FH Bielefeld
University of
Applied Sciences
02.03.2021

Auslandsstudium an der FH Bielefeld lohnt sich – auch in der Pandemie

Das International Office der FH Bielefeld unterstützt Studierende während der Corona-Krise. Mit Erfolg, wie das Beispiel des türkischen Studenten Emre Kiymak zeigt.

Ein Mann sitzt an einem Schreibtisch und lächelt in die Kamera. Auf dem Schreibtisch steht ein Laptop.

Bielefeld (fhb) Draußen dämmert es. Emre Kiymak klappt seinen Laptop nach der letzten Online-Vorlesung zu. Er schnappt sich seine Kamera, um das letzte Licht des Tages vor seinem Studierendenwohnheim einzufangen. Der begeisterte Hobbyfotograf ist einer der derzeit 747 internationalen Studierenden, die ihr gesamtes Studium an der Fachhochschule (FH) Bielefeld absolvieren. Im Oktober vergangenen Jahres zog Kiymak dafür aus seiner Heimatstadt, der Weltmetropole Istanbul, nach Ostwestfalen. Hier bestreitet er seitdem sein Masterstudium in „International Business Management“ am Fachbereich Wirtschaft.

Unterstützung durch das International Office

Bereits vor seinem Umzug erhielt der 23-jährige Student Unterstützung vom International Office der FH Bielefeld bei dem Vorhaben, seinen Lebensmittelpunkt nach Deutschland zu verlagern. „Es hat mir sehr geholfen, vorab konkrete Ansprechpersonen zu haben, die mir bei den vielen kleinen, aber auch großen organisatorischen Aufgaben helfen konnten“, sagt Kiymak. So unterstützte ihn das International Office bei der Suche nach einer Wohnung im Studierendenwohnheim und versorgte ihn mit allen wichtigen Informationen rund um die Themen Finanzierung, Visum und Einreise. Außerdem halfen ihm die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Hochschule, bei der sich stetig ändernden Corona-Situation auf dem Laufenden zu bleiben.

Ein Mann sitzt an einem Schreibtisch und macht Notizen auf einem Block, während er an einem Videocall teilnimmt.

Hannah Möhring, Ansprechpartnerin im International Office für die internationalen Studierenden, weiß um die derzeitigen Sorgen und Schwierigkeiten der sogenannten „Incomer“: „Normalerweise ist es bereits eine große Herausforderung für junge Menschen, ihren Lebensmittelpunkt in ein anderes Land zu verlegen und zeitgleich ein neues Studium zu beginnen. Dies während einer weltweiten Pandemie zu tun, erschwert die Bedingungen natürlich noch einmal massiv. Wir vom International Office versuchen, die Studierenden auf dem aktuellen Stand der Corona-Regelungen zu halten, um ihnen ihre Planung, aber auch ihr Einleben zu erleichtern. Auf unserer Website veröffentlichen wir daher unter anderem die neuesten Regelungen in englischer Sprache“, so die Mitarbeiterin der Hochschule.

Studieren an der FH während einer Pandemie

„Zudem ist es uns wichtig, trotz des Online-Semesters persönliche Gespräche zu ermöglichen. Darum bieten wir eine tägliche Videosprechstunde an, die auch sehr gut angenommen wird. Hinzu kommen Angebote wie ein Online-Speed-Dating zu Beginn des Semesters, damit die internationalen Studierenden zumindest digital erste Kontakte knüpfen können“, erklärt Möhring.

Ein Mann steht im Freien und fotografiert.

Auch Emre Kiymak weiß diese Unterstützung zu schätzen und zieht trotz aller Schwierigkeiten ein positives Fazit aus dem Online-Studium des vergangenen Semesters: „Natürlich hätte ich lieber Präsenzseminare gehabt. Die Fachhochschule hat jedoch ein ausgesprochen gutes Konzept für die Online-Lehre entwickelt, das es mir ermöglicht, mein Studium ohne Verzögerungen oder Nachteile zu absolvieren“, so Kiymak. Die Qualität der Lehre sowie das Interesse seiner Kommilitoninnen und Kommilitonen, sich in den Lehrveranstaltungen aktiv einzubringen, begeistern ihn an seinem neuen Lebensabschnitt in Bielefeld täglich aufs Neue.

Ein Mann sitzt mit einem Laptop auf dem Schoß auf einem Bett und winkt in die Kamera.

