FH Bielefeld
University of
Applied Sciences
02.02.2018

Digitale Transformation braucht Vielfalt

Konferenz im Forschungsprojekt „Woman Ressource 4.0“ an der FH Bielefeld.

Gruppenfoto von neuen Personen.

Bielefeld (fhb). „Die Veränderungsbereitschaft aller Akteure ist das Tor zum erfolgreichen digitalen Wandel“, lautet eines der zentralen Ergebnisse der Konferenz „Digitalisierung und Diversity: Arbeitswelt 4.0 gemeinsam gestalten“ an der Fachhochschule (FH) Bielefeld. Hierzu hatte die Denkfabrik Digitalisierte Arbeitswelt im Forschungsprojekt „Woman Ressource 4.0 - Potenziale von qualifizierten Frauen, darunter auch mit Zuwanderungsgeschichte, für die Industrie 4.0“ am 31. Januar zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft und Wissenschaft sowie Studierende der FH und Universität Bielefeld eingeladen. Neben Vorträgen aus Wissenschaft und Praxis boten interaktive Sessions Raum für Diskussion und Austausch.

Konferenz Digitalisierung und Diversity_Prof. Dr. RösslerDekan Prof. Dr. Uwe Rössler, Fachbereich Wirtschaft und Gesundheit, begrüßte die Gäste: „Ich habe den Eindruck, dass der Veränderungsdruck des digitalen Wandels uns erreicht hat und Sie heute passende Themen diskutieren in einer Welt, die im Umbruch ist.“

Projektleiterin Prof. Dr. Swetlana Franken präsentierte Zwischenergebnisse aus dem Forschungsprojekt „Women Ressource 4.0“, dessen Ziel in der Untersuchung und Erschließung von Potenzialen von Frauen für die Gestaltung der Digitalisierung liegt. „Die Arbeitswelt 4.0 muss von Männern und Frauen gemeinsam gestaltet werden, um die Vorteile der Digitalisierung und Flexibilisierung optimal zu nutzen“, sagt Franken.

Dass hier allerdings noch Handlungsbedarf in der gleichberechtigten Gestaltung besteht, zeigen die Ergebnisse des Projekts „Gender 4.0“, die von Malte Wattenberg und Johanna Schenk vorgestellt wurden. Im Projekt wurden die genderspezifischen Einstellungen von Young Professionals in Bezug auf Digitalisierung und Industrie 4.0 untersucht. Nach wie vor seien geschlechtsspezifische Stereotype in Bezug auf die Digitalisierung und Kompetenzen wirksam. „Einerseits schreiben sich Frauen die für die Digitalisierung notwendigen Kompetenzen eher zu als Männer, dennoch schaffen sie es nicht, eine tragende Rolle in Führungspositionen und damit in der Gestaltung der Digitalisierung einzunehmen“, lautet das Fazit von Wattenberg.

Alexandra Wassermann, Wissensmanagement und Lernende Organisation bei thyssenkrupp, beleuchtete die Vorgehensweise bei Innovationsprojekten. Entscheidend sei der Einbezug der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der Einführung neuer Technologie. Zu den Herausforderungen internationaler und flexibler Zusammenarbeit referierte Melanie Schuppner, Projektmanagerin bei Arvato Bertelsmann: „Digitalisierung macht die internationale Zusammenarbeit zwar möglich, aber nicht unbedingt einfacher. Das Wissen über die Gender- und Kulturproblematik hilft jedoch dabei, Maßnahmen zur Verbesserung der Kommunikation zu erarbeiten.“

Auch die Themen „Flexibilisierung der Arbeit“ und „(Neue) Anforderungen an die Mitarbeitenden in der Arbeitswelt 4.0“ wurden von Mitarbeiterinnen des Forschungsprojekts „Women Ressource 4.0“ aufgegriffen.

Text: Lotte Prädikow und Nina Mauritz