FH Bielefeld
University of
Applied Sciences
30.04.2019

Technische Zusammenhänge begreifbar machen

FH Bielefeld präsentiert die „DA VINCI 500“- Ausstellung sowie zwei studentische Projekte zur Fahrzeugtechnik im LENKWERK

Einige Personen stehen nebeneinander neben einem Oldtimer und blicken in die Kamera.

Am letzten Aprilwochenende lockten die Bielefelder Nachtansichten wieder tausende Interessierte durch die Nacht der Museen, Kirchen und Galerien. Im LENKWERK, das durch seine Architektur sowie die dort „ausgestellten“ Old- und Youngtimer eine besondere Atmosphäre schafft, präsentierte sich neben der Galerie BEST, einigen Künstlerinnen und Künstlern auch die FH Bielefeld.

Bereits zum dritten Mal zeigte der Fachbereich Ingenieurwissenschaften und Mathematik (IuM) Teile seiner Wanderausstellung „DA VINCI 500“. Das Besondere: Studierende fertigen die Exponate im Rahmen ihres Studiums anhand der von Leonardo überlieferten Zeichnungen an.

Die mittlerweile über 100 Exponate sind seit Jahren in ganz Europa in Museen und Galerien unterwegs. Ein Highlight der Ausstellung ist deren Interaktivität. Besucherinnen und Besucher haben die Möglichkeit, die Nachbauten der Sammlung anzufassen und auszuprobieren. „Dadurch wird Leonardo lebendig und die technischen Zusammenhänge greifbar“, äußert sich ein begeisterter Besucher.

Rund 1.400 Kulturinteressierte führte es am Samstag, den 27. April über die Galerie im LENKWERK. Alexander Rose, studentischer Mitarbeiter im Fachbereich IuM: „In diesem Jahr jährt sich Leonardo da Vincis Todestag zum 500. Mal. Seine Werke gewinnen dadurch noch mehr an Interesse. Leonardo ist in aller Munde und die Nachfragen sind deutlich konkreter, was unser Team sehr freut.“ Eine weitere Besonderheit: In diesem Jahr verbleibt ein Exponat der Ausstellung als Leihgabe auf der Galerie im LENKWERK. Dabei handelt es sich um den sogenannten dreirädrigen Messwagen. Der Nachbau des Kurbelwagens hat etwa den Maßstab 1:2. Mit den Spitzen auf der Lauffläche seines Rades und dem besonderen Zapfenrad-Getriebe hat Leonardo da Vinci diesen Wagen zur Landvermessung entworfen. „Es fühlt sich gut an, dass DA VINCI 500 nun mit einem so passenden Exponat im LENKWERK vertreten ist.“, freut sich Projektleiter und Lehrender des Fachbereichs IuM, Prof. Dr. Thorsten Jungmann.

Im Eingangsbereich des LENKWERKS präsentierte der Fachbereich IuM zwei weitere studentische Projekte, die sich durch ihren Bezug zur Fahrzeugtechnik stimmig in die Umgebung voller „Liebhaberfahrzeuge“ einfügten. Die Studierenden des Studiengangs Wirtschaftsingenieurwesen haben unter der Leitung von Prof. Dr. Marc-Oliver Schierenberg im Rahmen zweier Praxisprojekte spannende Aufgaben zu lösen. Zum einen soll ein „klassischer Neuwagen“ ein Lada Niva zum Elektrofahrzeug umgerüstet werden. „Oldtimer haben mich schon immer begeistert. Gleichzeitig stellte ich mir dir Frage, ob sich ein Klassiker und ein Elektrofahrzeug gegenseitig ausschließen müssen. Unsere Antwort darauf lautet „Nein“ und der TÜV gibt uns recht“, so Schierenberg. Der Lada Niva wird seit mehr als 43 Jahren nahezu unverändert gebaut. Durch den Umbau wird sich das optische Erscheinungsbild nicht ändern.

„Selbstverständlich können auch andere historische Fahrzeuge elektrifiziert werden. Das Fahrzeug hat am Ende zwar eine Zulassung, die älter als 30 Jahre ist, das Führen eines H-Kennzeichens als „historisches Fahrzeug“ ist mit dem Umbau aber nicht mehr möglich“, sagt Roland Meier vom TÜV Nord.

Das Projekt läuft über mehrere Semester. Zu der derzeit 8-köpfigen Gruppe können später auch weitere motivierte Studierende hinzukommen. Beim zweiten studentischen Projekt geht es von der Straße aufs Wasser und das im wahrsten Sinne des Wortes. „Wir haben die Aufgabe, einen Lastenanhänger für ein E-Bike zu konzipieren, auf welchem sich zwei „SUP-Bords“ befinden. Diese können dann direkt am Ufer aufgepumpt und somit hoffentlich unkompliziert und vor allem umweltfreundlich transportiert werden“, erklärt Robert Keuntje, der studentische Projektleiter. „Es ist eine tolle Gelegenheit, die Arbeiten im Rahmen der Nachtansichten präsentieren zu können und hat uns dank des zeitlichen Drucks bereits zu Projektbeginn zu ersten Ergebnissen verholfen“, sind sich alle Teammitglieder einig.

Weitere Informationen zu „DA VINCI 500“ und den aktuellen Ausstellungsorten: www.fh-bielefeld.de/davinci500

 Text: Tanja Hage