FH Bielefeld
University of
Applied Sciences
23.09.2020

Bündnis-Tour macht Station in OWL: Minister Wüst informiert sich in Bielefeld über zukunftsweisende Mobilitätsprojekte und Modellstandorte

Mit „MonoCab-OWL“ und „MOVE-IN-OWL“ stellten sich auch zwei Projekte mit Beteiligung der FH Bielefeld vor.

2020-09-09 VM-Ein mann steht auf einer Bühne, vor ihm sitzen an mehreren Tischen Menschen.NRW_Buendnistag-Bielefeld-0823_Seite

Elektrische Prototypen für den On-Demand Verkehr auf ländlichen Bahnstrecken, sogenannte MonoCabs, und technische Innovationen aus dem Reallabor „MOVE-IN-OWL“: NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst hat sich über zukunftsweisende Lösungen aus der Region Ostwestfalen-Lippe (OWL) für die Mobilität von morgen informiert. Der Besuch in Bielefeld ist nach Aachen die zweite Station der landesweiten Tour des Bündnisses für Mobilität. In den kommenden Monaten besucht das Bündnis weitere besondere Innovationsstandorte in Nordrhein-Westfalen. Ziel der Tour ist es, Zukunftsprojekte vor Ort und die Akteure kennenzulernen und noch besser miteinander zu vernetzen.

„Bielefeld präsentiert sich als weiterer Höhepunkt meiner Bündnis-Tour. Praxisnah werden an den Hochschulen die besten Ingenieure und Fachleute für die Mobilität von morgen ausgebildet. Automatisiertes Fahren ist ein großes Thema und genauso die Stärkung des ÖPNV. Aus der Region OWL kommen richtungsweisende Impulse für ganz Nordrhein-Westfalen“, bilanzierte Minister Hendrik Wüst im Lokschuppen Bielefeld, wo er sich mit etwa 40 Vertreterinnen und Vertretern von Institutionen und Unternehmen über die aktuelle Mobilitätsforschung und zukunftsweisende Pilotprojekte austauschte. 

Mit „MonoCab-OWL“ und dem Reallabor „MOVE-IN-OWL“ wurden dem Minister auch zwei Projekte mit Beteiligung der Fachhochschule (FH) Bielefeld vorgestellt.

Entwicklung von MonoCab-Prototypen für den On-Demand Verkehr auf dem Land

„MonoCabs“ sind kompakt, schmal und sollen auf nur einer Schiene unterwegs sein. Der große Vorteil der kleinen Kabinen: auf eingleisigen Bahnstrecken könnten zwei automatisch fahrende „MonoCabs“ in beide Richtungen gleichzeitig rollen und so den Personenverkehr auf der Schiene vor allem im ländlichen Raum stärken. Stabilität gibt den sehr schmalen Fahrzeugen, die auf Zuruf – On-Demand – buchbar sein sollen, ein Kreiselsystem, welches das Gleichgewicht während der Fahrt ausbalanciert. Für dieses Zukunftsprojekt in der Region Ostwestfalen-Lippe hat Minister Hendrik Wüst vier Förderbescheide in Höhe von insgesamt 3, 6 Millionen Euro an die Projektpartner überreicht:

Die TH Ostwestfalen-Lippe, die FH Bielefeld, das Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB in Lemgo und die Landeseisenbahn Lippe e.V. haben gemeinsamen zum Ziel, die Machbarkeit des MonoCab-Fahrzeugkonzepts darzustellen und mit ersten Prototypen auf einer Versuchsstrecke zu fahren. Zudem wollen sie nachweisen, dass das Projekt wirtschaftlich sein kann. „Die FH Bielefeld wird mit dem Institut für Systemdynamik und Mechatronik an der Entwicklung des Fahrwerks wesentlich mitarbeiten. Hierfür werden moderne Entwurfswerkzeuge und Simulationsverfahren eingesetzt und die Kompetenzen der FH im Bereich Bahntechnik eingesetzt“, so Prof. Dr.-Ing. Rolf Naumann, der das Projekt an der FH Bielefeld betreut.

Reallabor „MOVE-IN-OWL“ – Vernetzte autonome Mobilität für den ÖPNV der Zukunft
Das Reallabor des Verbundforschungsprojektes „MOVE-IN-OWL“ unter der Federführung der FH Bielefeld dient zur Erprobung des Einsatzes hochautomatisierter Fahrzeuge für Straße und Schiene und entwickelt weitere neue Technologien, Dienste und Anwendungen für die Mobilität 4.0.
Prof. Dr. Thorsten Jungeblut, der an der FH Bielefeld das Lehrgebiet „Industrial Internet of Things“ vertritt, erklärt: „Mobilität ist ein entscheidender Faktor für die Lebensqualität und die Wirtschaft urbaner und ländlicher Räume. Die Vision des Reallabors sind vernetzte Mobilitätsangebote auf der Grundlage autonomer Systeme, die auf individuelle Bedürfnisse der Nutzer angepasst sind und so tägliche Wege einfacher und flexibler gestalten. Integrale Bestandteile sind die soziale, verkehrstechnische und digitale Vernetzung, der Umwelt- und Klimaschutz sowie die Wirtschaftlichkeit.“

Um diese dargestellte Vision eines bedarfsgerechten, klimaverträglichen und inklusiven ÖPNV in der Region OWL voranzutreiben, haben die beteiligten Projektpartner des OWL-weiten Konsortiums aus Forschungseinrichtungen, Verkehrsbetreibern, Aufgabenträgergesellschaften und Industrieunternehmen vier Leitprojekte (AUTÖPIA, LastMile, FutureRail-OWL, AutoBahn) definiert, in denen hochautomatisierte Fahrzeuge im öffentlichen Schienen- und Straßenverkehr zum Einsatz kommen sollen.


Bündnis für Mobilität
Das von der gesamten Landesregierung getragene Bündnis für Mobilität unterstützt regionale Akteure, um bei wichtigen Infrastrukturvorhaben für mehr Akzeptanz in der Gesellschaft zu werben. Zum anderen setzt sich das Bündnis für eine bessere Vernetzung der Stakeholder in der Digitalisierung und Vernetzung ein. Ziel ist es, regionale Forschungsvorhaben und Pilotprojekte in einem landesweiten Netzwerk zu verknüpfen sowie förderungsfähige Maßnahmen zu identifizieren. Dem Bündnis für Mobilität sind inzwischen mehr als 100 Partner beigetreten. Nähere Information finden Sie unter www.bündnis-für-mobilität.nrw.de. Der Ministerbesuch in Bielefeld ist die zweite Station der landesweiten Bündnis-Tour.

 

Zur vollständigen Pressemitteilung des Verkehrsministeriums