FH Bielefeld
University of
Applied Sciences
16.05.2018

Grillkoffer für zwei Personen

ISM-Kurs „Marketing Aplicado“ untersucht in Spanien Marktpotenzial für selbstkonzipierten Grill.

Anfang Mai ging es für Studierende des Studiengangs International Studies in Management (ISM) und Kursleiterin Kerstin Sommer auf den Weg nach Barcelona. Die Studierenden, die den spanischen Kurs zur Marktforschung "Marketing Aplicado" belegen, wollten herausfinden, ob das Produkt, das sie im letzten Semester entworfen haben, eine Chance auf dem spanischen Markt hat: der Grillkoffer.

grillkoffer"Maleta de Barbacoa", wird er genannt, ein Grillkoffer, der transportabel, wiederverwendbar, preiswert und praktisch ist. Mit seinen abnehmbaren Beinen und dazu Platz, um Grillrost, Zange, Grillkohle und Teller im Inneren zu verstauen, ist der Grill perfekt geeignet für zwei Personen aus der Zielgruppe Studenten und junge Erwachsene ohne eigenen Balkon oder Garten, dafür mit viel Lust auf spontanes Grillvergnügen. „In Deutschland sicher ein Renner“, meint Kerstin Sommer.

Die erste Umfrage fand in Vic, einer der langjährigen Partnerhochschulen der FH Bielefeld, statt. Gut 50 Studierende füllten die mitgebrachten Fragebögen aus. Dabei wurde schnell klar, dass in Spanien gerne mit zehn bis 20 Leuten gegrillt wird, was deutlich über den Vergleichswerten der deutschen Studierenden lag. Dafür wäre der Grillkoffer wohl deutlich zu klein, vermuteten die Studierenden.

Im Anschluss stellten die Grill-Erfinder das Produkt und die vorgesehenen Marketingstrategien in zwei Marketing-Kursen der Partnerhochschule vor und bekamen hilfreiche Tipps zur Produktverbesserung. Außerdem stellte sich heraus, dass die in Spanien herrschenden Verbote bezüglich des Grillens auf öffentlichen Plätzen den Markterfolg erschweren könnten.

Ein Gespräch mit einer Verkäuferin eines Grillfachgeschäfts rundete die Marktuntersuchung mit wertvollen qualitativen Primärdaten ab. Sie erklärte den Studierenden, dass überwiegend „diskret“ gegrillt wird. Kleine Gasgrills seien in Barcelona sehr beliebt, weil kaum Platz auf den kleinen Balkonen sei und das Grillen mit Kohle von den Nachbarn nicht gerne gesehen würde. Das in Deutschland verbreitete Grillen in Parks und auf Plätzen sei tabu.

Um Unterschiede im Kaufverhalten von Studierenden aus ländlicher Gegend und einer Großstadt nachzuweisen, ging es zu einer zweiten Umfrageaktion an die Universidad de Barcelona. Die Bielefelder Studierenden waren von dem imposanten Gebäude und der geradezu sakralen Atmosphäre der ältesten Uni Kataloniens nachhaltig beeindruckt. Erstaunlicherweise stieß der Grill hier auf mehr Anklang als in Vic. Außerdem hatten die befragten Studierenden kreative lautmalerische Namensideen wie "BBagQ".

Die Ergebnisse der circa 120 Fragebögen sind noch nicht im Detail ausgewertet, aber schon jetzt sei klar, dass die Mehrheit der Befragten den neuartigen Grillkoffer tatsächlich kaufen würde. „Es muy chulo“ – der ist richtig süß – war ein häufiger Kommentar.

Und was hat die Reise sonst noch gebracht? „Etliche Fußmärsche durch Barcelona zu den eindrucksvollen Sehenswürdigkeiten der Stadt. Außerdem viele Kontakte mit jungen Spanierinnen und Spaniern, keine Scheu mehr, Menschen auf Spanisch anzusprechen und einen enormen Schub in Sachen Teamgeist“, fasst Kerstin Sommer zusammen.