FH Bielefeld
University of
Applied Sciences
11.01.2019

„Applied Legal Tech Design“ im Wirtschaftsrecht

Projekt am Fachbereich Wirtschaft und Gesundheit wird vom Wissenschaftsministerium gefördert

Ein Mann in Anzug schaut in die Kamera

Bielefeld (fhb). Mit rund zwei Millionen Euro fördern das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen und der Stifterverband in diesem Jahr das Programm „Fellowships für Innovationen in der digitalen Hochschullehre“. In der aktuellen Förderrunde 2019 werden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterschiedlichster Fachrichtungen bei der Einführung digitaler Lehr- und Lernformate an den Hochschulen unterstützt. Auch das Projekt „Applied Legal Tech Design“ von Professor Dr. Daniel Antonius Hötte vom Fachbereich Wirtschaft und Gesundheit der Fachhochschule (FH) Bielefeld wurde erfolgreich zur Förderung ausgewählt.

„Legal Tech bezeichnet allgemein die technische Unterstützung von juristischer Tätigkeit und kann einen leichteren Zugang zu Rechtsfragen bieten“, erklärt Hötte, Professor für Wirtschaftsrecht, den Hintergrund. Während das Thema in den USA und Großbritannien schon in der Lehre implementiert sei, zeige sich in Hinblick auf die juristische Ausbildung in Deutschland noch erheblicher Nachholbedarf, so Hötte, der mit seinem Projekt Studierenden relevante Kompetenzen für den digitalen Wandel an die Hand geben möchte. Konkret umgesetzt werden soll dies im Rahmen der Veranstaltung „Recht der Digitalisierung“ des Bachelorstudiengangs Wirtschaftsrecht, in der Studierende eigene „Legal Tech Apps“ entwickeln sollen.

Nachdem die Studierenden zunächst die rechtliche Basis zu Bereichen wie Datenschutz und IT-Vertragsrecht erlernen, werden sie in einem zweiten Schritt in Teams die Legal-Tech-Anwendungen erstellen. Professor Dr. Hötte: „Dies geschieht in enger Zusammenarbeit mit dem Softwareanbieter und dem Studiengang Wirtschaftsinformatik, die den Studierenden bei der Umsetzung helfen“. Die Software ist dabei so ausgelegt, dass keine Programmierkenntnisse erforderlich sind. Da „nah an der Praxis“ gearbeitet werden soll, ist auch eine Kooperation mit Unternehmen geplant, um relevante Fragestellungen in den Blick zu nehmen. Starten wird das Projekt im kommenden Sommersemester. Die Fachhochschule Bielefeld ist damit die erste Hochschule in Deutschland, die ein Studienangebot dieser Art für die Studierenden anbietet.

Für die Umsetzung ihrer Konzepte werden die Fellows des Landesprogrammes mit jeweils bis zu 50.000 Euro gefördert. „Mit neuen digitalen Lehr-/Lernformaten kann die Lehre orts- und zeitunabhängiger gestaltet und individuelle Lernvoraussetzungen berücksichtigt werden“ so Isabel Pfeiffer-Poensgen, Kultur- und Wissenschaftsministerin des Landes Nordrhein-Westfalen. „So gelingt es, die Studierenden mit flexibleren Möglichkeiten in der Lehre auf die kommende Arbeits- und Lebenswelt vorzubereiten.“ „Wir hoffen, dass die geförderten Lehrinnovationen andere Lehrende inspirieren und in viele Disziplinen übertragen werden“, so Andreas Schlüter, Generalsekretär des Stifterverbandes. Der Austausch von innovativen Lehrformaten sei wichtig, um die Hochschullehre im digitalen Zeitalter weiterzuentwickeln.