FH Bielefeld
University of
Applied Sciences
18.11.2019

„Innovative Technologien in Pflege und Gesundheit“ bald Thema im Schülerlabor

FH Bielefeld erhält Förderung zum Ausbau der MINT-Themen.

Zwei Frauen und drei Männer stehen vor einem leerem Krankenhausbett

Schülerinnen und Schüler ab der 8. Klasse können sich auf neue Experimente an der Fachhochschule (FH) Bielefeld freuen: Dank einer Förderung durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE-zdi III) kann das Schülerinnen- und Schülerlabor experiMINT sein Repertoire erweitern. Rund 150.000 Euro wurden eingeworben. Geplant sind neue Mitmach-Experimente zu den Schwerpunkten „Technisierung in der Pflege“, „3D-Druck für Orthesen und Prothesen“ und „Digitale Transformation im Gesundheitswesen“. Die FH Bielefeld hatte sich erfolgreich um die Gelder beworben, die in dem Förderprogramm für „bisher nicht ausreichend berücksichtigte MINT-Themen“ zur Verfügung gestellt werden. Darüber hinaus fördert das Programm die inhaltliche und organisatorische Einbindung von kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) der Region in die Arbeit von zdi-Netzwerken. „Damit soll ein hoher Praxisbezug erreicht werden, zum Beispiel durch Betriebsbesichtigungen oder Fachvorträge von Unternehmerseite“, erläutert Lisa Münstermann, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Schülerlabor, die maßgeblich an der Projektverwirklichung beteiligt ist.

Eine Besonderheit des neuen Angebots ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Ingenieuren und Pflegewissenschaftlern.

So gehört zur Projektleitung neben Prof. Dr. Lars Fromme und Prof. Dr. Joachim Waßmuth vom Fachbereich Ingenieurwissenschaften und Mathematik auch Prof. Dr. Annette Nauerth aus dem Lehrgebiet Biomedizinische Grundlagen der Pflege, Fachbereich Wirtschaft und Gesundheit. „Die Technisierung der Pflege wächst. Geplant sind unter anderem Workshops zu pflege- und gesundheitstechnischen Fragestellungen. Durch das im Fachbereich vorhandene Skills Lab haben wir die Möglichkeit, sehr praxisnah Pflegesituationen anschaulich erlebbar zu machen“, erläutert Nauerth.

Prof. Dr. Joachim Waßmuth, Initiator und Mitverantwortlicher des Projekts „Interprofessionell von Anfang an: Biologie-Technik-Gesundheit“ erklärt, wie es zu der Idee kam: „Wir wollten die Möglichkeiten des Projektaufrufs der Landesinitiative – Zukunft durch Innovation.NRW – zur Entwicklung bisher nicht berücksichtigter MINT-Angebote nutzen, um die Bedeutung der Technik für die Bereiche Gesundheit, Pflege und Medizin jungen Menschen zu verdeutlichen.“ Hintergrund ist, dass sich die Region OWL zunehmend zur Gesundheitsregion entwickelt und der Bedarf an innovativen technischen Lösungen im Medizin- und Gesundheitssektor wachse. Der steigende Mangel an Fachkräften stellt in vielen Bereichen eine Herausforderung dar. Zu den Anforderungen an die Hochschulbildung gehört daher neben der Einrichtung bedarfsgerechter Studiengänge auch die Erweiterung der vorgelagerten Berufs-und Studienorientierung. Dadurch kommt auch dem Schülerlabor der FH Bielefeld eine besondere Rolle zu, dessen Ziel es ist, die Begeisterung für Naturwissenschaften und Technik bei jungen Menschen zu wecken und zu fördern. Das Schülerinnen- und Schülerlabor experiMINT ist im Fachbereich Ingenieurwissenschaften und Mathematik (IuM) eingegliedert. „Wir sind häufig der erste Kontakt zur Hochschule, was wir als große Verantwortung verstehen“, so Prof. Dr. Lars Fromme, Leiter des Schülerlabors. Dabei stehen das eigene Erleben und Begreifen in Form von praktischen Arbeiten und Experimenten im Vordergrund.

Im nächsten Schritt beginnt das Schülerinnen- und Schülerlabor experiMINT mit der Entwicklung, Erprobung und Evaluation eines ersten Experimentierangebotes. Ideen dazu werden von Beginn an sowohl fachbereichsübergreifend mit dem Team des Skills Labs als auch hochschulübergreifend mit dem Team des teutolab-biotechnologie der Universität Bielefeld ausgetauscht.

Geplant ist, dass die neuen Angebote Schülerinnen und Schülern ab Sommer 2020 zur Verfügung stehen.