FH Bielefeld
University of
Applied Sciences
17.12.2020

Digital in Finnland oder den USA studieren

Die FH Bielefeld nutzt Chancen der Digitalisierung, um Studierenden internationale Erfahrungen zu ermöglichen: Neben klassischen Auslandssemestern gehören jetzt auch englischsprachige Online-Kurse an Hochschulen im Ausland zum Angebot.

Eine Frau sitzt an einem Tisch vor einem Laptop

Bielefeld (fhb). Mit Blick auf den Arbeitsmarkt wird internationale Erfahrung für Hochschulabsolventinnen und -absolventen immer wichtiger. Doch aufgrund von Corona gestalten sich Auslandsaufenthalte derzeit schwierig und nicht jede Studentin oder jeder Student hat die Möglichkeit, ein Auslandsstudium zu finanzieren. An der Fachhochschule (FH) Bielefeld können Studierende ganz unkompliziert über den eigenen Tellerrand blicken – und das, ohne den heimischen Schreibtisch verlassen zu müssen, indem sie Online-Kurse, sogenannte „Microcredentials“, an zwei Hochschulen in den USA und in Finnland belegen.

Victoria Buch ist eine der Studierenden, die das Angebot nutzen. Eigentlich studiert die gebürtige Dänin Wirtschaftspsychologie im 3. Semester an der FH Bielefeld. Aufgrund der Covid-19-Pandemie ist sie allerdings wieder zurück nach Dänemark gezogen und studiert so gleich doppelt international und digital: Neben ihren regulären Kursen an der FH Bielefeld absolvierte sie die englischsprachigen Online-Kurse „Marketing Management“ sowie „Cross-Cultural Management“ an der finnischen Fachhochschule XAMK. „Die Kurse waren sehr praxisnah und spannend“, erklärt die Studentin, die unter anderem einen Marketingplan für ein fiktives Unternehmen schreiben musste. Das Ergebnis stellte sie ihrem finnischen Dozenten dann per Video vor. „Kein Problem“, resümiert die Dänin gelassen.

Die Vorzüge der Online-Kurse liegen für Victoria Buch auf der Hand: „Ich möchte mein Studium so international und multikulturell wie möglich gestalten. Ich finde es toll, dass Studierende durch die Online-Kurse einen Eindruck in ein internationales Studium bekommen können“, so die Studentin, die auch noch ein „tatsächliches“ Auslandssemester, beispielsweise in den USA oder in Kanada, plant. „Trotz der derzeitigen Situation konnte ich so zumindest eine Art digitales Auslandssemester absolvieren.“ Neben der Erfahrung mit einem englischsprachigen Studium sieht Victoria Buch in der Flexibilität der Kurse einen weiteren Vorteil: „Es gab das Angebot, jede Woche an den Vorlesungen teilzunehmen oder die Materialen eigenständig zu erarbeiten. So konnte ich mich auch nach meinem Nebenjob abends noch einmal an meine Projekte setzen.“

Ob Gesundheitswesen, Wirtschaft oder Informatik: Die Studierenden der FH Bielefeld können aus einer Vielzahl von Kursen ganz verschiedener Fachrichtungen wählen, die von Hochschulen online angeboten werden. Dadurch haben sie die Möglichkeit, internationale Kontakte zu knüpfen und einen Einblick in das internationale Studierendenleben zu gewinnen, ohne physisch ins Ausland zu reisen. Im nächsten Jahr sollen auch Partnerhochschulen in Südkorea und in der Türkei dazukommen.

„Neben unseren traditionellen Angeboten wie einem Auslandssemester an den weltweit knapp 160 Partnerhochschulen der FH Bielefeld ermöglichen die digitalen Angebote allen Studierenden, internationale Erfahrungen zu machen“, erklärt Judith Peltz, Leiterin des International Office der FH Bielefeld. „Dabei erwerben sie interkulturelle, interdisziplinäre, digitale und fremdsprachliche Kompetenzen, die nicht nur für das Arbeitsleben, sondern auch für die ganz persönliche Entwicklung sehr wertvoll sind.“

Die Online-Kurse werden im Rahmen des Projektes „Digital Mobil @ FH Bielefeld“ angeboten, das vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) für drei Jahre gefördert wird. Mit dem Programm „Internationale Mobilität und Kooperation digital“ (IMKD) unterstützt der DAAD aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) 6 deutsche Hochschulen darin, ihr internationales Profil durch eine digital gestützte Ausrichtung von Lehre und Studierendenmobilität weiterzuentwickeln.
(she)