FH Bielefeld
University of
Applied Sciences
09.05.2019

Internationale Handelspolitik im Fokus

Fachbereich Wirtschaft und Gesundheit Gastgeber der Veranstaltung „Forum Bundesbank“

Ein Mann steht vor einem Publikum und hält eine Zeitung hoch.

Bielefeld (fhb). Den Aufhänger für seinen Vortrag entdeckte Ralf Zimmermann morgens beim Zeitunglesen. „Trumps Kriegserklärung“ titelte das Handelsblatt und auch weitere Zeitungen berichteten am Morgen tagesaktuell über die Außenhandelspolitik der USA. Gemeinsam mit der Deutschen Bundesbank war die Fachhochschule Bielefeld am Dienstagabend (7. Mai 2019) Gastgeberin der Veranstaltungsreihe „Forum Bundesbank“. Der Referent des Abends, Ralf Zimmermann, sprach zu dem Thema „Internationale Wirtschaftsbeziehungen – Guter Freihandel, böser Protektionismus?“.

Zimmermann ist Referent im Stab der Präsidentin der Hauptverwaltung in Nordrhein-Westfalen der Deutschen Bundesbank. Er ist dort für den Bereich „Ökonomische Bildung“ verantwortlich und hält daher regelmäßig Vorträge vor Schülerinnen und Schülern, Studierenden und interessierten Bürgerinnen und Bürgern. „Für die Bundesbank ist es gleich aus zwei Gründen toll, dass das Forum Bundesbank hier in der FH stattfinden kann“, erklärt Zimmermann. „Zum einen sind die Räumlichkeiten hier ideal und es gibt mehr Platz als zum Beispiel in der Geschäftsstelle in Bielefeld. Und zum anderen freuen wir uns sehr über das junge Publikum.“

Der große Teil der insgesamt 120 Gäste des Abends waren Studierende des Fachbereichs Wirtschaft und Gesundheit. Sie waren auf Einladung von Prof. Dr. Bodo von Rüden zu dem Vortrag gekommen. Von Rüden ist Professor für Volkswirtschaftstheorie und -politik am Fachbereich und organisierte die gemeinsame Veranstaltung nun bereits zum dritten Mal. Er sieht eine besondere Bedeutung darin, dass Vertreter der Bundesbank für Veranstaltungen wie diese vor der Öffentlichkeit sprechen. „Die Europäische Zentralbank, zu deren System auch die Deutsche Bundesbank zählt, trifft enorm wichtige Entscheidungen die letztendlich über Konjunktur und Arbeitsplätze entscheiden. Dabei hat sie einen unabhängigen Status und unterliegt praktisch keiner politischen Aufsicht“, ordnet von Rüden den Vortrag ein. „Daher ist es sehr wichtig, wenn Vertreter dieser Institution ihre Politik und ihre Auffassungen in der Öffentlichkeit präsentieren und zur Debatte stellen. Dazu soll diese Veranstaltung einen Beitrag liefern.“

„Trump ist eigentlich der beste Werbeträger für diese Veranstaltung“, berichtet Zimmermann schmunzelnd. Neben allgemeinen Entwicklungstendenzen der internationalen Wirtschaftsbeziehungen nahm er den Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika besonders in den Fokus. Ein Fazit seines Vortrags: Wenn die neue protektionistische Handelspolitik der USA Erfolg haben sollte, wird es wohl viele Nachahmer geben. Ist dies aber nicht der Fall, bleibt es nur eine Episode der Geschichte. „Auch ein einiges Europa ist notwendig, um den großen Wirtschaftsräumen USA und China wirkungsvoll gegenüber stehen zu können. Allein kann Deutschland seine Interessen nicht verteidigen und behaupten“, so Zimmermann.