FH Bielefeld
University of
Applied Sciences
29.10.2020

Erste Doktorarbeit in der Informatik am Campus Minden

Dennis Sprute hat die Interaktion mit Servicerobotern erforscht.

Ein Mann mit Doktorhut steht vor einem Bildschirm und lächelt in die Kamera.

Minden (fhb). Im Rahmen des Projekts „Seerose - Serviceroboter im Smart-Home“, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert wurde, hat Dennis Sprute vom Campus Minden der Fachhochschule (FH) Bielefeld seine kooperative Promotion begonnen und nun erfolgreich abgeschlossen. In seiner Dissertation erforschte Sprute, wie man den Arbeitsbereich von Servicerobotern, beispielsweise Staubsaugerroboter, interaktiv einschränken kann. „So können unter anderem Navigationsfehler vermieden werden, sodass sich der Roboter nicht in einem Teppich festfährt“, erklärt Sprute.

Die Arbeit mit dem Titel „Interactive Restriction of a Mobile Robot’s Workspace in Traditional and Smart Home Environments“ ist die erste abgeschlossene Doktorarbeit in der Informatik am Campus Minden. „Wir freuen uns sehr, dass wir mit Dennis Sprute unserem ersten Doktoranden gratulieren können“, so Prof. Dr. Dr. Matthias König, der Sprute an der FH betreut hat. „Besonders stolz sind wir, dass er bei uns im Bachelor- und Masterstudiengang Informatik studiert hat und dass im Rahmen seiner Forschung eine Vielzahl internationaler Veröffentlichungen und sogar zwei Patente entstanden sind.“

Dr. Sprute erforschte in seiner Arbeit Möglichkeiten, den Arbeitsbereich eines Roboters festzulegen. In einem Ansatz können Nutzerinnen und Nutzer den Arbeitsbereich einfach per Laserpointer auf dem Boden aufzeigen. Die Linien werden vom Roboter als virtuelle Grenzen respektiert und er passt sein Navigationsverhalten entsprechend an.

„Bei der Nutzerinteraktion bin ich dann noch einen Schritt weitergegangen und habe Augmented Reality integriert“, erklärt Sprute. So sind neue Interaktionsmethoden zwischen Mensch und Roboter entstanden. „Diese neuen Methoden sind bei bestimmten Benutzungsanforderungen besser geeignet als bisherige“, erläutert Sprute. „Dadurch kann beispielsweise die Genauigkeit und die Interaktionszeit zwischen Mensch und Roboter verbessert werden.“ Bei seinen Untersuchungen hat er außerdem die Lernfähigkeit des Netzwerkrobotersystems in einer Smart-Home-Umgebung untersucht, um die Interaktion weiter zu verbessern.

Sprute ist gebürtiger Mindener und absolvierte nach seinem Abitur 2010 am Besselgymnasium Minden sowohl sein Bachelor- als auch sein Masterstudium in Informatik an der FH Bielefeld. „Damals war der Studiengang am Campus Minden noch neu und da ich aus Minden komme und mich die Thematik interessiert, habe ich mich für die FH Bielefeld entschieden“, sagt Sprute. Der 29-jährige arbeitete dann ab dem Masterstudium als wissenschaftliche Hilfskraft bei Informatikprofessor König am Campus Minden. „Die Forschung hat mir von Anfang an Spaß gemacht. Ich mag das wissenschaftliche Arbeiten und den Austausch auf Konferenzen.“ Neben seiner Doktorarbeit hat Sprute einige weitere Artikel in unterschiedlichen wissenschaftlichen Zeitschriften veröffentlicht. Erstgutachter der Doktorarbeit war Prof. Dr.-Ing. Klaus Tönnies von der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Sein Betreuer und Zweitgutachter war Prof. Dr. Dr. Matthias König vom Campus Minden der Fachhochschule Bielefeld. Drittgutachter war Prof. Dr. Juan Augusto von der Middlesex University London. (bes)