FH Bielefeld
University of
Applied Sciences
12.09.2017

Das Netzwerk der Kunststoffbranche

Jahrestagung „Kunststoffe in OWL e.V.“ an der FH Bielefeld mit Vorträgen, Preisverleihungen, Meinungsaustausch.

Bielefeld. Unter dem Motto „Kunststoffe im digitalen Wandel“ fand die 9. Jahrestagung des Branchennetzwerks „Kunststoffe in OWL e. V.“ am 7. September an der FH Bielefeld statt. Sie wurde gemeinsam mit dem Fachbereich Ingenieurwissenschaften und Mathematik (IuM) ausgerichtet. Zu den 49 Mitgliedern des Vereins zählen sowohl kunststofftechnische Unternehmen und Institutionen als auch Fakultäten und Fachbereiche der regionalen Hochschulen.

„Kunststoffe in OWL – aus der Region für die Region - Das Netzwerk der Kunststoffbranche“, war auf den Bannern neben dem Sprecherpult zu lesen. Aus der Kurzdarstellung des Vereins geht hervor, dass Ostwestfalen-Lippe eine der führenden Kunststoffregionen in Deutschland ist. Dafür stehen die über 500 kunststoffverarbeitenden Unternehmen mit rund 17.000 Beschäftigten, drei kunststofftechnische Fakultäten, zwei Berufskollegs und diversen Weiterbildungseinrichtungen.

Bevor der Vorstandsvorsitzende Stefan Schmedding die rund 70 Gäste näher über das Netzwerk und die Programmpunkte des Tages informierte, begrüßte Prof. Dr. Rolf Naumann, Prodekan des Fachbereichs IuM, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer und hieß sie an der FH Bielefeld herzlich willkommen.

Auch wenn er kein Experte im Bereich Kunststoff sei, so Naumann, erkenne er durch den Austausch mit Kolleginnen und Kollegen die steigende Bedeutung des Werkstoffs, mit dessen Handling Maschinenbauabsolventinnen und -absolventen vertraut sein sollten. Beispielsweise beim 3D-Druck habe die Kunststofftechnik eine Vorreiterrolle gespielt. Interessant sei die Frage, wie sich dieser Bereich zukünftig entwickeln wird.

Neben Vorträgen zur Aus- und Weiterbildung, Stichworte der Vortragstitel „Wirtschaft und Arbeit 4.0“, gab es konkrete Einblicke in die Erfahrung der Mitgliedsunternehmen, beispielsweise bei der Berechnung und Anwendung von Kunststoffbauteilen (CAE Innovative Engineering GmbH), bis hin zur Entwicklung innovativer Spritzgießwerkzeuge (PROTIQ GmbH) oder der Prototypfertigung im 3D-Druck (ARBURG GmbH + Co KG und PROTIQ GmbH).

Prof. Dr. Christoph Jaroschek und Prof. Dr. Bruno Hüsgen, beide Lehrende im Fachbereich IuM, stellten gemeinsam mit den wissenschaftlichen Mitarbeitern, Stephan Kartelmeyer und Martin Wortmann aktuelle Forschungsprojekte der FH im Bereich Kunststoff vor.

Die Verleihung des „Kunststoff-Innovationspreises 2017“ in den Kategorien „Nachwuchs“ und „Industrie“ war wohl der Höhepunkt des Tages. Die Jurymitglieder aus Industrie und Hochschule ehrten den Absolventen Mark Haksteter von der Universität Paderborn mit dem Nachwuchs-Preis für seine Entwicklung eines Multimaterialrohrträgers mit umspritztem metallischem Einleger. Jurymitglied Jaroschek: „Durch die Auszeichnung werfen wir ein Licht auf Dinge, die sonst im Verborgenen geschehen.“ Die Bachelorarbeit schrieb der Preisträger in Kooperation mit der Hadi-Plast GmbH.

Der Industriepreis ging an die Plasmatreat GmbH für ihre Entwicklung einer (stoff-)schlüssigen Verbindung zwischen Metall und Kunststoff mit der Bezeichnung Plasma-SealTight. Edgar Düvel, Firmenvertreter von Plasmatreat: „Ich freue mich über die Auszeichnung und möchte mich in diesem Zusammenhang auch für die Unterstützung bei den entsprechenden Mitgliedern des Fachbereichs der FH Bielefeld bedanken, die uns tatkräftig bei der Entwicklung dieser Technologie unterstützt haben“.

Text: Tanja Hage