen Weiterbildung sowie verschiedenen Fachgesellschaften.

Das Projekt wird im Rahmen der Förderlinie „Forschung zur digitalen Hochschulbildung“ vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Die Förderlinie nimmt die derzeitige E-Learning-Praxis der Hochschulen in den Fokus und beschäftigt sich mit dem Potenzial, das die Nutzung digitaler Medien in der Hochschulbildung bietet. (she)