FH Bielefeld
University of
Applied Sciences
23.10.2020

Angewandte Hebammenwissenschaft ab Wintersemester 2021/22

Die Fachhochschule Bielefeld bietet 45 Studienplätze an und kooperiert mit Hebammenschulen in Minden und Paderborn sowie mit der Katholischen Hochschule NRW/Standort Köln.

Eine Hebamme hört den Bauch einer schwangeren Frau ab.

Bielefeld (fhb). Im Wintersemester 2021/2022 beginnt der neue siebensemestrige Bachelorstudiengang „Angewandte Hebammenwissenschaft“ an der Fachhochschule Bielefeld. Die Freude an der FH ist groß, wie Präsidentin Prof. Dr. Ingeborg Schramm-Wölk erklärt: „Es steht ja schon länger fest, dass die klassische Hebammenausbildung ausläuft, da auch der Beruf der Hebamme akademisiert werden soll. Aber erst vor Kurzem haben wir vom Wissenschaftsministerium den Bescheid bekommen, dass wir jährlich 45 Studienplätze anbieten können.“ Insgesamt wird es in NRW 300 Studienplätze geben.

Das entsprechende Konzept für den neuen Studiengang, der etwa zu 50 Prozent aus praktischen Anteilen besteht, wurde schon vor längerer Zeit ausgearbeitet. An der FH wird der Studiengang am Fachbereich Gesundheit angesiedelt sein, an dem unter anderem bereits seit zehn Jahren ein Pflegestudiengang angeboten wird. Nun ist es Aufgabe der Gründungsdekanin des Fachbereichs, Prof. Dr. Michaela Brause, die Planungen für den neuen Hebammenstudiengang umzusetzen. „Wir haben in der FH bereits das sogenannte Skills Lab, das ist quasi ein Krankenhauszimmer mit Betten und auch einem Patienten in Form einer Simulationspuppe. Jetzt benötigen wir noch eine weibliche Simulationspuppe, die auch schwanger ist und natürlich ein Baby.“ Neben dieser Anschaffung stehen auch Personalplanungen an, wie Brause weiter erläutert: „Die Stellenbesetzung wird eine Herausforderung, da der Markt leergefegt ist.“ Außerdem müssen in der FH noch Räume umgebaut werden, und die Akkreditierung des Studiengangs steht ebenfalls auf der Aufgabenliste.

Die Fachhochschule Bielefeld kooperiert bei dem neuen Studiengang mit der Katholischen Hochschule NRW in Köln, der Hebammenschule der Akademie für Gesundheitsberufe der Mühlenkreiskliniken in Minden sowie mit der Hebammenschule des St. Vinzenz-Campus für Gesundheitsfachberufe in Paderborn. So werden die Studierenden auch weiterhin durch qualifizierte und in der Ausbildung erfahrene Hebammen praktisch ausgebildet. Zudem haben die Hebammenschulen an der Konzeption der Praxismodule mitgewirkt. Aus den Hebammenschulen werden sogenannte „Praxiszentren für angewandte Hebammenwissenschaft“ (PZHW), die die Lernortkooperation mit der Fachhochschule Bielefeld sicherstellen sollen. An den PZHWs werden unter anderem die praktischen Teile des Studiengangs koordiniert, während die theoretischen und wissenschaftlichen Inhalte an der Hochschule gelehrt werden. Da Köln für die Studierenden aus OWL recht weit weg ist, haben sich die Katholische Hochschule NRW und die Fachhochschule Bielefeld auf eine Kooperation geeinigt, sodass die Theoriemodule für die Studierenden aus OWL an der FH Bielefeld gelehrt werden.

Zum theoretischen Teil der Ausbildung gehören Module aus den Hebammenwissenschaften, der Medizin und weiteren Bezugsdisziplinen wie Psychologie und Ethik. Bei den praktischen Modulen geht es konkret um Schwangerschaft und Geburt, um Wochenbett und Stillzeit und die freiberufliche Hebammentätigkeit.

Die Studierenden sind pro Semester neun Wochen an der Fachhochschule in Bielefeld. Die zweite Hälfte des Semesters verbringen sie in den PZHWs und den geburtshilflichen Abteilungen der Kliniken, mit denen die Hebammenschulen kooperieren. Die Studierenden erhalten eine Ausbildungsvergütung. Der erste Jahrgang könnte dann planmäßig nach dem Wintersemester 2024/2025 das Studium als staatlich anerkannte Hebammen mit dem akademischen Grad „Bachelor of Science (B.Sc.)“ abschließen.

Die Bewerbung um einen Studienplatz soll ab Anfang Januar bis Ende Februar möglich sein. Details zu den Zulassungsvoraussetzungen und zum Bewerbungsverfahren folgen. (vku)