Die gegenwärtige Lage der Corona-Pandemie hat aber auch dem Studenten aus der Türkei einen Strich durch die Rechnung gemacht: Ein Besuch in der Heimat fällt aufgrund der weltweit hohen Infektionszahlen vorerst aus, Kontakt zu seiner Familie und Freunden muss er weiterhin hauptsächlich über Messenger- und Videotelefoniedienste halten. Vor allem das Kennenlernen neuer Menschen wiegt dadurch besonders schwer für ihn. Als Ausgleich versucht er, seine Freizeit mit Spaziergängen an der frischen Luft zu verbringen. Was ihn dabei immer wieder positiv an Bielefeld überrascht: die Freundlichkeit der Bewohnerinnen und Bewohner. „Wenn ich im Teutoburger Wald spazieren gehe, freue ich mich immer über die Menschen, die mich freundlich grüßen“, erzählt Kiymak. Dies kannte er, bis er vom Bosporus nach Bielefeld zog, so nicht.

Rückkehr an die FH Bielefeld

Auf die Idee, sein gesamtes Masterstudium in Bielefeld zu absolvieren, kam der 23-Jährige während seiner Zeit als Austauschstudent an der FH Bielefeld. Von September 2018 bis Juli 2019 wechselte Emre Kiymak, der zu dieser Zeit noch Bachelorstudent der Betriebswirtschaftslehre an der Türkisch-Deutschen Universität (TDU) in Istanbul war, bereits für zwei Semester an die Fachhochschule. Sein Ziel war es, Auslandserfahrung zu sammeln und seine deutschen Sprachkenntnisse zu vertiefen. Stadt und Hochschule ließen ihn jedoch nicht mehr los, und er entschied sich für ein Masterstudium in Bielefeld. Drei weitere Semester wird er nun noch am Fachbereich Wirtschaft studieren.

Die Silhouette eines Mannes vor einem Fenster.

Dass sein Durst nach neuen Erfahrungen jedoch noch lange nicht gestillt ist, zeigen seine Pläne für das kommende Sommersemester: Als Austauschstudent wird er ein Semester lang an der Prager „Czech University of Life Sciences“ studieren – online von Bielefeld aus. Sein Traum ist es, nach seinem Masterabschluss einen Job in Deutschland oder einem anderen Land Europas zu finden. „Dann könnte ich die Kenntnisse aus meinem international angelegten Studium mit meinem Interesse an anderen Kulturen und Menschen verbinden“, erläutert Kiymak.

Auszeichnung durch den Verein zur Förderung internationaler Studierender in Bielefeld

Doch nicht nur das Sammeln neuer Erfahrungen ist eine Herzensangelegenheit des 23-Jährigen, sondern diese auch an die nächste Generation von Austauschstudierenden der TDU weiterzugeben. Dafür steht er den türkischen Studierenden, die zwei Semester lang am Fachbereich Wirtschaft der FH Bielefeld studieren, um einen Doppelabschluss der FH und der TDU zu erlangen, seit dem Start seines Masterstudiums mit Rat und Tat zur Seite.

Ein Mann steht vor einem Busch und lächelt in die Kamera

Für dieses besondere Engagement wurde Emre Kiymak nun vom „Verein zur Förderung internationaler Studierender in Bielefeld“ (ViSiB) durch einen mit 750 Euro dotierten Preis ausgezeichnet. Professor Dr. Riza Öztürk, Dekan des Fachbereichs Wirtschaft, freut sich über diese Auszeichnung seines Studenten und betont: „Herr Kiymak ist bereits während seines Austauschstudiums durch seine akademischen Leistungen überaus positiv in Erscheinung getreten. Es ist ein großer Gewinn für den Fachbereich, dass er neben seinem Masterstudium nun auch noch die Schirmherrschaft über die Eingewöhnung der neuen Austauschstudierenden übernimmt, indem er sein Wissen über Bielefeld und das Studium an der Fachhochschule weitergibt. Es freut mich sehr, dass sein Engagement mithilfe der Auszeichnung entsprechend gewürdigt wird.“

Ob Emre Kiymak es rückblickend bereut, trotz Corona nach Bielefeld gekommen zu sein? Keineswegs! „Zurück nach Bielefeld zu ziehen, war ein großer Wunsch von mir. Ich freue mich sehr, dass dies nun, trotz der schwierigen Situation, Realität geworden ist “, lautet die eindeutige Antwort des Studenten. (abo)

Ein Mann steht vor der Wand eines schwarzen Gebäudes und telefoniert.