FH Bielefeld
University of
Applied Sciences
20.06.2017

1 Million Euro Forschungsgelder für Gütersloh

Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl überreicht der FH Bielefeld den EFRE-Zuwendungsbescheid für das Forschungsprojekt „Center for Applied Data Science“.

Die Teilnehmer des Pressegesprächs

Gütersloh (fhb). Weiterer Erfolg beim Ausbau des Studienortes Gütersloh der Fachhochschule (FH) Bielefeld: Die Detmolder Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl überreichte heute (20.06.2017) in den FH-Räumen an der Schulstraße den EFRE-Zuwendungsbescheid zur Einrichtung des Centers for Applied Data Science, kurz CfADS, in Gütersloh. Rund eine Millionen Euro haben die Professoren eingeworben und können damit das große Forschungsthema „Digitalisierung“ in Gütersloh angehen. Thomann-Stahl: „Mit dieser Forschung stärkt die FH Bielefeld zusammen mit ihren Projektpartnern das heimische Exzellenzcluster ‚it’s OWL‘ und baut den sehr guten Ruf der Region in diesem Themenfeld weiter aus. Es sind Projekte wie dieses, die Ostwestfalen-Lippe zu einem deutschland- und europaweit angesehenen Taktgeber in der ‚Industrie 4.0‘ machen.“

Die Mittel wurden im Rahmen des Förderwettbewerbs „Forschungsinfrastrukturen“ des Landes NRW eingeworben. Die Förderung erfolgt zur Hälfte aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). Hierbei gehe es, so der Hinweis auf der EFRE-NRW-Homepage, „um die Überzeugung, dass Innovationen, Entrepreneurship und Technologievorsprung, dass herausragende Forschung ebenso wie wettbewerbsfähige kleine und mittlere Unternehmen (KMU) gemeinsam Triebfeder sind für weitere positive Entwicklungen in NRW“.

Prof. Dr. Ingeborg Schramm-Wölk, die Präsidentin der FH Bielefeld, gratulierte ihren Kollegen zum Erfolg: „Die Forschungsinhalte haben überzeugt, die Themenstellung ist hochaktuell und ergänzt das innovative Konzept des Studienortes Gütersloh. Für die Studierenden und die Unternehmen bieten die Forschungsthemen ebenfalls große Chancen. Es freut mich sehr, dass hier etwas entstehen kann, das Wissenschaft und Wirtschaft noch intensiver zusammenbringt und so dazu beiträgt, den Standort Gütersloh im Wettbewerb mit anderen Regionen gut aufzustellen.“

Partner der Hochschule bei der EFRE-Antragstellung waren die Miele & Cie. KG und die Bio-Circle Surface Technology GmbH, beide mit Sitz in Gütersloh. Miele-Vertreter Dr. Armin Peter über die Kooperation: „Mit dem Forschungsprojekt ‚Digitalisierung und Vernetzung von Bestandsanlagen‘ im Kontext Industrie 4.0 möchten wir grundlegende Erkenntnisse für den notwendigen Wandel unserer Produktion gewinnen. Die Kooperation mit der FH Bielefeld liefert darüber hinaus einen wertvollen Beitrag im Bereich des Wissens- und Technologietransfers.“ Anne-Catrin Schürer, Prokuristin und Technische Leiterin der Bio-Circle Surface Technology GmbH: „Das gemeinsame Forschungsprojekt unterstützt uns, den Schritt in die digitale Zukunft unserer Produkte und Dienstleistungen effizient zu meistern. Mit den gemeinsam entwickelten intelligenten Systemen können wir unseren Kunden einen noch größeren Nutzen bieten und dabei helfen, die Umwelt zu entlasten.“

Die „Digitalisierung“ wird, so das Konzept der Hochschulleitung und des Fachbereichs Ingenieurwissenschaften und Mathematik (IuM), in Gütersloh in den Mittelpunkt rücken: sowohl in der Lehre als auch in der angewandten Forschung. Das findet sich wieder in den neuen Studienangeboten am Studienort Gütersloh wie etwa den beiden praxisintegrierten Bachelor-Studiengängen „Digitale Logistik“ und „Product-Service Engineering“ zum kommenden Wintersemester, den beiden berufsbegleitenden Master-Studiengängen „Wirtschaftsingenieurwesen“ und „Angewandte Automatisierung“ und, im kommenden Jahr, unter anderem im Studiengang „Digitale Technologien“. Ab 2019 sind – abhängig von der weiteren Ausfinanzierung des Studienortes Gütersloh zu einem eigenen Standort der FH Bielefeld – weitere englischsprachige praxisintegrierte Bachelorstudiengänge und berufsbegleitende Masterstudiengänge geplant. IuM-Dekan Prof. Dr. Lothar Budde: „Die Einführung der neuen Studiengänge ist verbunden mit der Stärkung von Forschung und Entwicklung. Mit der Gründung des Centers for Applied Data Science Gütersloh werden wir einen ersten Schwerpunkt beim Aufbau einer breiten Expertise im Bereich Datenerfassung und Datenanalyse im Kontext von Big Data und Data Analytics setzen.“ Zudem sei die Erstellung einer Digital Factory durch Investoren aus der Wirtschaft avisiert, hält der Dekan fest.

Das CfADS wird ab dem kommenden Herbst eine eigene Cloud-Plattform für öffentlich geförderte Forschungsprojekte betreiben. Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schenck, einer der Initiatoren und Ideengeber: „Wir sind uns sicher, die Daten von heute sind die Basis innovativer Produkte und Dienstleistungen von morgen. Mit dem Center for Applied Data Science Gütersloh werden wir die digitale Datenwelt von Unternehmen und Einrichtungen erkunden und zusammen gestalten.“ Der Fokus des CfADS liegt auf der anwendungs- und umsetzungsorientierten Durchführung von innovativen Forschungs- und Entwicklungsprojekten im Themenbereich Datenerfassung, -aufbereitung und -analyse, beispielsweise für die Optimierung von Arbeits- und Geschäftsprozessen. „Mit unseren aktuellen Projekten werden Workflows für die großskalige Datenanalyse implementiert. Basis dafür ist das im Big-Data-Bereich verbreitete Hadoop-Ökosystem.“ Professor Schenck weiter: „Wir werden Unternehmen und Einrichtungen einladen, gemeinsam mit dem CfADS Forschungsprojekte zu beantragen und durchzuführen, die diese Infrastruktur nutzen sollen.“

Geplant hat Schenck das CfADS gemeinsam mit seinen Professoren-Kollegen Dr. Pascal Reusch und Dr.-Ing. Martin Kohlhase, alle vom Fachbereich IuM. Zum Konzept gehört auch der Aufbau eines Anwendungszentrums für den kurzfristigen Technologie-Transfer im Bereich „Data Science“. Außerdem soll das Anwendungszentrum als Kontaktforum für externe Partner dienen. Dekan Budde: „Das Engagement meiner Kollegen aus Gütersloh und Bielefeld, die noch gar nicht so lange bei uns sind, spricht deutlich für unsere ausgezeichnete Berufungspolitik.“