FH Bielefeld
University of
Applied Sciences
23.03.2021

Neue Doppelspitze am Fachbereich Gesundheit der FH Bielefeld

Dekanin Prof. Dr. Michaela Brause und Prodekanin Prof. Dr. Änne-Dörte Latteck streben einen Ausbau der Studiengänge sowie die Digitalisierung und Internationalisierung des Fachbereichs an.

Zwei Frauen mit Blumensträußen stehen vor dem Hauptgebäude der FH Bielefeld und lächeln in die Kamera.

Bielefeld (fhb). Der Fachbereich Gesundheit der Fachhochschule (FH) Bielefeld hat mit Prof. Dr. Michaela Brause als Dekanin und Prof. Dr. Änne-Dörte Latteck als Prodekanin eine neue Leitung erhalten. Der Fachbereichsrat wählte das neue Dekanat am Mittwoch vergangener Woche. Gemeinsam wollen sie die Digitalisierung des Fachbereichs fokussieren: „Wir werden die Erfahrungen aus den Online-Semestern während der Pandemie sammeln, evaluieren und die erfolgreichen Ideen, Methoden und Konzepte beibehalten“, so Latteck. „Wir glauben, dass ein gewisses Maß an Digitalisierung in der Lehre nicht nur die Qualität verbessern kann, sondern auch zu mehr Flexibilität und damit zu mehr Familienfreundlichkeit führt. Wir können uns zum Beispiel vorstellen, pro Semester dauerhaft eine digitale Woche zu implementieren“, ergänzt Brause.

Aber auch eine stärkere Internationalisierung des Fachbereichs liegt den beiden Professorinnen am Herzen. Während ihrer Amtszeit steht daher die Pflege bestehender Partnerschaften und der Aufbau weiterer Kooperationen auf ihrer Agenda. Der Fokus ruht hier auf Praxiseinsätzen der Studierenden im europäischen Ausland. Brause: „Pflegende übernehmen im internationalen Vergleich zum Teil andere Aufgaben und arbeiten oftmals eigenverantwortlicher, als dies im deutschen Gesundheitssystem möglich ist. Unser Ziel ist es, möglichst vielen Studierenden solche Erfahrungen zu ermöglichen, damit sie anschließend in Deutschland auf berufspolitischer Ebene für die Eigenständigkeit und Professionalisierung der Pflege kämpfen können.“

Der Fachbereich Gesundheit ist seit vergangenem Jahr ein eigenständiger Fachbereich, nachdem die Lehreinheit „Pflege und Gesundheit“ mehrere Jahre Teil des Fachbereichs Wirtschaft der FH Bielefeld war. Der neue Fachbereich zählt derzeit 524 Studierende und bietet drei Bachelor- und zwei Masterstudiengänge an, die laut Dekanin Brause ein großes Plus für die Region und die Gesellschaft darstellen. „Der Fachbereich kann mit seinem besonderen Profil einen wichtigen Beitrag zur Bearbeitung gesellschaftlich relevanter Probleme leisten. Die Studiengänge sind darauf ausgerichtet, die gesundheitliche Versorgung in der Region zu sichern und zu verbessern“, betont Brause, die bereits vorübergehende Gründungsdekanin des Fachbereichs war. Doch dieser Status quo ist der neuen Doppelspitze nicht genug. So wollen sie den Ausbau der angebotenen Studiengänge durch die Gewinnung neuer Kooperationspartner und -partnerinnen vorantreiben und mit dem Aufbau des im kommenden Wintersemester startenden Bachelorstudiengangs „Angewandte Hebammenwissenschaften“ dem Fachkräftemangel in der Region entgegenwirken.

Zu den Personen

Prof. Dr. Michaela Brause ist seit 2011 als Professorin für Gesundheitswissenschaften an der FH Bielefeld beschäftigt. Hier vertritt sie das Lehrgebiet Gesundheitswissenschaften in allen Studiengängen des Fachbereichs. Nachdem sie von 2015 bis 2020 Studiengangsleiterin in der Lehreinheit Pflege und Gesundheit war, übernahm sie im August 2020 das Amt der Gründungsdekanin des Fachbereichs Gesundheit. Nach ihrem Diplomstudium der Sozialpädagogik an der FH Bielefeld arbeitete Brause zunächst drei Jahre in den v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel in der Behindertenhilfe. Im Anschluss nahm sie im Jahr 2000 an der Universität Bielefeld den Master- und den Promotionsstudiengang Public Health auf, den sie 2008 mit dem Doktortitel abschloss. Während dieser Zeit legte sie in verschiedenen Positionen ihren Forschungsschwerpunkt auf die Versorgungsforschung. Vor ihrer Tätigkeit als Professorin an der FH Bielefeld forschte Brause ab 2008 als Senior Researcher in dem Projekt „Gesundheitsförderung in der stationären Langzeitversorgung“, eine Kooperation der Universität Bielefeld mit dem Ludwig Boltzmann Institut Health Promotion Research in Wien.

 

Prof. Dr. Änne-Dörte Latteck lehrt seit 2010 als Professorin für Pflegewissenschaften an der FH Bielefeld. Darüber hinaus ist sie Leiterin des Bachelorstudiengangs „Pflege“ und des Masterstudiengangs „Erweiterte Pflegexpertise – Advanced Nursing Practice“ sowie des „Skills Lab“ Labors. Nach einem Studium zur Krankenschwester an der Medizinischen Fachschule Rostock schloss Latteck eine Weiterbildung zur Fachkrankenschwester für Anästhesie und Intensivpflege ab. Im Anschluss nahm sie den Diplomstudiengang „Pflege“ an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) Hamburg auf, gefolgt von einer Promotion an der Universität Bremen. Vor ihrer Tätigkeit an der FH unterstützte sie von 2008 bis 2010 als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf die Interventionsstudie „Optimierung der berufsgruppenübergreifenden Kooperation von Hausärzten und ambulanten Pflegediensten in der ambulanten Versorgung von Demenzkranken“. Zuvor arbeitete Latteck für die Organisation „Leben mit Behinderung Hamburg“ als Leiterin des Projekts „Qualität in der Pflege“ und als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der HAW Hamburg.

(abo)